Vollhybrid-Crossover

Honda HR-V: Elektrisch ohne Ladestopp

28.10.2021, 18:15 Uhr
Den Honda HR-V gibt es ausschließlich als Vollhybriden mit der Zusatzbezeichnung

Den Honda HR-V gibt es ausschließlich als Vollhybriden mit der Zusatzbezeichnung "e:HEV". © Hersteller

Kompakt bleibt er auch in neuer Version, der Honda HR-V. Für die stadt- und parkplatzfreundlichen Maße sorgt eine Außenlänge von 4,34 Metern, dies garniert mit mehr Bodenfreiheit und einer erhöhten Sitzposition. Die Zusatzbezeichnung „e:HEV“ meint einen „Full-Hybriden ohne Stecker“, wie Ko Yamamoto, der technische Leiter der deutschen Honda-Importzentrale, erklärt. Warum die Japaner nicht auf einen Plug-in-Hybriden mit extern aufladbarer Batterie setzen, wird nicht ganz klar, denn den Käufern entgeht so die staatliche Förderung. Im Falle des Hybrid-HR-V können Kunde und Kundin somit keine Abzüge vom Verkaufspreis in Höhe von 30.400 Euro erwarten. Schlecht bedient sind sie damit nicht, denn die Verbrauchswerte des selbstladenden Hybrid liegen im Schnitt günstiger als im Segment üblich - nach WLTP sind es nur 5,4 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer, entsprechend 122 g/km CO2-Ausstoß.

Sparsamer Antrieb

Das Hybridsystem besteht aus einem 1,5-l-Vierzylinder-Saugbenziner mit 79 kW/107 PS und einem 96 kW/131 PS starken Elektromotor, eine zweite E-Maschine ist als Generator tätig. Honda schwört auf diese schon beim Jazz eingeführte Antriebslösung, die noch sparsamer sein soll als Toyotas Hybridsystem, das schon sehr früh mit dem Prius eingeführt wurde. Honda lobt den e:HEV dafür, dass die drei Antriebsmodi in allen Fahrsituationen für optimale Leistung und Effizienz sorgen. Zudem ist die Rede von direktem Ansprechverhalten und hoher Antriebskultur.

Das Vollhybridsystem des Honda-Crossovers ist

Das Vollhybridsystem des Honda-Crossovers ist "selbstladend". © Hersteller

Besagte drei Fahrmodi sind bekannt: "EV" (ausschließlich elektrisch), "Hybrid" als Kombination der beiden Antriebe und "Verbrenner" bei höheren Geschwindigkeiten. Das passt! Aber da ist noch das serienmäßige Automatikgetriebe CVT, das dem HR-V offenbar einiges an Kraft raubt. Beim stärkeren Beschleunigen wirkt der Antrieb ziemlich angestrengt bis akustisch akustisch aufdringlich. Auf der Autobahn kommt das knapp 1500 Kilo wiegende Hybridmodell zwar allmählich auf Schwung (Spitze 170 km/h). Aber ab etwa 120 km/h reagiert das HR-V ziemlich müde auf Gaspedaldruck.

Elektrisch durch die Stadt

Was für die Umwelt zählt, soll eine herstellerseitige Modellberechnung aufzeigen. Demnach fährt das Fahrzeug speziell in der Stadt zu 91 Prozent elektrisch, im Umland seien es bei Geschwindigkeiten zwischen 40 und 80 km/h immerhin noch 54 Prozent. Ab 80 km/h geht es indes kaum noch mit Strom voran (13 Prozent).

Auf der Habenseite des neuen Modells stehen diverse Maßnahmen am Fahrwerk, die spürbar das Handling verbessern und den Komfort erhöhen. Dazu kommt bei 2,61 Metern Radstand das Plus beim Platzangebot im Innenraum, unter anderem spürbar durch 35 Millimeter mehr Fuß- und Kniefreiheit im Fond. Nicht nur auf der Rückbank, sondern auch auf den Vordersitzen fühlen sich die Insassen dank der körperbetonten Konturen des Sitzmobiliars gut.

Unter den Sitzen haben die Honda-Techniker platzsparend den Tank angeordnet. Ins Gepäckabteil passen trotzdem nur recht bescheidene 335 Liter, maximal sind es 1305 Liter.

Mensch im Mittelpunkt

Wirkungsvoller ausgelegt wird nunmehr die Lüftung. Und auch an eine bessere Handauflage am 9-Zoll-Touchscreen hat man gedacht. Sinnvollerweise lässt sich vieles per Sprachsteuerung bedienen, auch die Vernetzung ist up to date. Honda legt großen Wert darauf, dass "das Interieur zum Selbstvertrauen beim Fahren beiträgt", wie Yamamoto sagt und ergänzt, dass „bei uns der Mensch bei der Produktentwicklung im Mittelpunkt steht". Hört sich gut an, dürfte von anderen Herstellern aber ähnlich gesehen werden.

Zur Serienausstattung zählen Klimaautomatik, Rückfahrkamera und Navi-Infotainment.

Zur Serienausstattung zählen Klimaautomatik, Rückfahrkamera und Navi-Infotainment. © Hersteller

Der HR-V wird in drei Ausstattungsstufen angeboten. In der schon gut bestückten Stufe "Elegance" kostet er, wie erwähnt, 30.400 Euro. An Bord sind dann bereits Klimaautomatik, Connect-System mit Navigation und die Rückfahrkamera. In "Advance", der mittleren Ausstattung, kommt der HR-V auf 32.800 Euro, unter anderem mit elektrischer Heckklappe und beheizbarem Lederlenkrad. In der Topversion "Advance Style" werden 35.300 Euro fällig. Dafür gibt es zusätzlich Dachreling, Smartphone-Ladestation, Zweifarblackierung und eine spezielle Innenausstattung. Unter den teils optionalen Fahrerassistenten stechen die weiterentwickelte adaptive Geschwindigkeitsregelung, die Fernsteuerung über die Smartphone-App und die Bergabfahrhilfe hervor. Für Sonderausstattungen wie Lederbezüge, 18-Zoll-Räder und Sportpaket kommen schnell noch einige tausend Euro extra zusammen.

Honda bekenne sich zu den neuen globalen Umwelt- und Sicherheitszielen, wie Yasushi Endo, Präsident Honda Germany, betont. Alle Modelle des Herstellers, auch der künftige Civic, sollen elektrifiziert werden. Bei Unfällen will man künftig tödliche Folgen stufenweise vermeiden: 40 Prozent soll die Reduktion bis 2030, 80 Prozent bis 2040 betragen.

Honda HR-V e:HEV in Kürze:

Wann er kommt: Auslieferung ab Anfang 2022

Wen er ins Visier nimmt: Opel Grandland-X, Skoda Karoq, Mazda CX-3, Toyota CH-R etc.

Was ihn antreibt: 1,5-l-Vierzylinder-Benziner mit 79 kW/107 PS, Elektromotor mit 96 kW/131 PS.

Was er kostet: Ab 30.400 Euro

1 Kommentar