Unfall jährt sich zum fünften Mal

Katastrophe auf der A9 bei Münchberg: Für 18 Menschen wurde ein Bus zur tödlichen Flammenhölle

2.7.2022, 05:50 Uhr
Nur ein verkohltes Metallgerippe blieb von dem Reisebus übrig, der nach einem Auffahrunfall auf der A9 bei Münchberg in Flammen aufgegangen war. 18 Menschen kamen in dem Inferno um, 30 weitere Insassen wurden verletzt, viele davon schwer.

© Fricke/News5 Nur ein verkohltes Metallgerippe blieb von dem Reisebus übrig, der nach einem Auffahrunfall auf der A9 bei Münchberg in Flammen aufgegangen war. 18 Menschen kamen in dem Inferno um, 30 weitere Insassen wurden verletzt, viele davon schwer.

Nur ein verkohltes Metallgerippe bleibt übrig von dem Reisebus, der am 3. Juli 2017, kurz nach 7 Uhr morgens, auf der vielbefahrenen A9 zwischen den Anschlussstellen Münchberg und Gefrees auf den Anhänger eines Lastwagens aufgefahren war. Unmittelbar nach dem Aufprall setzt sich innerhalb von Sekunden eine fatale Kettenreaktion in Gang.

Batterie samt Elektrik, Drucklufttank und Zusatztank sind weit vorne in dem Fahrzeug und zudem nahe beisammen verbaut. Aufgrund dieser Bauweise löst die Kollision mehrere Kurzschlüsse aus; außerdem wird ein Kraftstofftank zusammengestaucht, er platzt. Der Dieseltreibstoff, der von austretender Druckluft verteilt und zusätzlich befeuert wird, entzündet sich und sorgt für ein Flammeninferno, in dem 18 Menschen ums Leben kommen und 30 weitere zum Teil schwer verletzt werden.

Inzwischen macht moderne Sicherheitstechnik eine solche Tragödie zumindest unwahrscheinlicher. Zum Beispiel hatte der Unglücksbus keinen Notbremsassistenten, der den Auffahrunfall hätte verhindern können. Seit November 2018 seien Notbremsassistenten jedoch verpflichtend für alle Neufahrzeuge, sagt Frank Schneider, Referent für Fahrzeugtechnik beim TÜV-Verband. Ab Juli 2024 müssten neue Busse zudem mit einem Müdigkeitswarner ausgestattet sein.

"Das Risiko eines Unfalls und eines verheerenden Brandes wird deutlich reduziert, wenn Reisebusse mit brandhemmenden Materialien, Brandschutzeinrichtungen und digitalen Assistenzsystemen ausgestattet sind", sagt Schneider. "Dennoch sind Brände nicht grundsätzlich auszuschließen, vor allem bei schweren Unfällen." Falsche Bedienung, Deaktivierung von Sicherheitssystemen, Defekte oder unzureichende Wartung könnten ebenfalls das Risiko eines Brandes erhöhen.

Welche Sicherheitsmaßnahmen inzwischen Standard sind und ob sie den Unfall hätten verhindern können - lesen Sie die Hintergründe auf NN.de.

Keine Kommentare