Drohen Klagen? Bayern lässt Fitnessstudios dicht - öffnet aber Gastro, Kultur und Kinos

Stefan Zeitler

Online-Redaktion

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4.5.2021, 13:54 Uhr

Darauf haben so viele Unternehmer und Branchen sehnlich gewartet: Bayern erwacht ganz langsam wieder aus dem monatelangen Corona-Shutdown. So dürfen ab Montag, 10. Mai, nun offiziell Bereiche wie die Gastronomie, die Kultur oder Kinos wieder öffnen. Nur, wenn bestimmte Inzidenzwerte erreicht sind – zudem müssen Hygiene-, Masken- und Abstandsregeln eingehalten werden. Aber immerhin: Es ist ein zarter Lichtblick für viele Branchen. Nicht wenige sind seit Beginn des zweiten Lockdowns im November komplett dicht.

Sogar der Tourismus darf nun wohl aufatmen: Laut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gibt es auch hier Pläne, diesen Bereich langsam und vorsichtig wieder zum Leben zu erwecken.


In Nürnberg steht der größte Outdoor-Fitness-Park der Region


Ein Satz, der beinahe fast beiläufig fiel, dürfte jedoch für große Kritik in den kommenden Tagen sorgen. "Bei Fitnessstudios gibt es noch keine Bewegung" – erklärte Söder auf die Nachfrage eines Journalisten, ob auch dieser Bereich auf Öffnungen hoffen könne. Heißt im Klartext: Fitnessstudios in Bayern werden auch weiter vorerst komplett geschlossen bleiben.

Dabei fällt auf: Auch hier weicht der Freistaat von der bundeseinheitlichen Regelung ab: Laut Gesetz wäre es theoretisch möglich, auch diesen Bereich ab einer Inzidenz von unter 100 unter Auflagen zu öffnen – doch Bayern geht den harten Weg. Ähnlich wie bei der Ausgangssperre: Während die Bundesnotbremse auch alleinige Spaziergänge oder Joggen bis Mitternacht erlaubt, muss man dafür in Bayern bis spätestens 22 Uhr zuhause sein.

Man könne aktuell ja trotzdem sportlichen Aktivitäten nachgehen – etwa durch Joggen, oder, indem man sich sein eigenes Workout plane. Das alles sei ja ohne rechtliche Probleme erlaubt, rechtfertigte Söder diese Entscheidung. Für Betreiber von Fitnessstudios wird diese Begründung aber nur wenig bis gar nicht befriedigend sein. Nicht auszuschließen, dass nun vereinzelt gegen diese Entscheidung geklagt wird – dies war in der Vergangenheit bereits der Fall. In Nürnberg wurde man in der Not zudem kreativ: So wurde ein Outdoor-Fitnessstudio kürzlich eröffnet.

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