Freitag, 26.04.2019

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Die großen Denker der Weltgeschichte

Neue Vortragsreihe im Nürnberger Planetarium - 10.10.2017 20:31 Uhr

Was der antike Philosoph Platon wohl von der Digitalisierung gehalten hätte? © Foto: Tobias Hase, dpa


Die Menschen leben in einer Höhle. Alles, was sie sehen und für die Wirklichkeit halten, ist in Wahrheit nur ein Schattenbild im Schein des Feuers. Erst wenn sie es schaffen, sich zu befreien und ins Tageslicht zu treten, können sie die eigentliche Idee der Dinge erkennen.

Mit seinem berühmten Höhlengleichnis erklärte der griechische
Philosoph Platon seine Ideenlehre. Er ging davon aus, dass es das Schöne, das Gute und das Gerechte an sich gibt, das der Mensch aber nur mit dem Verstand, nicht aber mit seinen Sinnen wahrnehmen kann.

Platon, geboren im fünften Jahrhundert vor Christus, war ein Schüler von Sokrates und Lehrer von Aristoteles. "Diese Männer sorgten für die
Entstehung der Wissenschaft", sagt Fritz Krafft. "Ihre Art zu denken, empirisch und mathematisch, galt von der Antike bis ins 17. Jahrhundert, erst dann wurde sie durch die modernen Naturwissenschaften ergänzt."

Krafft hält den Auftaktvortrag der Reihe "Einfach genial", die heute Abend im Nürnberger Planetarium beginnt. In acht Vorträgen widmen sich die Referenten den größten Denkern der Geschichte – Philosophen, Mathematiker, Astronomen, Biologen, Physiker, Psychologen und anderen mehr – und ihren bahnbrechenden Ideen, die bis heute nachwirken.

Der klassische Philologe Fritz Krafft war bis zu seiner Pensionierung Professor für Geschichte der Pharmazie und Naturwissenschaft
an der Philipps-Universität Marburg. "Platon ging davon aus, dass der Mensch keine wahre Aussage treffen kann, sondern immer nur seine Meinung kundtun", erklärt er. "Trotzdem war er selbst davon überzeugt, damit die Wahrheit erkannt zu haben."

Platon setzte sich für Ethik und Philosophie in der Politik ein und gründete eine Akademie, die als Vorläufer moderner Universitäten gilt und auf die der heutige Begriff Akademiker zurückgeht. Erst im Laufe der Geschichte zeigte sich, welch geniale Denker die antiken Philosophen waren. "Durch den menschlichen Forscherdrang gibt es immer wieder neue Erkenntnisse und Wahrheiten und das wird auch immer so bleiben", sagt Krafft. 

Christina Merkel

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