Samstag, 23.01.2021

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Cupra Formentor: Schön schnell

310 PS und Allradantrieb – Start noch im Oktober – Preis ab 42.954 Euro - Plug-in-Hybride in Sicht - 11.10.2020 12:29 Uhr

Cupra Formentor: Der Crossover-Mix aus Coupé und SUV wurde eigens für die sportliche Seat-Tochter entwickelt.

11.10.2020 © Hersteller


Zumindest dem Umfeld von Mattias Ekström muss keiner mehr erklären, was es mit Cupra auf sich hat. Der zweifache DTM-Champion unterstützt die spanische Sport-Marke, wenn es um Belange wie Fahrwerksabstimmung geht. Seine Kids bringt er im Cupra Ateca zur Schule; dann, sagt Ekström, habe er den neugierigen Eltern stets einiges zu erzählen.

Dass Cupra die sportliche Tochter von Seat ist, hat sich aber auch anderweitig schon herumgesprochen. Stolz verweist Seat-Deutschland-Chef Bernhard Bauer auf die zweistellige Wachstumsrate von 29 Prozent, die sich – der Corona-Malaise zum Trotz – in diesem Jahr ergeben hat.

Der Hundertprozentige

Bislang bestand das Portfolio aus dem Cupra Leon und dem Kompakt-SUV Cupra Ateca, beides veredelte Modelle aus dem Seat-Stall. Jetzt folgt der erste eigenständige Vertreter der Marke: "Der Formentor", sagt Seat-Chef Wayne Griffiths, "ist unser erster hundertprozentiger Cupra".

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Cupra Formentor: Starkes Stück aus Spanien

Cupra - so hießen früher die sportlichen Modelle von Seat. Seit 2018 ist Cupra eine eigene Marke, deren Portfolio bislang den Cupra Leon und den Cupra Ateca umfasste. Der Formentor ist der erste eigenständige Cupra: Ein Crossover-Mix aus Coupé, SUV und einer Prise Sportwagen. Zum Start fährt der Formentor mit 310 PS vor, nicht ganz so leistungsstarke Benziner und Diesel folgen, ebenso wie zwei Plug-in-Hybride.


Charakterisiert wird der Formentor als "CUV", was auch phonetisch den konzeptionellen Mix aus Coupé und SUV transportieren soll. Ein veritabler Hingucker ist der 4,45 Meter lange Spanier, mutig im Design, mit entschlossenen Gesichtszügen, scharf ins Blech gepressten Bügelfalten, ausgestellten Radhäusern und einem durchgehenden Leuchtenband am Heck. Als Basis dient die MQB-Evo-Plattform des Volkswagen-Konzerns; der Name Formentor wurde gemäß Seat-Tradition in Anlehnung an eine spanische Region gewählt, in diesem Fall handelt es sich um eine Halbinsel im Norden der Balearen-Insel Mallorca.

Hier hat er den Namen her: Formentor, so heißt eine Halbinsel im Norden Mallorcas.

11.10.2020 © Hersteller


Vor Mallorca hat sich die Corona-Barriere herabgesenkt, unsere ersten Testfahrten mit dem Formentor finden im Umland von München statt. Das Cupra-CUV empfängt mit Im Schönes Detail: Der Kfz-Schlüssel passt genau in eine der Ablageflächen auf der Mittelkonsole. Weniger schön: Die Slider zum Einstellen von Lautstärke und Temperatur, sie haben uns schon am neuen Golf 8 nicht gefallen und zur Erkenntnis geführt, dass der gute alte Knopf oft die beste Lösung ist.

Kupfer kommt gut

Als Signaturfarbe hat Cupra einen Kupferton erwählt, außen haben wir ihn schon an Logo und Rädern vorgefunden, innen wiederholt er sich an Ziernähten und diversen Deko-Elementen. Das passt gut zum Basis-Schwarz der Inneneinrichtung und zum Herbstlaub, das der oberbayerische Oktober dem Formentor während unserer Probefahrt an die Windschutzscheibe klebt.

Edel und aufgeräumt: Formentor-Innenleben mit kupferfarbenen Details.

11.10.2020 © Hersteller


Unser Testwagen verkörpert das Sportlichste, was die Baureihe derzeit zu bieten hat. Der Zweiliter-Vierzylinder-Turbo mit Direkteinspritzung ist aus dem VW Tiguan R bekannt, im Formentor mobilisiert er satte 228 kW/310 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern. Serienmäßig werden die Antriebskräfte über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an alle vier Räder verteilt. “VZ“ heißt das Gütesiegel der Formentor-Performance-Modelle, die Abkürzung steht für "veloz" und somit für "schnell".

Weder haben wir auf den schmalen Sträßchen zwischen Freising und Allershausen die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ausprobiert noch wollten wir der Wahrhaftigkeit des 0-auf-100-Sprint binnen 4,9 Sekunden nachspüren. Dass im Off eine enorme Schubkraft lauert, war dennoch bei jedem Tritt aufs Gaspedal festzustellen, bei aller Power bleibt der Turbo dabei kultiviert und unauffällig geräuscharm.

Kann auch laut

Zumindest solange, bis der "Sport"- oder gar der "Cupra“-Modus aktiviert wird. Das Scharfstellen von Lenkpräzision, Gasannahme oder Adaptivfahrwerk begleitet dann ein bassig bollerndes Grollen, das zumindest in geschlossenen Ortschaften eher nicht gesellschaftsfähig ist. Herablassend bellt der Formentor den betagten Traktor an, den wir auf unserer motivierten Landstraßenfahrt überholen, finster blickt uns der Landmann nach, wir schalten lieber zurück in den Normal-Modus und gleiten auch akustisch gelassen über den Asphalt.

Keine Spur von Seat: Cupra hat sein eigenes Logo.

11.10.2020 © Hersteller


Denn auch das kann der Formentor: So sportlich er den Kurvenslalom meistert, so bemerkenswert komfortabel agiert er dabei. Diesen Spagat schafft nicht jeder.

Noch einmal zu den Fahrmodi: Im Formentor ist Daumendrücken angesagt – rechts auf dem Lenkrad, um den Startknopf zu betätigen, links auf dem Lenkrad, um die Fahrprogramme zu verändern, zu denen auch eines fürs Gelände und der "Individual"-Modus gehören.

Rettet den Führerschein

Bei 310 PS in der Hinterhand besteht schon mal die Gefahr, über die erlaubte Geschwindigkeit hinauszuschießen. Ein sehr sinnvolles Detail ist da der rote Pfeil, der das aktuelle Tempolimit auf dem Tacho kennzeichnet und jedes Überschreiten durch einen roten Balken sichtbar macht. Der erwartungsvolle VW Caddy am Wegesrand bekommt jedenfalls keine Gelegenheit, uns mit einem roten Blitz heimzuleuchten. Davon abgesehen, weiß der Formentor mithilfe der Navi-Daten um bevorstehende Ortseinfahrten oder sonstige Geschwindigkeitsbeschränkungen, beizeiten empfiehlt er uns, den "Fuß vom Gas" zu nehmen.

Das hilft dann auch beim Spritsparen, wobei der Normverbrauch von 7,7 l/100 km in der Praxis wohl eher nicht zu halten ist. Am Ende unserer eher moderaten Testfahrt bilanzierte der Bordcomputer 8,7 l/100 km, bei fordernder Fahrweise dürfte mit zweistelligen Werten zu rechnen sein.

Fängt sportlich an: Zum Einstieg gibt es den Formentor als 310 PS starkes und allradgetriebenes "VZ"-Topmodell.

11.10.2020 © Hersteller


Doch den Formentor wird es auch unterhalb der 300-PS-Grenze und mit Frontantrieb geben. Fürs Jahresende kündigt Produktchef Johannes Fleck den Basis-Benziner mit 110 kW/150 PS an, weitere Benziner werden 140 kW/190 PS und 180 kW/245 PS leisten. Ab Frühjahr tut ein 110 kW/150 PS starker Diesel Dienst im Formentor. Und bereits Anfang 2021 fahren zwei Plug-in-Hybride vor, einer – analog zum Golf e-Hybrid - mit 150 kW/204 PS Systemleistung und einer (siehe Golf GTE) mit 180 kW/245 PS. Die elektrische Reichweite soll bei mindestens 50 Kilometern liegen.

Ein Preis wird bislang nur für den von uns gefahrenen Top-Formentor VZ mit 310 PS genannt: 43.953 Euro kostet er, zur Serienausstattung gehören unter anderem das beheizbare Multifunktions-Lenkrad, 12-Zoll-Navi, Klimaautomatik, Rückfahrkamera, LED-Scheinwerfer, Adaptiv-Fahrwerk und ein umfassendes Fahrassistenzpaket.

Da kommt noch was

Mit der sportlichen Tochter Cupra hegt Seat-Chef Griffiths auch künftig ambitionierte Pläne. Der Absatz soll sich 2021 verdoppeln, die Hälfte des Zuwachses aufs Konto des Formentor gehen. In etwa einem Jahr wird die Marke zudem ein rein elektrisches Modell aufweisen, den Cupra El Born aufweisen. Mattias Ekström dürfte noch viel zu erzählen haben.

Ulla Ellmer

Cupra Formentor in Kürze:

Wann er kommt: Erste Auslieferungen im Oktober 2020

Wen er ins Visier nimmt: VW Tiguan R, Audi SQ2 Mercedes-AMG GLA 35, BMW X2 M35i

Was ihn antreibt: Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 228 kW/310 PS

Was er kostet: Ab 43.953 Euro

Was noch folgt: Benziner mit 110 kW/150 PS, 140 kW/190 PS und 180 kW/245 PS. Diesel mit 110 kW/150 PS. Plug-in-Hybride mit 150 kW/204 PS und 180 kW/245 PS

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