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Sonntag, 16.06.2019

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VW T6.1: Update für den Bulli

Volldigitales Cockpit – Saubere Diesel - Elektroversion - 23.02.2019 13:00 Uhr

Kommt im Herbst: Der VW-"Bulli" als Multivan T6.1 mit neuen Assistenzsystemen und umfangreicher Digitalisierung. © Hersteller


VW-Bus, Bulli – so gut wie jeder weiß, was damit gemeint ist: Der Raum-Riese aus der Hannoveraner Nutzfahrzeugabteilung von VW, seit fast siebzig Jahren gebaut und in einer Auflage von knapp zwölf Millionen Exemplaren verkauft.

Der offizielle Name ist indes immer was mit "T" gewesen – von der ersten, 1950 vorgestellten Generation T1 bis zum aktuellen T6.

Antwort auf die V-Klasse

Aus ihm wird ab Herbst der T6.1. Hört sich digital an, und ist es irgendwo auch. Erst unlängst hat Mercedes das Update des wichtigsten Bulli-Konkurrenten vorgestellt, der V-Klasse, mit dem T6.1 gibt VW nunmehr die Antwort. Während die V-Klasse noch auf ein volldigitales Cockpit verzichtet, kann der große VW diesbezüglich liefern. Gegen Aufpreis gibt es das "Digital Cockpit" aus den Pkw-Modellen, das ein 10,25 Zoll großes, frei konfigurierbares Kombiinstrument hinterm Lenkrad mit einem wahlweise acht oder 9,2 Zoll großen Monitor für Navi und Infotainment kombiniert.

Aufgebessert: Serienmäßig gibt es einen Seitenwindassistenten, optional den "Trailer Assist". © Hersteller


"Hey Bulli": Hört aufs Wort

Wie mit dem neuen Passat kann auch mit dem T6.1 auf Basis natürlicher Spracherkennung kommuniziert werden, die Schlüsselworte lauten – wenig erstaunlich - "Hey Bulli". Eine integrierte SIM-Karte ("eSIM)" eröffnet Zugang zur Online-Welt, Internetradio lässt sich ebenso nutzen wie Streamingdienste oder andere Online-Services.

"Das ändert alles", sagt Nutzfahrzeug-Chef Thomas Sedran und meint damit die elektromechanische Servolenkung, welche die bislang verbaute hydraulische ersetzt. Das neue System ermöglicht die Installation von Fahrerassistenten wie eines Seitenwindassistenten (wird serienmäßig sein), einer Ein- und Ausparkautomatik oder des "Trailer Assist", der das Rangieren mit Anhänger vereinfacht.

Bei den Motoren ist, notgedrungen, das große Reinemachen erfolgt. Alle vier Leistungsstufen des Zweiliter-Diesels, die von 66 kW/90 PS über 80 kW/110 PS und 110 kW/150 PS bis hin zu 146 kW/199 PS reichen, erfüllen nunmehr die Abgasnorm Euro 6d-Temp.

Modernisiert: Das Interieur mit volldigitalem Cockpit. Was der T6.1 kosten wird, sagt VW noch nicht. © Hersteller


Zwei Elektro-Varianten aus Kempten

Als Überraschung steuert Audi-Tuner Abt aus Kempten noch zwei elektrische Varianten mit eher bescheidenen 82 kW/112 PS bei. Der "kleinere" Elektro-Bulli arbeitet mit einer 38,8-kWh-Batterie, die eine Reichweite von gut 200 Kilometern ermöglicht. Alternativ gibt es einen 77,7-kWh-Akku, der den Aktionsradius auf über 400 Kilometer erweitert.

Neben den zivilen Varianten wie Multivan oder California gibt es auch den Transporter für gewerbliche Kunden. Seine ausstattungstechnischen Fortschritte manifestieren sich in einer 230-Volt-Steckdose am Fahrersitz, einem abschließbaren Fach in der Doppelsitzbank auf der Beifahrerseite oder der Möglichkeit, langes Ladegut bis unter die vordere Sitzbank schieben zu können, was die maximale Laderaumlänge auf 2,80 beziehungsweise 3,30 Meter (langer Radstand) ausdehnt.

Zur Serienausstattung des Nutzfahrzeug-Bulli zählen nunmehr elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung und ein Audiosystem mit Bluetooth-Freisprechen.

Der Bulli bekommt Gesellschaft

"Der neue T6.1 ist das Auto für das Hier und Jetzt", lässt Thomas Sedran wissen. Die Modelle für das Später folgen schon bald: 2020 kommt der zwar kleinere, aber komplett elektrische und brandneue "I.D. Buzz", und auch die Premiere des T7 ist nicht mehr fern. Er wird in Kooperation mit Ford entstehen und deshalb womöglich die erste T-Generation sein, die das Prädikat "Bulli" nicht mehr in schöner Selbstverständlichkeit erhält.

ule  

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