4300 Menschen mussten evakuiert werden

Bombenfunde in Fürth und Ansbach halten Einsatzkräfte drei Tage auf Trab

5.11.2021, 13:31 Uhr
Am Dienstag war eine Bombe in Fürth gefunden worden. Am Mittwoch begann dann der Sprengmeister mit der Entschärfung - und erlebte eine böse Überraschung.

Am Dienstag war eine Bombe in Fürth gefunden worden. Am Mittwoch begann dann der Sprengmeister mit der Entschärfung - und erlebte eine böse Überraschung. © Oßwald/News5

Am Dienstag (2. November) wurde in Fürth bei Bauarbeiten in der Siemensstraße auf der Hardhöhe eine Fliegerbombe gefunden. Das THW Fürth sorgte noch am gleichen Abend dafür, die Bevölkerung über die geplanten Evakuierungsmaßnahmen zu informieren. Dabei verteilten die Helfer Informationsflyer an rund 600 Haushalte.

Tags darauf unterstützten rund 40 THW-Einsatzkräfte aus Fürth die Evakuierungsmaßnahmen. Zu Fuß klingelten sie Tür für Tür zahlreiche Wohnungen ab, um sicherzustellen, dass sich keine Personen mehr im Gefahrenbereich befinden. Insgesamt waren bei der Evakuierung auch noch 40 Feuerwehrleute, 35 Kräfte des BRK und 80 Polizeibeamte beteiligt.

Rund um die Entschärfung gab es aber gleich mehrere gravierende Probleme. Erst tauchten plötzlich Jugendliche im Sperrgebiet auf und störten den Sprengmeister - dann ließ sich der Zünder nicht abmontieren. Die kontrollierte Sprengung verzögerte sich um Stunden.

Mehr Leute mussten in Ansbach evakuiert werden

In Ansbach wurde am selben Tag ebenfalls eine Fliegerbombe bei Bauarbeiten in der Bischof-Meiser-Straße gefunden. Schnell wurde klar, dass hier noch mehr Anwohner und Firmen geräumt werden mussten. Aufgrund der noch andauernden Entschärfungsarbeiten in Fürth, wurde hier der Einsatz für Donnerstag, 4. November, eingeplant.

In einem Radius von rund 500 Metern mussten auch hier großräumige Straßensperrungen und Evakuierungsmaßnahmen vorgenommen werden. Über 80 THW-Einsatzkräfte aus Ansbach, Dinkelsbühl, Erlangen, Feuchtwangen, Neustadt/Aisch, Schwabach und Rothenburg fuhren bereits um 5 Uhr früh in den Einsatz.

Die Einsatzkräfte gingen Wohnung für Wohnung ab, um das Gebiet abzusichern. Ebenso wurden Straßensperrungen vorgenommen und der Verkehr umgelenkt. Die ehrenamtlichen Kräfte waren über zehn Stunden im Einsatz.

An der Räumung in Ansbach waren insgesamt 128 Feuerwehrleute, 78 Polizeibeamte, 88 Einsatzkräfte des THW, 62 des BRK und 15 der städtischen Führungsgruppe des Katastrophenschutzes beteiligt. Die insgesamt 371 Einsatzkräfte teilten die Sperrzone in vier zu überprüfende Abschnitte ein und machten sich um 8.15 Uhr auf, diese zu kontrollieren.

Bei der Kontrolle und Evakuierung wurden laut THW "sowohl in Fürth, als auch in Ansbach Einsatzkräfte immer wieder vor Herausforderungen gestellt". Personen, die ihre Wohnungen nicht verlassen wollten, ließen ihren Unmut teilweise ungefiltert an den ehrenamtlichen Einsatzkräften aus. In Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr habe man aber immer eine Lösung gefunden, die Bewohner doch noch dazu zu bewegen, die Wohnung zu verlassen.

1 Kommentar