Kommentar zum hohen Schutzaufwand in Bayreuth

Die Festspiele machen Mut, dürfen sich aber nicht zu sehr abschotten

26.7.2021, 16:49 Uhr
Kein Durchkommen: Das Gelände um das Bayreuther Festspielhaus war zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele am Sonntag, 25. Juli 2021, komplett abgeriegelt.

Kein Durchkommen: Das Gelände um das Bayreuther Festspielhaus war zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele am Sonntag, 25. Juli 2021, komplett abgeriegelt. © Foto: Thomas Heinold

Schon nach der Eröffnung der Bayreuther Festspiele am Sonntag lässt sich bilanzieren: Es hat sich gelohnt, trotz Corona und halbierter Zuschauerzahl die Veranstaltung in diesem Jahr zu wagen.

Gerade im Kulturbereich, der unter der Pandemie besonders gelitten hat, müssen Zeichen gesetzt werden, dass es weitergeht. Nur so kann die Kultur einigermaßen optimistisch in die Zukunft blicken.

Andererseits muss man kritisch anmerken, dass die Kombination aus Anti-Corona- und Anti-Terror-Maßnahmen, um den auch in diesem Jahr am Eröffnungstag stattfindenden Promi- und Politikerauftrieb in Bayreuth zu sichern, allen Anwesenden ein gerütteltes Maß an Gleichmut und Duldsamkeit abforderte.

Alle Laufwege sind genau reglementiert.

Alle Laufwege sind genau reglementiert. © Foto: Thomas Heinold

Rund um das Festspielgelände konnte man teilweise keinen Schritt mehr gehen, ohne seine Tasche durchsuchen lassen zu müssen oder irgendeinem Pfeil auf dem Boden oder einer sonstigen Anweisung folgen zu müssen.

Auch auf der Toilette gilt: Safety first. 

Auch auf der Toilette gilt: Safety first.  © Foto: Thomas Heinold

Symbolisch kann sich so der Eindruck einer totalen Abschottung der Hochkultur und ihrer Besucher einstellen. Das aber konterkariert die dringende Notwendigkeit, auch solche Ereignisse niederschwellig und für viele zugänglich zu sein. Gelingt das auf Dauer nicht, dürften massive Akzeptanzprobleme die Folge sein.

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