HCE-Profi steht im DHB-Kader

Firnhaber für Deutschland: Plötzlich Routinier

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Peter Schulze-Zachau

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4.11.2021, 06:00 Uhr
Zum Verzweifeln: In der Liga schwanken der HCE und Sebastian Firnhaber zwischen Top-Leistungen und weniger guten. Im Nationalteam will der Erlanger nun den Kopf freibekommen.

Zum Verzweifeln: In der Liga schwanken der HCE und Sebastian Firnhaber zwischen Top-Leistungen und weniger guten. Im Nationalteam will der Erlanger nun den Kopf freibekommen. © imago images/EIBNER/Eckehard Schulz

Ein bisschen muss Sebastian Firnhaber schmunzeln, während er über seine neue Rolle in der deutschen Handball-Nationalmannschaft spricht. Es ist ja auch durchaus skurril: Noch im Januar war Firnhaber, hauptberuflich Kreisläufer beim HC Erlangen, der Neue im Kreise des DHB-Teams. Die Austragung einer Weltmeisterschaft im Hochrisikogebiet Ägypten war zu Jahresbeginn dem ein oder anderen arrivierten Nationalspieler nicht sicher genug, Firnhaber gab das einigermaßen unverhofft die Chance, sein Heimatland sportlich zu vertreten.

Nun ist Düsseldorf kein Hochrisikogebiet und dennoch sind auch beim seit Montag laufenden Lehrgang des Deutschen Handball-Bundes wieder einige arrivierte Nationalspieler nicht dabei. Bundestrainer Alfred Gislason wagt nach den enttäuschenden Olympischen Spielen einen echten Neuanfang, er hat Firnhaber nominiert, Kai Häfner und Silvio Heinevetter aber beispielsweise nicht. Steffen Weinhold und Uwe Gensheimer sind nach ihren Rücktritten auch nicht mehr dabei, der Kieler Hendrik Pekeler erbat sich eine Pause. Sogar zwei Zweitligaprofis bereiten sich am Rhein auf die beiden Test-Länderspiele am Freitag (20.15 Uhr/Sport1) und Sonntag (15 Uhr/ZDF) gegen Portugal vor.

"Ich bin hier jetzt der Fünftälteste", rechnet Firnhaber (27) vor und spricht auch genauso weiter: "Ich versuche, meine Erfahrung weiterzugeben und den Neulingen zu helfen." Mit einem Neuling, Hendrik Wagner von den Eulen Ludwigshafen, teilt sich der Erlanger ein Zimmer. Firnhaber weiß jedoch, dass er Wagner auch deshalb an die Hand nehmen darf und soll, weil Patrick Wiencek - ebenfalls hauptberuflich Kreisläufer, aber in Kiel - aus familiären Gründen abgesagt hat. "Auf der Position im Innenblock sind halt viele gute Spieler in Deutschland vorhanden. Es gilt dann einfach, sich in dem Lehrgang zu empfehlen für weitere Aufgaben", sagt Firnhaber, der den Tapetenwechsel nach einem wechselhaften Saisonstart mit dem HCE als durchaus "angenehm" empfindet. "Es ist immer auch gut, mal was anderes zu sehen. Zu sehen, wie andere Taktik interpretieren. Ich bin ja trotzdem nicht der alte Hase, der alles schon gesehen hat."

Vorangehen in der Nationalmannschaft, das muss Firnhaber noch nicht, dafür gibt es dann noch ein paar Leute, die länger dabei sind. Johannes Golla zum Beispiel, der neue Kapitän und einer dieser vielen guten Innenblock-Spieler. Firnhaber nimmt sich darum vor, im deutschen Trikot "auch mal befreiter was auszuprobieren", ohne den ganz großen Druck.

Der ist im Verein zuletzt gestiegen, Platz 13 nach neun Spieltagen ist eine Momentaufnahme, mit der sie nicht wirklich zufrieden sind in Erlangen. "Das will keiner bei uns. Es geht jetzt darum, in den nächsten Spielen, die anstehen, zu zeigen, dass wir klettern wollen", sagt Firnhaber. Er wird vorangehen. Das ist seine Aufgabe.

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