Samstag, 29.02.2020

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Neuer Seat Leon: Der Golf der sportlichen Art

Scharfe Optik, neuestes Infotainment - Start im April - Unter 20.000 Euro - 02.02.2020 14:45 Uhr

Neuer Seat Leon: Als Benziner und als Diesel ebenso zu haben wie mit Erdgasantrieb und als Plug-in-Hybrid. © Hersteller


Um den sportiveren Auftritt zu erfassen, reicht ein Blick auf die Neuauflage des Leon: Die schmalen Scheinwerfer, die in die Motorhaube gepressten Bügelfalten, die umlaufende Kante an der Seitenlinie, die zackig herausgearbeiteten Zusatzscheinwerfer - das alles soll dem kompakten Spanier zu besonderem Charakter verhelfen. "Wir lassen die Muskeln spielen", sagt Chefdesigner Alejandro Mesonero-Romanos.

Selbstbewusster Auftritt

Doch nicht nur von vorne und von der Seite zeigt sich der neue Leon selbstbewusst, auch die Heckgestaltung mit einem hoch angesetzten Falz und einem durchgehenden Leuchtenband - bei einfacheren Ausstattungsversionen mittig allerdings eine Attrappe - zeugen vom gelungenen Versuch, sich eigenständig zu positionieren und sich von den anderen Modellen auf der VW-MQB-Plattform abzusetzen.

Die Proportionen von Limousine und Kombi, weiterhin Sportstourer (ST) genannt, profitieren optisch auch von einem Längenwachstum um rund neun Zentimeter, gleichermaßen aber von einer etwas geringeren Höhe. Auf 4,37 Meter streckt sich jetzt der Kompakte, auf gar 4,63 Meter der Kombi ST. Weil Seat auch den Radstand etwas verlängern durfte, finden vor allem die Fond-Mitfahrer einen etwas größeren Sitzraum vor.

Seat Leon Sportstourer: Nach wie vor wird es auch eine Kombi-Variante geben. © Hersteller


Ladetechnisch blieb hingegen fast alles beim Alten: 380 Liter (Sportstourer: 617 Liter) Fassungsvermögen wie beim VW Golf, so man beim Kompakten die Fondsitzlehnen umklappt, ergibt sich (1300 Liter) aber ein klein wenig mehr.

Golf als digitales Vorbild

Golf – das ist auch das Stichwort, wenn es um die Instrumentierung geht. Alles digital, samt bis zu zehn Zoll großem Monitor. Und: Touch, Slide – bedient wird wie beim Wolfsburger Bruder im Stile eines Smartphones oder Tablets. Das kommt bei der jüngeren Seat-Kundschaft (im Schnitt nur 42 Jahre alt) möglicherweise besser an als bei der älteren und konservativeren Golf-Klientel.

Natürlich bietet nun auch der Leon all das auf, was zum neuzeitlichen Infotainment gehört. Von der Möglichkeit der "always-on"-Vernetzung bis hin zur perfekten Kopplung des Smartphones – alles machbar. Gleiches gilt für die Sicherheitssysteme. Das Angebot wurde hier besonders stark ausgebaut, hängt aber ein wenig davon ab, welche Ausstattungsvariante man wählt beziehungsweise was man gegen Aufpreis bucht.

Sportliches Topmodell

Apropos Variante: Nach wie vor stehen Reference, Style, Xcellence und FR zur Wahl. Letzterer als Topmodell wie gehabt etwas sportlicher und obendrein üppiger ausgestattet. Was wann genau geliefert wird und was es kostet, bleibt allerdings vorerst unklar. Seat will die Preise erst später nennen. Nur so viel steht fest: Der Einstieg wird unter 20.000 Euro erfolgen. Klar auch, dass es später eine besonders leistungsfähige Cupra-Version geben wird. Mindestens 300 PS sind dabei an Leistung gesetzt.

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Seat Leon: So digital wie der Golf - aber sportlicher!

Der Seat Leon teilt sich die Plattform mit dem VW Golf, dem Skoda Octavia und dem künftigen Audi A3. Sein eigenes Profil sucht der Spanier in einem sportlichen Auftritt. Die umfassende Digitalisierung orientiert sich am Golf. Weiterhin wird es vom Leon den Kombi Sportstourer geben. Aber auch neue Mildhybrid-Varianten kommen ins Programm - und ein Plug-in-Hybrid für die Steckdose.


In der Schwebe auch noch die exakten technischen Details. Weil die Fahrzeuge bislang nicht zertifiziert sind, gibt es nur Rahmendaten für die Motoren, aber noch keine Verbrauchs- und Fahrwerte. So viel aber steht fest: 1,0-l-TSI-Benziner mit 90 und 110 PS bilden die Basis. 1,5-Liter-Aggregate mit 130 und 150 PS rangieren darüber, ein 2,0-l-TSI markiert mit 190 PS vorerst die Spitze. Diesel-Fans müssen sich mit zwei Varianten (115 und 150 PS) bescheiden. Wer Erdgas präferiert, wird weiterhin mit einer Motorvariante (1,5 l, 130 PS) bedient.

Alles digital: Die Bedienstruktur orientiert sich an der des Wolfsburger Bruders VW Golf. © Hersteller


Neu im Programm: Mildhybride, die das Kürzel eTSI tragen. Die 110- und 150 PS starken Verbrenner sind mit einem 48-Volt-Bordnetz gekoppelt und sollen so genügsamer  mit Sprit umgehen. Besonderheit hier: Es ist Automatik (DSG) an Bord.

Erstmals wird auch Teilelektrisches angeboten: Ein Plug-in-Hybrid, dessen Akku man an der Steckdose laden und mit dem man dann per E-Antrieb rund 60 Kilometer weit fahren kann, wird im Laufe des ersten Halbjahres nach-gereicht. Bisher bekannter Fakt: Die Systemleistung beläuft sich auf stattliche 150 kW/204 PS.

Bei Seat blickt man recht optimistisch auf den Leon, man traut ihm viel zu, verspricht sehr aktives Fahrverhalten und günstige Verbrauchswerte. Noch dazu soll der Neue Vorbild für Nachfolgemodelle sein, oder, wie es der kommissarische Seat-Chef Carsten Isensee formuliert, "der Start einer großen Produktoffensive", die schon bald in der Vorstellung eines eigenen, vollelektrischen und dann eigenständigen Modells gipfeln soll.

Gerhard Windpassinger

Seat Leon in Kürze:

Wann er kommt: Ab April 2020 im Handel

Wen er ins Visier nimmt: Ganz klar auch den VW Golf, den kommenden Audi A3, aber auch Hyundai i30, Renault Mégane, Opel Astra, Ford Focus und andere Kompakte

Was ihn antreibt: Benziner mit 90 bis 190 PS, Diesel mit 115 und 150 PS, eine Erdgas-Version mit 130 PS und ein Plug-in-Hybrid mit 204 PS

Was er kostet: Geschätzter Basispreis unter 20.000 Euro

Was noch folgt: Eine besonders leistungsstarke Sportversion (Cupra, 300 PS)                      


 

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