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Montag, 14.06.2021

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Das Trainer-Paar im Weißenburger Volleyball

Carolin Lauche (26) und Philipp Häußler (32) bringen beim TSV 1860 ihre höherklassige Erfahrung ein - 18.04.2021 09:18 Uhr

Ihnen gefällt es in Ramsberg und am Brombachsee: Carolin Lauche ist letztes Jahr mit ihrem Verlobten Philipp Häußler in dessen fränkische Heimat gezogen, wo sie ein Haus renovieren und Nachwuchs erwarten. Beide sind zudem als Trainer der Weißenburger Volleyballteams tätig und hoffen auf einen baldigen Re-Start.

16.04.2021 © Foto: Uwe Mühling


Besonders bitter war und ist das für die Volleyball-Abteilung der TSV-Sechziger. Sowohl die Damen als auch die Herren hatten sich viel vorgenommen und sich jeweils den Aufstieg als Ziel gesetzt. Die Frauen wollten zurück in die Landesliga, die Männer in die Bezirksliga. Genährt wurden diese Ziele und Hoffnungen nicht zuletzt durch zwei Namen: Carolin Lauche und Philipp Häußler.

Beide hatten im August/September 2020 als neue Trainer die zwei Weißenburger Erwachsenen-Teams übernommen. Beide bringen viel Können und Erfahrung aus dem höherklassigen Volleyball mit. Und beide bilden nicht nur ein Trainer-Tandem beim TSV 1860, sondern sind vor allem auch privat ein Paar.

Mitte letzten Jahres zogen sie von München zurück in Häußlers fränkische Heimat und kauften in Ramsberg ein Haus. Dort sind sie seither kräftig am Umbauen und Renovieren. Und sie freuen sich auf Nachwuchs, ihr erstes Baby wird in wenigen Wochen zur Welt kommen. Von der zeitlichen Belastung her gesehen kommt dem jungen Paar die aktuelle Volleyball-Zwangspause durchaus entgegen. Lieber wäre es ihnen allerdings gewesen, sie hätten mit ihren neuen Teams die Saison durchziehen und am Ende tatsächlich den erhofften Aufstieg feiern können.

Unterschiedliche Laufbahnen

So ehrgeizig und engagiert das Trainer-Paar ist, so unterschiedlich sind doch die Volleyball-Karrieren von Carolin Lauche und Philipp Häußler verlaufen. Vor allem der Beginn war reichlich konträr. Während "Caro" durch ihre Mutter, die frühere Lohhofer Bundesligaspielerin und Deutsche Jugendmeisterin Uta Lauche, schon von klein auf Volleyball spielte, kam Philipp erst mit 20 Jahren zum Pritschen und Baggern. In seiner Kindheit und Jugend war er verschiedenen sportliche Aktivitäten wie etwa Segeln oder Luftgewehrschießen nachgegangen. Dann kam er durch Beachvolleyball und über einen Bekannten zum Volleyball-Männerteam in Weißenburg.

Philipp Häußler (rechts) hat sein Comeback beim TSV 1860 Weißenburg im Oktober 2020 ausgerechnet beim Bezirksklassen-Derby in Solnhofen gefeiert.

16.04.2021 © Foto: Uwe Mühling


In der Römerstadt ist er geboren und aufgewachsen, später zog die Familie nach Pleinfeld und Ramsberg. Nach dem Realschulabschluss in Weißenburg absolvierte Philipp Häußler in Nürnberg eine Ausbildung zum Orthopädie-Mechaniker. Danach folgten die Meisterschule in München, ein einjähriger beruflicher Wechsel nach Österreich und schließlich der aktuelle Job als Filialleiter bei Mannl und Hauck Orthopädietechnik in Nürnberg.

Parallel lief stets Volleyball. Zunächst in Weißenburg, wo der Spätstarter schnell sein Talent zeigen und entfalten konnte und wo er auch zur damaligen Landesliga-Mannschaft gehörte. Zu dieser Zeit lebte er allerdings schon in München in einer Wohngemeinschaft mit seinem TSV-Teamkollegen Franz Miedel. Beide pendelten damals regelmäßig nach Weißenburg.

Wechsel nach München

Dann wechselte Philipp Häußler zum MTV München und feierte seine größten Erfolge schließlich bei der DJK Sportbund München Ost: Dem Aufstieg aus der Bayernliga folgten zwei Regionalliga-Vizemeisterschaften 2019 und 2020. Mit dem Sprung in die 3. Liga verabschiedete sich "Airty" Häußler dann zugleich von den Perlacher Jungs, wo sein Kumpel Franz Miedel nach wie vor zum Team gehört.

In seiner Zeit in Österreich spielte Häußler auch eine Saison bei Salzburg in der Landesliga. Mittlerweile ist der 32-Jährige jedoch wieder daheim in fränkischen Gefilden. Seine Verlobte Carolin Lauche, die er im Volleyballverein München Ost kennengelernt hat, ist mit ihm aufs Land gezogen. "Hier ist es mindestens genauso schön wie in München", sagt die 26-Jährige über Ramsberg und das Fränkische Seenland.

Carolin Lauche ist in München geboren und in Fürstenfeldbruck aufgewachsen. Beim dortigen TuS war ihre bereits erwähnte Mutter Uta Trainerin und Tochter Carolin fing früh mit Volleyball an – ein Sport, der sie bis heute nicht loslässt. Von Fürstenfeldbruck aus, wo sie auch ihr Abitur machte, folgten mehrere Wechsel, ehe sie schließlich zur DJK Sportbund München Ost ging. "Dort habe ich von 2012 bis 2018 meine Hauptkarriere im Volleyball gehabt", erzählt sie rückblickend.

In der 2. Bundesliga am Ball

„Pink Lady“: Carolin Lauche spielte sechs Jahre für die DJK SB München Ost, zwei davon in der 2. Bundesliga.

16.04.2021 © Foto: DJK SB München Ost


Zum Sportbund kam sie zusammen mit ihrem Trainer Bastian Henning vom TV Planegg-Krailling und feierte dann mit den "Pink Ladys" von München Ost den Aufstieg von der Bayernliga bis in die 2. Bundesliga, wo sie zwei Jahre spielte und zum Abschluss noch eine Saison (2017/2018) in der 3. Liga am Ball war. Aus privaten Gründen hörte sie zunächst auf, um dann nochmals dem Ruf ihres Langzeitcoachs Bastian Henning nach Rosenheim zu folgen, wo sie in der Spielzeit 2019/2020 bis zu deren vorzeitigem Abbruch im Einsatz war und nochmals eine Landesliga-Meisterschaft samt Bayernliga-Aufstieg feiern konnte.

Und jetzt also Weißenburg. Beim Einstieg vergangenes Jahr war sie zunächst nur Trainerin, um eine Achillessehnenverletzung ihrer Rosenheimer Zeit auszukurieren. In der Rückrunde wollte Carolin Lauche als Spielertrainerin eingreifen, was der Saisonabbruch verhindert hat und was aufgrund der Schwangerschaft dann auch nicht möglich gewesen wäre. Mal sehen, ob es in der nächsten Spielzeit klappt. Auf jeden Fall würde sie sich freuen, "wenn ich in Weißenburg mal eine Saison mit den Mädels komplett durchziehen könnte".

Beruflich ist Carolin Lauche als Physiotherapeutin an der Frühförderstelle in Ansbach tätig, befindet sich derzeit aber schon in der Babypause. Sie und ihr Verlobter pendeln also im Normalfall zu ihren Jobs und sehen Volleyball als schönen Ausgleich. Beim TSV 1860 haben sie bislang sehr positive Eindrücke gewonnen. Es sei zwar schon etwas anderes als im Leistungssport, hat Lauche festgestellt. "Aber menschlich gesehen ist es genauso schön mit der sympathischen Weißenburger Mannschaft", sagt sie.

"Viel Potenzial" in den TSV-1860-Teams

Auch Philipp Häußler macht die Arbeit mit seinem Team viel Spaß, auch wenn es bislang nur ein kurzes Intermezzo war. Sowohl der Spielertrainer der Männer als auch die Trainerin der Damen sehen beim TSV 1860 "viel Potenzial", das sie in der erhofften, neuen und vielleicht auch normalen Saison 2021/2022 herauskitzeln wollen.

Momentan wird pausiert und die Spieler/Spielerinnen halten sich individuell fit. Lauche und Häußler finden ein Online-Training derzeit nicht sinnvoll. Zum einen, weil die anspruchsvolle Technik beim Volleyball kaum im "Homeoffice" verbessert werden kann, zum anderen, weil man überhaupt nicht weiß, wann es weitergeht.

Besonders wichtig ist sowohl für Philipp Häußler als auch für Carolin Lauche, dass sie mit ihren Teams auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten können. Sie hoffen, dass dies im Lauf des Jahres wieder möglich sein wird und freuen sich schon darauf, denn eines haben sie unisono festgestellt: "Alle haben hier in Weißenburg Lust darauf zu trainieren und sich weiterzuentwickeln."

Zur Information

Die Weißenburger Volleyball-Abteilung sucht für ihre Damen- und Herrenteams für die nächste Saison noch interessierte Spielerinnen und Spieler – egal ob Neulinge, Wiedereinsteiger oder alle, die es in den Fingern juckt. Interessierte können sich gerne mit Inge Pfitzinger-Miedel (E-Mail: pfimi@gmx.de) in Verbindung setzen und unverbindlich informieren.

 

UWE MÜHLING

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