Produkte & Nachhaltigkeit

Entlarvt? Foodwatch sucht nach der dreistesten Werbelüge des Jahres

18.11.2021, 17:00 Uhr
Ein Einkaufswagen mit Lebensmitteln: Alles echt Bio? 

Ein Einkaufswagen mit Lebensmitteln: Alles echt Bio?  © Julian Stratenschulte, NZ

Haben Sie gewusst, dass es sich beim Alaska-Seelachs eigentlich um einen Dorsch handelt? Der Trick mit dem "Lachs" im Markennamen ist zwar uralt aber für die Lebensmittelindustrie leider noch immer ein Gewinnbringer. So wie etliche andere Joghurt-, Müsli- oder Tee-Mogelpackungen. Rund um Nahrungsmittel wird beschönigt und getäuscht, was das Zeug hält.

Ganz genau schaut Foodwatch in diesem Jahr auf Herstellermarken, die mit zweifelhaften Nachhaltigkeitsversprechen werben. Die Frage, die dabei immer häufiger aufkommt: Welche Lebensmittel sind gut für Mensch und Umwelt? Dem gegenüber stehen irreführende und teilweise falsche Nachhaltigkeitsversprechen der Lebensmittelindustrie, die Verbraucher und Verbraucherinnen hinters Licht führen.

Slogans können in die Irre führen. So wirbt zum Beispiel der Danone-Konzern mit klarem Volvic Quellwasser, das "klimaneutral zertifiziert" sei. Für Foodwatch steht fest, das Wasser, dass über Hunderte von Kilometern von A nach B transportiert und in Plastikflaschen abgefüllt wird, nichts mit Klimaneutralität zu tun hat.

Der Konzern bestreitet den Vorwurf von Foodwatch jedoch. Volvic verwende recycelbare PET-Einwegpfandflaschen, die - bis auf Deckel und Etikett - zu 100 Prozent aus Altplastik bestehen würden. Außerdem ziele die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens darauf ab, regionales Mineralwasser auf möglichst kurzen Transportwegen zu vertreiben. Für regionales Mineralwasser, seien wiederbefüllbare Glasfalschen dann natürlich die umweltschonendere Variante, räumt das Unternehmen ein.

Öffentlichkeit soll abstimmen

Unter die Top-Drei-Produkte fallen auch die Kaffeekapseln von Darboven. Die Kapsel-Variante Mövenpick Green Cap ist zwar kompostierbar - allerdings gibt es da ein Problem: Denn "quasi die gesamte Abfall-verarbeitende Industrie lehnt kompostierbares Plastik in der Biotonne grundsätzlich ab", so Foodwatch. Dass Verbraucher und Verbraucherinnen der Umwelt durch den Kauf von Green Cap Kapseln also einen Gefallen tun, ist schlichtweg falsch.

Tatsächlich können sich wirklich gesunde und nachhaltige Nahrungsmittel positiv auf Mensch und Klima auswirken. Umso wichtiger sei es, so Foodwatsch Mitarbeiter Wiemann, Klima- und Umweltwerbung auf unökologischen Produkten zu stoppen.

In den kommenden Wochen soll die Öffentlichkeit auf goldener-windbeutel.de abstimmen, welchen Werbeclaim sie für den unehrlichsten hält.

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