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"Made in China": Wir sind alle eine Familie

Mit der Komödie "Made in China" auf der Culture-Clash-Welle - 18.07.2019 08:00 Uhr

François (Frédéric Chau) und Sophie (Julie de Bona) erwarten Nachwuchs. © Neue Visionen


Den Schwung dieser Welle kann nun auch die Wohlfühl-Geschichte "Made in China" für sich nutzen, denn im Grunde ist sie ebenfalls ein "Monsieur Claude"-Ableger. Frédéric Chau, der einen der Schwiegersöhne des konservativen Gaullisten spielte, schrieb am Drehbuch mit und schlüpfte in die Hauptrolle.

Einmal mehr wird hier der Zusammenstoß unterschiedlicher Kulturen komödiensanft auf die Kinoleinwand gebracht. Diesmal aus der Perspektive des chinesischstämmigen Fotografen François. Der fühlt sich selbst nicht als Chinese, sondern so französisch wie sein Name klingt. Seine Pariser Umgebung muss er allerdings immer wieder darauf aufmerksam machen, dass er weder der sympathische Mann vom Asia-Lieferservice ist noch "Hund" zu seinen Lieblingsspeisen gehört. Diese Szenen sind bei allem Witz feinfühlig zwischen den ewigen Klischeevorstellungen der anderen und François’ Bemühen um Anpassung ausbalanciert.

Doch offensichtlich sollte das viel gespielte Thema die Handlung nicht allein bestimmen. So wird parallel ein Vater-Sohn-Konflikt bemüht, dessen Dramatik am Ende aber nicht wirklich überzeugt. Als François erfährt, dass seine bretonische Freundin schwanger ist, setzt er alles daran, sich mit seinem hartleibigen Vater auszusöhnen. Auf diese Weise findet er zu seinen fast verdrängten Wurzeln im 13. Arrondissement, dem Chinatown von Paris, zurück. Für die komödiantischen, nie klamaukigen Einlagen, das Tappen in Fettnäpfchen, für Gegensätze und deren beherzte Überwindung ist dabei François’ arabischer Kumpel Bruno (Medi Sadoun, ebenfalls bekannt aus "Monsieur Claude") zuständig.

Mit "Made in China" gewähren Frédéric Chau und Regisseur Julien Abraham einen kleinen Einblick in die parallele Welt der chinesischen Minderheit in Paris und gewinnen ihr humorvolle Momente ab. Doch alles in allem folgen sie dann doch allzu glatt und absehbar bekannten Tragikomödie-Strickmustern, nach denen auf gefühlige Wendungen das große Happy End folgt. (F/88 Min.) 

Birgit Nüchterlein

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