Staatsanwaltschaft ermittelt

Pflege-Skandal in Heim? 88-Jährige soll schwer misshandelt worden sein

Tobi Lang

Redakteur

E-Mail zur Autorenseite

31.5.2022, 11:08 Uhr
Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ermittelt nach einem Zwischenfall in einem Seubersdorfer Pflegeheim. 

© Paul Zinken, dpa Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ermittelt nach einem Zwischenfall in einem Seubersdorfer Pflegeheim. 

Was in jener Nacht in der Oberpfalz passierte, ist unklar - die Vorwürfe aber wiegen schwer. Wie die Mittelbayerische Zeitung berichtet, soll es in einem Altenheim in Seubersdorf zu schweren Misshandlungen durch einen Pfleger gekommen sein. Der Mann, heißt es, habe eine 88-Jährige "grob in einen Rollstuhl gewuchtet" und sie im Keller der Einrichtung auf dem "Fußboden hin und her geschleift". Danach soll der mutmaßliche Täter die Seniorin beschimpft und "als dumm hingestellt" haben.

"Es ist richtig, dass ermittelt wird", erklärt Antje Gabriels-Gorsolke, Oberstaatsanwältin und Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. "Weitere Auskünfte erteilen wir aber nicht, um die Ermittlungen nicht zu gefährden." Das Verfahren steht offenbar noch am Anfang. Es habe aber bereits erste Vernehmungen und eine Hausdurchsuchung in der betroffenen Einrichtung gegeben.

Heim will Ermittlungen "vollumfänglich unterstützen"

Dem Bericht der Mittelbayerischen Zeitung zufolge soll der Übergriff kein Einzelfall gewesen sein. Eine Frau soll erst kalt geduscht und wenig später bei kühlen Temperaturen auf die Terrasse gestellt worden sein, teilweise würden Bewohnern die Notfallglocken abgenommen werden, um den Nachtdienst nicht zu stören. Belegen lassen sich die Vorwürfe zunächst nicht.

Gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung bestätigt eine Sprecherin der Korian Deutschland GmbH, dass der Pfleger inzwischen suspendiert worden sei und die Einrichtung nicht mehr betreten dürfe. Das Unternehmen betreibt das Altenheim in der Oberpfalz. "Mit großer Bestürzung haben wir von diesen Anschuldigungen gegen einen unserer Mitarbeiter erfahren", sagte die Sprecherin der Mittelbayerischen. "Die laufenden Ermittlungen unterstützen wir vollumfänglich und stehen den Behörden Rede und Antwort."