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Das erwartet Sie beim Klassik Open Air 2019

Joana Mallwitz gibt ihr Debüt, Symphoniker reisen klangvoll durch Europa - 15.07.2019 15:30 Uhr

Immer wieder ein Renner: Die beiden Klassik Open-Airs im Nürnberger Luitpoldhain. © Foto: Horst Linke


Mit zwei Abendaufführungen und einem Familienkonzert am 21. Juli und 3. August werden die beiden Symphonieorchester der Stadt wohl erneut über 100.000 Klassikfans auf die Wiese locken.

Zwei Programme, zwei Mottos

"Blue Note" ist das Programm am 21. Juli um 20 Uhr überschrieben, "das in Richtung ,Klassik meets Jazz’ geht", erklärt Joana Mallwitz, Generalmusikdirektorin der Staatsphilharmonie. So sind neben Hits von Bernstein auch Dvorák ("Aus der Neuen Welt") und Schostakowitsch (Suite für Varieté-Orchester) zu hören. Mit Pianist Michail Lifits – er präsentiert Gershwins "Rhapsody in Blue" – und Klarinettist Andreas Ottensamer, der Artie Shaws "Konzert für Klarinette und Jazz-Orchester" spielt, sind zwei gefeierte Solisten mit an Bord. Den Abschluss des Konzerts der Staatsphilharmonie bildet ein großes Feuerwerk. Ausschnitte des Programms gibt es bereits um 11 Uhr im Familienkonzert. 

Am 3. August folgen um 20 Uhr die Symphoniker mit dem Motto "Europa über alle Grenzen". "Komponisten wurden stets von mehreren Ländern beeinflusst. Das zeigt, dass Europa kulturell immer schon eine Einheit ist", sagt Intendant Lusius A. Hemmer. So geht es von Wagner, Arnold, Berlioz, Verdi und Elgar über den berühmten "Kanon" des Nürnbergers Pachelbel (ein digitales Mitmachprojekt) bis zu "Bilder einer Ausstellung" von Mussorgsky/Ravel durch den Kontinent. 


Wird Nürnbergs Klassik Open Air zum Exportschlager?


Wunschstück aus drei Werken

Mit dem Trompeter Sergei Nakariakov erwartet das Publikum "ein atemberaubender Virtuose", schwärmt Hemmer. Er adaptiert Tschaikowskys "Rokoko Variationen" für Cello für sein Instrument. Bei einer Variation, die etwas mit dem Lied "Mein Hut, der hat drei Ecken" zu tun hat, wird dem picknickenden Publikum "die Spucke wegbleiben", warnt der Symphoniker-Intendant.

Beteiligen können sich Zuhörerinnen und Zuhörer erneut beim "Sparda Wunschstück". Drei Werke, die Mozart auf Reisen schrieb, stehen zur Wahl, darunter die Ouvertüre aus "Die Hochzeit des Figaro".

Das Klassik Open Air im Livestream

Der Bayerische Rundfunk überträgt diesmal turnusgemäß das Symphoniker-Konzert als Video-Livestream. Im Jahr 2020 allerdings wird sich aufgrund eines geplanten Sonderprojekts die zeitlich übliche Reihung der Konzerte verändern. Warum? Das bleibt noch spannend.

In jedem Fall sind die Konzerte dieses Jahr im Internet und mit dem Radiosender BR Klassik live zu verfolgen.

Bilderstrecke zum Thema

Nürnbergs luftigster Konzertsaal: Das Klassik Open Air in Bildern

Es ist eines der beliebtesten Events in Nürnberg: Zehntausende Menschen pilgern zweimal im Jahr an den Luitpoldhain, um dem Klassik Open Air zu lauschen. Wir haben die Bilder!


Tipps für Besucher

Für alle, die 2019 zum ersten Mal zum Klassik Open Air wollen, haben wir ein paar Ratschläge parat:

Die richtige Ausstattung 

Nachmittags in den Luitpoldhain zu ziehen und mit Familie oder Freunden zu picknicken, bevor das Konzert los geht - das macht den Charme des Klassik Open Airs aus. Essen und Getränke erhält man auch an Gastroständen vorab, eine Picknickdecke oder Klappstühle sollte man aber in jedem Fall dabei haben.

Fast keins der Open Air-Konzerte vergeht, ohne dass es von oben ein wenig tröpfelt - oder sogar ziemlich schüttet. Deshalb ist ein Regenschirm selbst bei gutem Wetter sinnvoll. Denn in der Regel verbringt man mehrere Stunden auf der Wiese. Somit hat auch ein strahlend blauer Himmel genug Zeit, um zuzuziehen.

Außerdem schadet ein wenig Kleingeld nicht. Für 50 Cent kann man die mobilen Toiletten auf dem Gelände nutzen. 

Anfahrt und Parken

Wegen des großen Andrangs gilt an den Konzerttagen ein besonderes Verkehrskonzept mit Straßensperrungen. Komplett gesperrt ist die Bayernstraße. Die Schultheißallee darf nur aus der Richtung Hainstraße befahren werden, um zum Parkplatz Meistersingerhalle zu gelangen. Weitere Parkmöglichkeiten gibt es an der Großen Straße (Zufahrt über die Karl-Schönleben-Straße), am 21. Juli auch am Volksfestplatz. Die Parkplätze sind jeweils kostenpflichtig.

Die Stadt empfiehlt die Anreise mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln, deren Takt verstärkt wird und die auch die gesperrten Straßen befahren dürfen. Abstellmöglichkeiten für Räder gibt es zum Beispiel unterhalb des Kurt-Klutentreter-Stegs und in der Straße "An der Ehrenhalle".

Den passenden Platz finden

Weit vorne sind die Plätze meist sehr früh reserviert. Fans des Klassik Open Airs picknicken teils mit fein gedecktem und mühsam transportiertem Tisch schon Stunden vor dem Event. Wer erst kurz vor Konzertbeginn kommt, ergattert vermutlich nur noch einen Platz am Hang des Talkessels oder an den Wegen.

Aber: Alle Plätze haben Vor- und Nachteile. Am besten ist der Klang, wenn man im Bereich vor der Bühne sitzt. Entlang der Laufwege und bei den Verkaufsständen weiter hinten ist es naturgemäß lauter, und auch die Lautsprecher hört man etwas schlechter. Dafür kommt man nach Konzertende besser weg und muss keine weite Strecke zurücklegen, um sich mit Essen und Getränken zu versorgen. Insbesondere am Hang hat man außerdem einen wundervollen Blick, wenn bei einem bestimmten Stück alle Gäste ihre Wunderkerzen anzünden.

Dafür werden Wunderkerzen vorab verteilt, man kann sich natürlich auch selbst welche mitbringen - so geht man sicherlich nicht leer aus.

Bilderstrecke zum Thema

Erst Regen, dann Picknick: Das 2. Klassik-Open-Air 2018

Der Regen drohte am 4. August 2018, das Klassik-Open-Air in eine eher ungemütliche Veranstaltung zu verwandeln. Dann aber verzogen sich die Wolken, bei den rund 65.000 Besuchern kam gute Stimmung auf und der neue Chefdirigent der Symphoniker, Kahchun Wong, stellte sich dem fränkischen Publikum in Europas grünstem Konzertsaal vor.


Klassik Open Air: Eine Erfolgsgeschichte

Dieses Jahr ist zum 20. Mal Klassik Open Air - beim ersten Mal pilgerten nur 2000 Menschen zum Freiluftkonzert. Was daraus wurde: eine Erfolgsgeschichte, die ohne "treue Sponsoren und Unterstützer" wie N-Ergie und Sparda-Bank nicht möglich gewesen wäre, betont Kulturreferentin Julia Lehner. Das Rezept? Die Niederschwelligkeit des Events "und dass man selbst entscheidet, wann man die Picknickdecke verlässt".

2018 feierte Kahchun Wong als Chefdirigent der Symphoniker sein umjubeltes Debüt, diesmal ist Joana Mallwitz, Generalmusikdirektorin der Staatsphilharmonie, erstmals am Pult. "Ich freu’ mich riesig!", verkündet sie strahlend.

Weitere Infos unter www.klassikopenair.de. 

Anabel Schaffer, Simone Madre

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