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In eigener Sache: So gehen wir künftig mit Kommentaren um

Qualität der Diskussionen soll wieder gesteigert werden - 13.08.2015 18:56 Uhr

Seit rund fünf Jahren bieten wir Ihnen auf unserer Plattform nordbayern.de die Möglichkeit, Kommentare zu den Beiträgen abzugeben. Diese Möglichkeit wurde und wird sehr rege genutzt und bereichert an vielen Stellen unser Angebot.

In den vergangenen Wochen und Monaten mussten wir jedoch feststellen, dass sich der Ton bei den Kommentaren deutlich verschärft hat.

Beleidigungen, persönliche Angriffe, Pauschalurteile und der Versuch, fernab von der eigentlichen Thematik des Artikels, Stimmungsmache zu betreiben, haben deutlich zugenommen. Diese Tendenz lässt sich vor allem anhand der von uns zurückgewiesenen Kommentare erkennen.

Des Weiteren wird verstärkt versucht, sich mit gefälschten Namen und Adressangaben sowie der Nutzung von Wegwerf-Mailadressen, Zugang zu unserem Kommentarbereich zu verschaffen. Die Kommentarfunktion wird von diesen Menschen, die sich hinter gefakten Identitäten verstecken, fast ausschließlich zum Posten von fremdenfeindlichen Kommentaren genutzt.

Außerdem schweifen die Kommentatoren bei Berichten zur Flüchtlingsproblematik aber auch zum 1. FC Nürnberg inzwischen immer weiter vom Kern der Berichterstattung ab und versuchen ihre breit angelegten Meinungsbeiträge bei jedem Artikel zu einem dieser beiden Themen unterzubringen.

Wir sehen uns als regionales Nachrichtenportal von Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung in der Verantwortung, der latenten Aggression, dem geifernden Hass und dem scheinbar so harmlosen Alltagsrassismus auf unserer Plattform Einhalt zu gebieten.

Um die Qualität der User-Diskussion wieder zu steigern und den (auch unterschwelligen) fremdenfeindlichen Pauschalurteilen entgegenzuwirken, haben wir uns deshalb entschlossen, die Kommentare einer noch sorgfältigeren Prüfung zu unterziehen.

In Zukunft werden wir:

- nur noch Kommentare von Personen zulassen, deren Community-Login eine nachvollziehbare postalische Adresse ausweist. Wir bitten Sie, Ihre Login-Daten daraufhin zu überprüfen.

- Anmeldungen mit Wegwerf-Mailadressen werden bei der kleinsten Auffälligkeit gesperrt.

- persönliche Angriffe und Beleidigungen gegenüber anderen Usern oder bestimmten Gruppierungen führen unweigerlich zur Sperrung des Zugangs.

- das Abschweifen vom Thema, um allgemeine politische oder gesellschaftliche Statements abzugeben, führt zur Zurückweisung eines Kommentars.

- bei Kommentaren, die keinen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten, pauschalierend, polemisch oder unsachlich sind beziehungsweise keinen Bezug zum Thema haben, behalten wir uns jederzeit eine Zurückweisung ohne jede Begründung vor.

Außerdem werden zukünftig nicht mehr alle Artikel zur Kommentierung für registrierte User freigegeben. Die Beiträge zu größeren Themenkomplexen werden zukünftig verstärkt in das Leserforum verlagert und unter einem Artikel konzentriert.

Unsere Gesellschaft lebt davon, dass wir andere Meinungen respektieren und zulassen, auch wenn wir diese nicht teilen. Damit ist aber nicht gemeint, dass man sich automatisch in Kommentaren abfällig über andere Personen, ihre Herkunft oder ihre Lebensweise äußern kann.

Dazu gehört auch, dass Politiker Menschen mit Stärken aber eben auch Schwächen sind – so wie jeder von uns. Wer davon ausgeht, dass wir in einem von Fremden umzingelten Land leben, von HartzIV-Empfängern und Asylbewerbern ausgesaugt werden, zudem ausschließlich korrupte Politiker uns regieren und außerdem noch jede in Betrieben oder Organisationen Verantwortung tragende Person nur ihr eigenes (finanzielles) Interesse im Auge hat, der möge seine Kommentare an anderer Stelle absondern und nicht auf nordbayern.de.

Bei aller notwendigen Kritik an Politik, Firmen, Institutionen, Verbänden und Vereinen leben wir gerne in diesem Land und wollen einen Teil dazu beitragen, ein friedliches Miteinander zu fördern. Wir appellieren an Sie als Nutzer unseres Angebots, Ihrem Gegenüber den nötigen Respekt zu erweisen. Nur weil wir uns nicht von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, sollten wir nicht alle Formen eines freundlichen Umgangstons über Bord werfen.

Matthias Oberth, Leiter der Online-Redaktion, im Namen der gesamten Redaktion 

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