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Die Fürther "Pechhüttn" soll erhalten bleiben

Eigentümer sichert Denkmal derzeit mit Holzplatten - Sanierung geplant - 19.07.2017 05:52 Uhr

Die Pechhüttn in Fürth soll im Zuge der Errichtung von Neubauwohnungen saniert werden. © Johannes Alles


Der Sandsteinquaderbau an der Ecke von Schwabacher Straße und Karolinenstraße steht unter Denkmalschutz, die Stadt Fürth pocht auf diesen Status. Der neue Eigentümer, der in der Öffentlichkeit bislang namentlich nicht in Erscheinung getreten ist, muss das seit langem leer stehende Gebäude folglich sanieren. Daran ändert auch nichts, dass es darin vor wenigen Wochen gebrannt hat.

Wie es zu dem Brand kam, ist nach wie vor unklar. Zeugen wollen aber kurz zuvor Menschen auf dem Gelände beobachtet haben. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich jemand unrechtmäßig Zutritt verschafft hätte. Eine Zeitlang nutzten Obdachlose das Haus als Schlafstätte. Im März 2016 wurde ein 58-Jähriger auf dem Dachboden ermordet. Im Februar dieses Jahres verurteilte das Landgericht Nürnberg-Fürth deshalb einen 30-Jährigen zu neuneinhalb Jahren Haft.

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Vom Unglück verfolgt: "Pechhüttn" in Fürth brennt

Am Freitagabend stieg dichter Rauch aus der "Pechhüttn" in Fürth. Die Feuerwehr konnte das Feuer in der Schwabacher Straße Ecke Karolinenstraße aber schnell löschen. Verletzt wurde laut Polizei niemand, denn das denkmalgeschützte Gebäude steht seit Jahren leer.


Der Eigentümer will nun offenbar ein neuerliches Unglück verhindern: In den vergangenen Tagen wurden mehrere zerborstene Fenster und eine Tür mit Holzplatten verschlossen. Nach Angaben aus dem Rathaus geschah das in Abstimmung mit der Stadt, dem Denkmalschutz und einem Architekten. Der Eigentümer sei in dieser Angelegenheit sehr kooperativ, sagt Barbara Schwipp von der Bauaufsicht der Stadt.

Zuvor hatten sich Fürther Bürger besorgt wegen der Zustände gezeigt. Das Baudenkmal sei nicht ausreichend geschützt, hieß es in einer Mail, die auch an die FN ging. Zudem bestehe "andauernd die Gefahr, dass sich neugierige Kinder beim Spielen verletzten". Diese Gefahr scheint zunächst einmal gebannt.

Langfristig soll ohnehin alles besser werden. Der Investor will auf der Brachfläche neben der "Pechhüttn" öffentlich geförderte Wohnungen errichten. Der Altbau aus dem Jahr 1831 soll in das Konzept integriert werden. Ein Bauantrag liegt im Rathaus vor, er wird derzeit noch geprüft.

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Im Dornröschenschlaf: Die verfallene "Pechhüttn" in Fürth

Vor Urzeiten mal eine Ausflugsgaststätte wurde das Sandsteingebäude 1831 als "erstes Haus der Südstadt" gebaut. Mittlerweile ist die Stadt gewachsen und das Gebäude steht mitten in der Stadt - leer. Sein letzter Bewohner verließ es in den 80er Jahren. Seither ist das Haus dem Verfall preisgegeben. Im Rahmen der Achitekturwoche durften einige Interessierte einen Blick in das alte Gemäuer werfen. Dabei entstanden diese Bilder.


 

Johannes Alles Fürther Nachrichten E-Mail

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