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Die Ferschl-Brüder des VfL sind heute Apotheker und FC-Bayern-Mitarbeiter

Die früheren Treuchtlinger Basketball-Leistungsträger leben und arbeiten heute in München - 21.12.2020 09:21 Uhr

Die drei Ferschls mittendrin: Sebastian, Josef und Fabian (kniend Dritter, Vierter und Fünfter von links) mit dem Treuchtlinger Team, das in der Saison 2008/2009 die Meisterschaft in der Oberliga und damit den Aufstieg in die 2. Regionalliga schaffte.

18.12.2020 © Archivfoto: Uwe Mühling


Vom Aufstiegsteam 2010 sind aktuell mit Stefan Schmoll, Claudio Huhn und Arne Stecher drei Spieler noch immer aktiv. Auch der Trainer ist der gleiche: Stephan Harlander. Nicht mehr am Ball sind allerdings die Ferschl-Brüder, die vor zehn Jahren zu den absoluten Leistungsträgern zählten und den gesamten Aufschwung und Durchmarsch von der Bezirksliga bis in die 1. Regio mitgemacht und mit ihren Leistungen auch nachhaltig mitgeprägt haben.

"Einfach mega"

An die vielen Jahre als Basketballer beim VfL denken sie gern zurück. "Das war eine sehr schöne Zeit. Wir sind alle so gut miteinander ausgekommen – auch abseits des Feldes. Einfach eine coole Truppe und das hat auch den Ausschlag gegeben, warum wir so erfolgreich waren", sagt Fabian Ferschl. "Für mich war das ein Haufen von zehn bis zwölf Kumpels und Freunden. Mit denen den ganzen Erfolg und die Aufstiege zu erleben, war einfach mega", findet Sebastian Ferschl.

Gemeinsames, neues Hobby: Fabian, Josef und Sebastian Ferschl (von links) auf dem Golfplatz Zollmühle bei Ellingen, wo sie gerne zusammen spielen.

18.12.2020 © Foto: Privat


Die beiden Brüder, von deren Einstellung, Leistung und VfL-Mentalität Trainer Harlander noch heute schwärmt, haben vor fünf, sechs Jahren nach und nach bei den VfL-Baskets aufgehört. Das hatte vor allem berufliche Gründe. Die Jungs des langjährigen Abteilungsleiters Josef Ferschl arbeiten seit mehreren Jahren in München: Fabian ist Apotheker und führt drei Apotheken mit über 20 Angestellten. Sebastian ist Marketing-Fachmann und arbeitet inzwischen beim FC Bayern München, genauer gesagt in dessen Basketball GmbH. Doch dazu später.

Zunächst zu Fabian Ferschl: Er war beim VfL über Jahre hinweg der Spielmacher, Anführer und Kapitän. Einer, der nie aufgab und der auch beruflich wusste, was er will: Apotheker werden. In Erlangen studierte er Pharmazie. Nach erfolgreichem Abschluss arbeitete er zunächst in Augsburg, ehe er dann in München-Neuaubing eine eigene Apotheke übernahm.

Inzwischen sind drei daraus geworden. Sie finden sich in Neu- und Altaubing und tragen die Namen Riesenburg, St. Alto und Galenus. Dass aktuell eine größere Baumaßnahme bevorsteht, sorgt zusammen mit der Corona-Ausnahmesituation für reichlich vorweihnachtlichen Stress bei Fabian Ferschl. So leicht bekommt man den 34-Jährigen nicht ans Telefon.

Anführer: In seiner Zeit als Kapitän der VfL-Baskets war Fabian Ferschl (Mitte) auch bei so mancher Feier-Polonaise bei den diversen Treuchtlinger Aufstiegen voll dabei.

18.12.2020 © Foto: Archivfoto Uwe Mühling


Und wenn man ihn dann doch an der Strippe hat und ihn nach den VfL-Zeiten fragt, dann erinnert er sich nicht nur sehr gerne an die besondere Mannschaft, sondern auch an die "wahnsinnige Zuschauerunterstützung" bei den Spielen. "Das hat uns gepusht. Es war und ist eine ganz spezielle Bindung von Fans und Spielern", sagt Fabian Ferschl.

Er und sein älterer Bruder Sebastian (36) fanden stets auch den Support bei den Auswärtsspielen bemerkenswert. "Das waren unvergessliche Erlebnisse, einfach cool, wenn wir zum Teil mit zwei Bussen und der wilden Horde unsere Auswärtsfahrten gemacht haben", erzählt Sebastian Ferschl. Für ihn war auch "der ganze Hype mit 800 bis 900 Zuschauern bei den Heimspielen krass".

Große Leidenschaft für Basketball

Basketball ist seine "große Leidenschaft". Umso mehr freut er sich, dass er jetzt auch beruflich mit dieser Sportart zu tun hat. Vor zwei Jahren hat ihn Geschäftsführer Marco Pesic bei der FC Bayern München Basketball GmbH eingestellt. Arbeitsplatz: direkt im Audi Dome. An die Büros grenzt die Halle, in welcher die Bayern-Korbjäger ihre Heimspiele austragen. Da kann Sebastian Ferschl in einer Pause auch mal schnell reingehen und ein paar Bälle werfen.

Rund 50 Mitarbeiter sind in der Geschäftsstelle der GmbH tätig. Sebastian Ferschl arbeitet im Sponsoring. "Management Stratetic Partnerships" nennt sich das offiziell. Studiert hat er eigentlich Tourismus in Eichstätt und kam dann über ein Praktikum zum Münchner Flughafen. Dort kümmerte er sich mehrere Jahre um die Vermarktung der Werbeflächen. Naheliegend, dass er sich in seiner Freizeit auch beim VfL dem Thema Sponsoring annahm.

Das Hobby auf spezielle Weise zum Beruf gemacht: Sebastian Ferschl im Audi Dome, wo er für die FC Bayern München Basketball GmbH im Sponsoring arbeitet.

18.12.2020 © Foto: Privat


Seit Dezember 2018 ist er nun beim FC Bayern angestellt. Die Arbeit beim derzeitigen BBL-Spitzenreiter macht ihm "viel Spaß, ist aufregend, interessant und anstrengend". Gerade in Corona-Zeiten gibt es viele Herausforderungen. Mit den Spielern der Bayern-Basketballer hat er weniger Kontakt – sie haben allein 68 reguläre Saisonspiele und sind voll ausgelastet. Am ehesten trifft Ferschl die Bayern-Stars bei Sponsoren-Terminen. Beim neuen Trainer Andrea Trinchieri gefällt ihm besonders, dass er versucht, Office und Mitarbeiter einzubinden. "Er legt viel Wert auf den familiären Charakter" sagt Ferschl über den italienischen Coach.

Golfen als gemeinsames Hobby

Beruflich wie privat haben die Ferschl-Brüder ihren Lebensmittelpunkt in München, wo sie mit ihren Partnerinnen wohnen. Fabian ist seit 2019 verheiratet – die Trauung fand übrigens in der Weißenburger Willibaldskirche statt. Wenn es zeitlich geht, kommen sie immer gerne nach Hause zu den Eltern nach Schambach (was auch an Weihnachten der Fall sein wird) oder spielen an der Zollmühle eine Runde Golf mit Papa Josef, durch den sie auch immer bestens über den VfL informiert sind.

Und so oft wie möglich schauen Sebastian und Fabian Ferschl und bei den Treuchtlinger Spielen zu. Momentan ist das zwar nicht möglich, sie hoffen aber auf das neue Jahr. Auch in der aktuellen sportlichen Zwangspause haben sie zu einigen Spielern und Trainer Harlander nach wie vor Kontakt. Denn für die Brüder ist eines klar: "Der VfL ist und bleibt eine große Familie."

UWE MÜHLING

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