13°

Montag, 10.05.2021

|

Skoda Octavia e-TEC: Von der milden Sorte

Neue Mildhybrid-Versionen – Als "Combi" und Limousine – Preise ab 27.780 Euro - 15.03.2021 13:27 Uhr

Skoda Octavia 1.0 TSI e-TEC: Mit Einliter-Dreizylinder und 48-Volt-Riemenstartergenerator.

15.03.2021 © Hersteller


Der Skoda Octavia ist ein veritabler Reisewagen. Fast 4,70 Meter misst der beliebte "Combi" in der Länge. Kann da der kleine e-TEC reichen? Und lohnt er hinsichtlich des Verbrauchs? Fragen, die sich nur im Rahmen eines persönlichen Kennenlernens klären lassen.

Auf zur Ausfahrt also. Zunächst aber ein kurzer Exkurs in die Technik: Der Octavia e-TEC firmiert, wir haben es eingangs erwähnt, als Mildhybrid. Das heißt, dass sich seine Batterie nicht – wie beim Plug-in-Hybrid – extern an der Steckdose aufladen lässt. Rein elektrisches Fahren ist somit nicht möglich. Und auch die staatliche Förderung bleibt verwehrt. Andererseits kommt der e-TEC aber auch deutlich günstiger als sein Plug-in-Kollege, der iV heißt und mal eben rund 10.000 Euro mehr kostet.

Laden während der Fahrt

Als Basis für die kleinere der beiden angebotenen eTEC-Lösung dient ein Dreizylinder-TSI-Benziner mit 81 kW/110 PS und bescheidenen 999 ccm Hubraum. Ihm zur Seite steht ein 48-V-Riemenstartergenerator (RSG) - letztlich nichts anderes als ein Mini-Elektromotor, der von einem unter dem Beifahrersitz installierten 0,6-kWh-Akku versorgt wird. Geladen wird diese Batterie während der Fahrt, also durch die Rückgewinnung von Bremsenergie.

Identitätsstiftend: Das e-TEC-Signet macht die Mildhybrid-Technologie sichtbar.

15.03.2021 © Hersteller


Aufgabe des RSG ist es zum einen, den Verbrenner beim Anfahren und Beschleunigen mit einem elektrischen Boost von bis zu 50 Newtonmetern zu unterstützen. Zum anderen wird bei gleichmäßig-konstanter Fahrt das sogenannte "Segeln" möglich; der Dreizylinder schaltet sich in diesen Phasen komplett ab. Beim leistungsstärkeren e-TEC funktioniert die Technik ebenso, nur dass hier ein 1,5-l-Vierzylinder mit 110 kW/150 PS zum Einsatz gelangt.

Wie alle Octavia-Modelle beeindruckt – man kann es tatsächlich nicht anders sagen – auch dieses durch seine überaus sorgsame Verarbeitung und ein Ambiente, das mit der Vokabel "Premium" nicht unzutreffend beschrieben ist. Die raumgreifenden Dimensionen überzeugen sowieso. Und auch multimedial befindet sich der große Wagen auf dem neusten Stand, vom digitalen Fahrerdisplay bis hin zum maximal zehn Zoll großen Touchscreen und dem plakativen Head-up-Display.

Anders als der Golf verzichtet der Octavia nicht komplett auf eine Tastatur, die direkten Zugriff auf Lebensfunktionen wie die Klimaanlage oder die Fahrmodi gewährt. Für anderes, wie die Sitzheizung, ist der Touchscreen der Ansprechpartner. Und den diskussionswürdigen "Slider", den das Volkswagen-Regal zur Lautstärkeregelung bereithält, findet man auch hier an Bord.

Feines Innenleben: Mit Virtual Cockpit und großem Touchscreen.

15.03.2021 © Hersteller


Automatik gehört dazu

Voraussetzung, um die Mildhybrid-Technologie adäquat umsetzen zu können, ist eine Automatik; das sanft und passgenau schaltende 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe – anzusteuern über eine schicke, chromglänzende Wippe – ist daher serienmäßig verbaut.

Wir starten den e-TEC-Octavia und lauschen. Wie war das mit dem Dreizylinder? Kaum lässt er von sich hören, den typischen Dreitopf-Sound hat Skoda erfolgreich aus dem Cockpit verbannt. Und dann löst sich auch die Skepsis hinsichtlich der Leistung weitgehend in Luft auf. Wer – in positivem Sinne – gemütliches Vorankommen schätzt, wird mit dem Gebotenen durchaus glücklich werden. Zügig geht es voran, beim Anfahren und im unteren Drehzahlbereich macht sich das Tun des Riemenstartergenerators erfrischend bemerkbar. Über die Autobahn bewegt sich der Octavia mit maximal 201 km/h, nur an Steigungen oder beim Überholen mag man sich einen Tick mehr Kraft in der Hinterhand wünschen.

In Deutschland beliebt: Die meisten Kunden geben dem "Combi" den Vorzug vor der Octavia-Limousine.

15.03.2021 © Hersteller


Dass der Antrieb – wir haben es erwähnt – bei konstanter Fahrt in den emissionsfreien Segel-Modus wechselt, geschieht unauffällig, auf dem Display erscheint dann das Wort "Freilauf", die Verbrauchsanzeige wechselt auf die Ziffer "0", das liest man gerne. Am Ende unserer Fahrt protokollieren wir 6,9 l/100 km, das ist deutlich mehr, als der Normwert von 4,4 l/100 km eigentlich versprochen hat, aber für ein Auto dieser Größe dennoch löblich.

Die Limousine kostet weniger

Blick in die Preisliste: Für den Octavia Combi 1.0 e-TEC verlangt Skoda mindestens 28.480 Euro, wer die Limousine wählt, zahlt 27.780 Euro und spart somit 700 Euro. Soll es der 1,5 e-TEC sein, werden 2670 Euro Aufpreis fällig. Ausgeliefert werden die Mildhybride ab dem mittleren Ausstattungslevel "Ambition"; 16-Zoll-Aluräder, Zweizonen-Klimaanlage, elektrisch anklappbare Außenspiegel, Regensensor und Fahrlichtassistent sowie das Musiksystem „Bolero“ mit 10-Zoll-Display sind hier ebenso serienmäßig wie das SmartLink-System, über das sich die Smartphone-Inhalte spiegeln lassen.

Nachdenken lässt es sich über das derzeit erhältliche Sondermodell "Clever": Der Kunde bekommt hier unter anderem eine Rückfahrkamera, Drei-Zonen-Klimaautomatik, 17-Zoll-Aluräder sowie beheizbare Vorder- und Rücksitze – und zahlt, sofern er den Combi als 1.0 e-TEC von der milden Sorte wählt, 29.980 Euro.

Ulla Ellmer

 

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: Auto