Lebensmittel-Check

Gesund und aus der Region: Chinakohl steht im Winter hoch im Kurs

26.1.2022, 09:18 Uhr
Der Chinakohl ist hierzulande längst fester Teil unseres Speiseplans, er kann auch während des Winters kultiviert werden. Das Gemüse, das vermutlich aus Rüben und Pak Choi entstanden ist, ist ein wahres Powerbündel – in ihm steckt nicht nur viel Vitamin C, sondern auch Senföle und sekundäre Pflanzenstoffe.

© pixabay Der Chinakohl ist hierzulande längst fester Teil unseres Speiseplans, er kann auch während des Winters kultiviert werden. Das Gemüse, das vermutlich aus Rüben und Pak Choi entstanden ist, ist ein wahres Powerbündel – in ihm steckt nicht nur viel Vitamin C, sondern auch Senföle und sekundäre Pflanzenstoffe.

Wenn ein Gemüse schon einen Namen trägt wie "Zahn des weißen Drachen", dann kann sich dahinter wohl nur etwas sehr Edles verbergen: Die Rede ist von der in Deutschland kultivierten Chinakohlsorte, einem Wintergemüse.

Vermutlich aus einer Kreuzung von Speiserüben und Pak Choi entstanden, wurde das Gemüse bereits im fünften Jahrhundert nach Christus in China angebaut. Fünfhundert lange Jahre musste es dann allerdings dauern, bis der Chinakohl zunächst seinen Weg nach Korea und Japan fand. Und erst seit dem 20. Jahrhundert wird das Kohlgemüse auch in Europa kultiviert.

Vielseitigkeit

"Das besondere am Chinakohl ist, dass er so ungewöhnlich unkompliziert zuzubereiten ist", weiß Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern. Im Gegensatz zu anderen Kohlsorten ist das Gemüse nämlich auch nach kurzer Kochzeit schon weich. Vor allem in der asiatischen Küche ist Chinakohl so nahezu ein 'Basis-Gemüse' – ob eingelegt, im Wok angebraten oder in der Nudelsuppe gekocht.

Und auch zum Resteverwerten eignet sich das Wintergemüse: "Ich koche Chinakohl am liebsten, wenn ich noch Reis vom Vortag übrig habe", verrät Daniela Krehl. Gedünstet und mit Sojasause verfeinert lässt sich so schnell eine Reispfanne zubereiten. Einen kleinen Nachteil hat das Kochen des Gemüses aber: Denn in Chinakohl steckt eigentlich reichlich Vitamin C. "100 Gramm Chinakohl decken schon ein Viertel unseres täglichen Bedarfs", so Krehl. Und Vitamin C ist empfindlich gegen Hitze. Wem eine optimale Vitaminzufuhr also wichtig ist, der kann Chinakohl auch roh genießen – etwa in Salaten. Am besten lagert man das Gemüse, übrigens, im Kühlschrank.

Gesundheit

Stärkend für unser Immunsystem wirken im Chinakohl neben Vitamin C auch Senföle und sekundäre Pflanzenstoffe. Letztere haben sogar eine krebsvorbeugende Wirkung, sie schützen die Zellen vor schädlichen Einflüssen, erklärt Expertin Krehl.

Zudem steckt in diesem Gemüse reichlich Folsäure, die das Herz-Kreislaufsystem stärkt, und vor allem in der Schwangerschaft für Mutter und Kind besonders gesund ist. Und auch wenn es sich bei diesem Wintergemüse um eine Kohlart handelt, ist sie durch die zarte Blattstruktur und den geringen Strunk-Anteil dennoch wesentlich bekömmlicher als andere Kohlarten.

Ökobilanz

Das Institut für Umwelt und Energie in Heidelberg hat in einer Studie den ökologischen Fußabdruck sämtlicher Nahrungsmittel untersucht. Alle Treibhausgasemissionen, die an Produktion, Verarbeitung und allen damit verbundenen Transportwegen beteiligt sind, wurden in ein CO2-Äquivalent umgerechnet. 130 Gramm dieses CO2-Äquivalents stecken hinter einem Kilogramm Chinakohl.

"Das ist eine gute Bilanz", erklärt Daniela Krehl. Chinakohl schneidet hier auch deswegen passabel ab, weil er in Deutschland inzwischen zu den heimischen Gemüsesorten zählt und vor allem in Bayern und Nordrheinwestfalen angebaut wird. Die Ernte ist in Deutschland von Juli bis Februar, jetzt im Winter ist das Gemüse also regional und saisonal erhältlich.


Gesund und aus der Region: Chinakohl steht im Winter hoch im Kurs

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Zum Ausprobieren: Kimchi

Für vier Gläser Kimchi, also fermentierten Chinakohl, à 500 Milliliter werden benötigt:

2 Kilogramm Chinakohl, 120 Gramm Salz, 6 Knoblauchzehen, 40 Gramm Ingwer, 3 Esslöffel Fischsauce (alternativ gehen auch Apfelessig oder Sojasauce), 50 Gramm Zucker, 2 Esslöffel Chilipulver und 2 Esslöffel Sesamsamen.

Was zu tun ist:

Den Chinakohl gut waschen, den Strunk entfernen und die Blätter in grobe Stücke schneiden. Diese dann Schicht für Schicht in eine große Schüssel legen und die einzelnen Lagen (inklusive der obersten) mit Salz bestreuen.

Das Ganze rund vier Stunden lang ruhen und ziehen lassen. Die Chinakohlblätter können dann gründlich abgebraust und abgetropft werden.

Anschließend den Knoblauch und den Ingwer schälen, in Stücke schneiden und mit der Fischsauce zu einer feinen Paste pürieren. Den Zucker und das Chilipulver untermischen. Die entstehende Paste dann mit den Sesamsamen und dem Kohl vermengen. Abschließend alles in Gläser füllen, mit der Salzlake von vorhin bedecken und gut verschließen.

Die ersten Tage kann das Kimchi bei Raumtemperatur fermentieren, dann hält es sich am besten im Kühlschrank. Und passt als leicht scharf-pikante Beilage zu allen kalten und warmen Speisen!

Mehr Informationen in unserer Rubrik Essen und Trinken!

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