Königsklasse im Max-Morlock-Stadion

Champions-League-Fußball in Nürnberg? Die finale Entscheidung ist gefallen

sde

18.7.2024, 21:16 Uhr
Womöglich könnte das Nürnberger Max-Morlock-Stadion schon bald Austragungsort eines Champions-League-Spiels sein.

© imago images/Imagebroker Womöglich könnte das Nürnberger Max-Morlock-Stadion schon bald Austragungsort eines Champions-League-Spiels sein.

"Die Meister, die Besten, les grandes équipes, the champions." Das wohl reputabelste Lied, das der Weltfußball kennt, könnte in der kommenden Saison auch im Nürnberger Achteck erklingen - allerdings aus einem traurigen Grund: Das ukrainische Top-Team Dynamo Kiew sucht nach einem Austragungsort für seine Spiele in der Königsklasse, da es aus Sicherheitsgründen durch den Krieg derzeit nicht im heimischen Stadion spielen kann. Deshalb zog der Hauptstadt-Klub unter anderem das Max-Morlock-Stadion als potenziellen Auswahlort in Erwägung.

Inzwischen herrscht Gewissheit: Dynamo Kiew, das sich erst über die Qualifikation den Teilnehmer-Platz für die Königsklassen-Saison 2024/25 sichern muss, wählte für das Duell mit Partizan Belgrad einen anderen Spielort aus. Das Heimspiel der zweiten Qualifikationsrunde findet am kommenden Dienstag in Lublin statt. Das teilte der Verein auf seiner Website mit. Die Entscheidung fiel aus ganz pragmatischen Gründen: Erstens ist der Reiseaufwand in die ostpolnische Stadt weitaus geringer, als wenn das Spiel in Nürnberg ausgetragen worden wäre. Und zweitens ist auch das finanzielle Risiko deutlich niedriger.

Aber: Sollte sich der ukrainische Hauptstadt-Klub letztlich tatsächlich für die Champions League qualifizieren, ist das Nürnberger Max-Morlock-Stadion weiterhin eine Option für die "Heimspiele", vor allem, wenn Dynamo attraktivere Gegner zugelost bekommt. Wenn möglicherweise Granden des europäischen Fußballs die Zuschauer in die Stadien locken würden, hat das Nürnberger Achteck mit seinem Fassungsvermögen für 50.000 Zuschauer natürlich deutlich bessere Karten als die Arena Lublin, welche mit 15.500 Plätzen eher mit dem Jahnstadion Regensburg vergleichbar ist. In Nürnberg darf man also die Qualifikationsspiele der Ukrainer gespannt verfolgen - und weiterhin von der Königsklasse träumen.

Darum kommt Nürnberg als Spielort in Betracht

Bereits vor der laufenden Saison 2023/24 gab es "Überlegungen in diese Richtung", bestätigte Daniell Westgate, Pressesprecher beim 1. FC Nürnberg, auf Nachfrage unserer Redaktion: "Die Stadion Nürnberg Betriebs-GmbH kam im März (2023, Anm. d. Red.) frühzeitig mit der Frage auf uns zu, ob im Fall der Fälle Unterstützung durch den 1. FC Nürnberg möglich wäre. Diese Frage haben wir bejaht". Letztendlich verpasste Kiew aber den Einzug in den internationalen Wettbewerb. "Bei möglichem Erfolg in der ukrainischen Liga werden wir wieder miteinander reden. Abhängig auch vom Verlauf des Krieges", konstatierte Stadion-Pressesprecher Sven Michel damals bei "Infranken".

Dass das Max-Morlock-Stadion aber überhaupt als Ersatzspielort in Betracht gezogen wird, ist kein Zufall. "Grundsätzlich ist Nürnberg in unseren Augen aus geographischer, fußballhistorischer und kultureller Sicht hervorragend als Austragungsort geeignet. Für die Infrastruktur gilt das Gleiche", erklärte FCN-Pressesprecher Westgate. Als nicht vereinsgebundenes, UEFA-taugliches Stadion kommt das Nürnberger Achteck also für Königsklassen-Spiele in Frage.

Der 1. FC Nürnberg selbst könne laut Westgate bei diesem Unterfangen in Sachen "Manpower, organisatorische Hilfe und Begleitung beim Ticketing" unterstützen. Auch die Stadtspitze und die Behörden seien durch Bürgermeister Christian Vogel (SPD) informiert gewesen und hätten zugestimmt, ihre Hilfe anzubieten.

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