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Kein Abbruch, aber Basketball-Saison vorerst auf Eis gelegt

Klubs der 1. Regionalliga Südost, darunter der VfL Treuchtlingen, wollen konkrete Freigaben abwarten - 21.01.2021 10:21 Uhr

Solche rassige Szenen unterm Korb sehnen Spieler und Fans der VfL-Baskets Treuchtlingen herbei, sie müssen sich aber noch länger gedulden.

20.01.2021 © Foto: Uwe Mühling


In einer Videokonferenz mit dem zuständigen Ligenreferenten Robert Daumann kamen die Vertreter der 17 Klubs überein, die Saison 2020/2021 ganz bewusst nicht abzusagen, sondern bis auf Weiteres auszusetzen. Anders als zuletzt, als die 1. Regio den Start zuerst für Januar und später dann für März anvisiert hatte, lässt man den Termin nun offen.

"Man rechnet mit nichts, sondern wartet erst einmal konkrete Freigaben ab", fasst Abteilungsleiter Stefan Schmoll zusammen, der für den VfL Treuchtlingen an dem Online-Meeting teilgenommen hat und die jetzige Vorgehensweise richtig findet. Die Teilnehmer hielten auch fest, dass es zum nächstmöglichen Zeitpunkt weitergehen soll – aber erst dann, wenn es sich wirklich absehen lässt, dass ein Spielbetrieb überhaupt wieder machbar ist.

Wie dieser Spielbetrieb dann aussehen wird, ist derzeit noch völlig offen. Die ursprünglich geplante Runde in zwei Gruppen (Nord und Süd) mit Hin- und Rückspiel sowie anschließenden Play-offs beziehungsweise Play-downs ist längst ad acta gelegt. Auch eine Einfachrunde hat man mittlerweile abgehakt. "Das wäre unrealistisch", findet auch VfL-Spartenleiter Schmoll. Bleibt nicht mehr viel übrig vom Spieljahr 2020/2021, das maximal noch in Turnierform oder mit einzelnen Partien durchgeführt wird.

Absteiger nein, Aufsteiger ja

Mit einer normalen Saison hat das natürlich nichts mehr zu tun und es ist folglich auch keine richtige Abschlusstabelle möglich. Insofern wird es im Normalfall auch keine Absteiger geben – zumindest nicht auf sportlichem Weg. Wer in der semi-professionellen Liga nach der Krisenzeit aus finanziellen Aspekten zurückziehen muss, wird sich zeigen.

Das gilt auch für die übergeordnete 2. Bundesliga ProB: Dort wird bekanntlich nach wie vor gespielt. Im Frühjahr wird feststehen, ob und wie viele Absteiger auf sportlichem Weg runtermüssen und in den Bereich der 1. Regionalliga Südost gehören.

Bis auf Weiteres nicht am Ball: Stefan Schmoll und die VfL-Basketballer würden um diese Jahreszeit gerne spielen, stecken aber in einer langen Zwangspause fest.

20.01.2021 © Foto: Uwe Mühling


Auch hier bleibt abzuwarten, ob am Ende alle Vereine das Corona-Jahr überleben, denn hinter der ProB steckt ein "wahnsinniger finanzieller Aufwand", wie Stefan Schmoll weiß. Insofern ist der VfL-Abteilungsleiter auch "wirklich gespannt, wie sich das alles auswirkt".

Ungeachtet all dieser Fragen und Entwicklungen will Ligenreferent Daumann den Teams der 1. Regionalliga Südost auf jeden Fall eine Aufstiegsmöglichkeit anbieten. Diejenigen Klubs, die den Sprung in die 2. Bundesliga ProB wagen möchten und stemmen können, sollen auch die Chance dazu erhalten – auch hier könnte die Turnierform eine Lösung sein. Daumanns Ziel ist es, dass die 1. Regionalliga Südost nächste Saison nicht mehr Mannschaften hat als momentan der Fall. Nach und nach will man dann wieder auf eine 14er-Liga reduzieren.

"Ein Lebenszeichen geben"

Im aktuellen Spieljahr, so fasst es Stefan Schmoll zusammen, "soll auf jeden Fall das gespielt werden, was geht". Denn trotz Lockdown und Zwangspause will man die Fans (und auch die Sponsoren) zumindest noch ein Stück weit erreichen. "Basketball ist natürlich massiv daran interessiert, den Sport weiter zu präsentieren, ein Lebenszeichen zu geben und zu zeigen: Wir sind noch da", sagt Schmoll, der bei den VfL-Baskets bekanntlich auch als Kapitän das Regionalliga-Team anführt.

Ziel der 1. Regio ist es, so viele Spiele wie möglich auf die Beine zu stellen. Allerdings ist den Verantwortlichen auch klar, dass der Hallensport bei anhaltender Pandemie wohl als Letztes wieder aufmachen darf. Wenn es denn so weit sein sollte, brauchen die Mannschaften zudem eine entsprechende Vorbereitungszeit von vier bis sechs Wochen.

Um mal zu spekulieren: Der aktuelle Lockdown gilt bis 14. Februar. Selbst wenn gleich danach der Sport wieder erlaubt sein sollte, könnte es kaum vor Ende März mit dem Spielbetrieb losgehen. In der Tat wird es aber – wie voriges Jahr – erst einmal eine schrittweise Rückkehr unter Auflagen geben.

Kein Online-Training

Von daher machen sich auch Stefan Schmoll und die VfL-Baskets keine Illusionen. Es gibt einfach kein Ziel, auf das man hinarbeiten oder hintrainieren könnte – ganz abgesehen davon, dass die Auflagen kein gemeinsames Training zulassen. Insofern versuchen die VfL-Spieler im Herrenbereich individuell etwas zu machen und sich halbwegs fit zu halten, wobei das Wetter derzeit nicht gerade einladend ist.

Im Jugendbereich sieht es ähnlich aus. Auf Online-Training wie beim ersten Lockdown verzichtet man bei den Baskets, weil das Interesse daran laut Schmoll stark abgenommen hat. Kein Wunder auch, denn die rund 50 Kinder und Jugendlichen kommen schlichtweg, "um Basketball zu spielen", wie der Abteilungsleiter unterstreicht. Die Coachs versuchen dennoch mit ihren Jugendteams den Kontakt zu halten und individuell etwas zu machen.

Für Stefan Schmoll und seine Mitstreiter ist klar, "dass wir sofort wieder etwas anbieten, wenn das Wetter besser wird und die Beschränkungen es wieder erlauben". Das kann allerdings noch eine Weile dauern. Wie alle anderen Sportarten – gerade in der Halle – sind auch die Basketballer letztlich zum Nichtstun verdammt.

Gerade jetzt im Winter, wenn in normalen Zeiten die Saison auf Hochtouren läuft, herrscht Zwangspause für Korbjäger, Tischtennisspieler, Handballer, Volleyballer, Ringer und Co. "Man kann ja nicht mal ein Schneeschuhwandern in Kleingruppen anbieten", fasst Schmoll die triste Lage für Sportvereine wie den VfL treffend zusammen.

UWE MÜHLING

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