Samstag, 17.04.2021

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Ein "super Abend" für die heimischen FC-Bayern-Fans

Nach dem Champions-League-Sieg schwärmen die Fanclub-Chefs Helmut Aurnhammer und Heiko Rachinger - 25.08.2020 09:25 Uhr

Helmut Aurnhammer von den Red Dogs Stopfenheim mit den Tickets der Champions-League-Endspiele 2010, 2012 und 2013, bei denen er live im Stadion war. Diesmal musste er am Fernseher zuschauen.

24.08.2020 © Foto: Uwe Mühling


Für die Fans, das ist klar, war das 1:0 gegen Paris Saint-Germain kein Finale, wie man es sonst gewohnt ist. Niemand durfte live im Stadion dabei sein. Auch großes Public Viewing war in Corona-Zeiten kein Thema. Gemeinsam geschaut wurde zwar in mancher Kneipe – vor allem im Weißenburger Pips war viel los –, meistens aber eher in privater Runde. So war es auch bei Helmut Aurnhammer, dem Vorsitzenden der Red Dogs Stopfenheim. Er war in seinem Heimatort mit rund 20 weiteren Bayern- und Fußball-Fans zu Gast im Fernsehkeller von Feuerwehr-Kommandant Markus Meyerhöfer und jubelte am Ende mit seinen Bayern.

Starke Saison gekrönt

"Einwandfreie Sache, ich finde das war ein verdienter Bayern-Sieg", stellte Aurnhammer gegenüber unserer Zeitung fest. Der Erfolg gegen den französischen Meister um Trainer Thomas Tuchel und Weltstar Neymar war für den Red-Dogs-Chef nicht nur ein "super Abend", sondern zugleich die Krönung einer insgesamt sehr starken FC-Bayern-Saison.


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Noch im vergangenen Herbst hatte es nicht danach ausgesehen, doch dann kam mit dem Trainerwechsel – Niko Kovac musste gehen, Hansi Flick übernahm – die große Wende. Auch für Aurnhammer hat der neue Bayern-Coach einen riesigen Anteil am Dreifach-Triumph. "Das ist schon Wahnsinn mit dem Hansi Flick. Er übernimmt das Traineramt und wird auf Anhieb gleich Triple-Sieger. Er wird auf jeden Fall in die Geschichte des FC Bayern eingehen", schwärmt der Vorsitzende der Red Dogs, die mit 5390 Mitgliedern zu den weltweit größten Fanclubs des nunmehr sechsmaligen europäischen Champions zählen.

Einziges und zugleich großes Manko war aus Sicht von Aurnhammer, dass keine Zuschauer dabei sein konnten. "Ohne Fans und Zuschauer ist das schon schade. Die ganze Atmosphäre gehört einfach dazu", findet der 70 Jahre alte Stopfenheimer.

Schon drei Finals im Stadion erlebt

Für ihn war es auch ungewohnt, ein derartiges Highlight nicht live zu erleben. Sowohl 2010 beim Finale gegen Inter Mailand in Madrid als auch 2012 beim "Finale dahoam" in München gegen den FC Chelsea (beide gingen verloren) und schließlich beim gewonnenen Endspiel 2013 in der Londoner Wembley-Arena gegen Borussia Dortmund war Helmut Aurnhammer live im Stadion dabei. Und mit ihm etliche weitere Bayern-Fans aus der Region.

 


Hier gibts Bilder vom Finale

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Das war diesmal aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen "Geisterspiele" nicht möglich. Letzter Stadionbesuch war für die Red Dogs am 8. März beim Bundesliga-Derby gegen Augsburg, bei dem die Bayern zugleich ihr 120-jähriges Bestehen mit den Fans gefeiert haben. Seither können die Red Dogs Spiele nur im Fernsehen verfolgen. Wie es weitergeht, weiß auch Helmut Aurnhammer nicht. Das jährliche Schreiben im Sommer zu Verlängerung oder etwaigen Änderungen seiner Dauerkarte hat er jedenfalls noch nicht bekommen. "Klar", sagt der weit gereiste Sportfan, "die Bayern hängen, was die Zuschauerfrage anbelangt, ebenfalls in der Luft."

Kaum zu glauben, 8:2: Die Vorstände Heiko Rachinger (links) von den Dettenhamer Rezatbombern und Erhard Witt von den Red Wood Cats Otting beim Viertelfinale in Barcelona.

24.08.2020 © Foto: Uwe Mühling


Auch für die "Dettenhamer Rezatbomber" ist derzeit nicht absehbar, wann sie wieder ins Stadion nach München fahren dürfen. Der Vorsitzende Heiko Rachinger verfolgte die Partie bei sich zu Hause in Weimersheim. Im Vorfeld hatte er "eine ganz, ganz enge Kiste" erwartet und die sollte es dann auch werden rund um Kingsley Comans goldenes Tor in der 59. Minute.

Sehr aufregend

"Es war sehr aufregend, ich habe an den Fingernägeln gekaut und ich dachte, mich zerreißt es" erzählt Rachinger. In den letzten zehn Minute musste er aus dem Raum gehen, weil er es nicht mehr aushielt. In der 93. Minute kehrte er zurück. Bald darauf war Abpfiff, der Rest Jubel. "Es war einfach total faszinierend", findet der Chef der Rezatbomber, die 187 Mitglieder zählen und vieles gemeinsam mit ihrem Paten-Fanclub, den Red Wood Cats in Otting, unternehmen. Im dortigen Vereinsheims guckten etliche Anhänger beider Fanclubs am Sonntagabend gemeinsam.

Heiko Rachinger blieb daheim und wird diesen Abend wie alle Bayern-Anhänger wohl nie vergessen. Der 50-Jährige arbeitet beruflich als Busfahrer bei der Firma Rombs und steuert somit auch regelmäßig den Fanbus aus Mittelfranken/Nordschwaben zum Stadion. Ein Highlight war für ihn 2016 das DFB-Pokalfinale in Berlin. In der Champions League hat es bislang noch nicht mit einem Final-Besuch geklappt. "Aber wir hoffen natürlich darauf", sagt Heiko Rachinger.

 

 

 

UWE MÜHLING

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