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"Fürchtet euch nicht"

Matthias Egersdörfer und "Fast zu Fürth" haben ein neues Live-Album aufgenommen - 25.05.2018 10:59 Uhr

Machen auch als in die Jahre gekommene Boyband immer noch eine gute Figur: Matthias Egersdörfer (Mitte) und seine Band Fast zu Fürth. © Foto: Stefan Minx/PR


"Egersdörfer", so weiß Kumpel Internet, "ist zudem Frontmann der in die Jahre gekommenen Boygroup Fast zu Fürth, die ,schlimme Comedy mit lustiger Musik’ verbindet und mit der er weiterhin regelmäßig Gastspiele gibt." Bei besagtem Herrn Egersdörfer handelt es sich natürlich um den bekannten fränkischen Kabarettisten, der hier hörbar ein Herzensprojekt am Laufen hat.

Fast zu Fürth darf man sich als musizierenden Freundeskreis vorstellen, der seine Wurzeln im ominösen Kulturverein Winterstein hat und der stilistisch irgendwo zwischen Ernst Jandl und Ernst Mosch, der frühen Nana Mouskouri und den späten Einstürzenden Neubauten rangiert, um hier mal ein paar Vergleiche in den Raum zu streuen, von denen es kein einziger auch nur im Ansatz trifft.

In Wirklichkeit sind Fast zu Fürth einfach nur die musikalische Erweiterung von dem, was die Herren Egersdörfer, (Philipp) Moll, (Lothar) Gröschel, (Smul) Meier und (Rob) Stephan künstlerisch sonst so treiben. Die Verlängerung ihres absurden Humors und ihrer grimmigen Alltagsbetrachtungen, der fiesen Kasperlfiguren und der nonchalanten Publikumsbeschimpfung hinein in das, was vielleicht einmal ein Chanson war. Oder ein Walzer hätte werden können. Oder in einem früheren Jahrhundert ein bekannter Popsong gewesen ist ...

Auch auf den 23 neuen, bei zurückliegenden Auftritten mitgeschnittenen Nummern (samt launiger Backstage-Schnipsel) mögen es die Musikanten wieder derb und laut, grotesk und ordinär. Heraus kommt am Ende jedoch stets etwas ganz Eigenes.

"Fast zu Fürth ist die Bestform", gibt sich das Presseinfo bescheiden — "die Sphinx am Totentor der Popmusik." Dem ist nichts hinzuzufügen. Einzig, dass die Veröffentlichung von "Fürchtet euch nicht" einen traurigen Anlass hat: Das von wunderbar-anarchischem Humor getragene Livealbum ist eine Verneigung vor dem 2016 gestorbenen Johannes Philipp Balthasar Moll, der bei FzF Maultrommel, Rassel und Waschbrett gespielt und diverse der verkannten Welthits geschrieben hat. Seinen Platz nimmt Tilo Heider ein.

ZAktuelle CD: Egersdörfer und Fast zu Fürth "Fürchtet euch nicht" (Beste! Unterhaltung). Live in Nürnberg am 30. Mai im Kunst- und Kurhaus Katana sowie am 31. Mai im Zentralcafé, am 1. Juni in Lauf im PZ-Kulturraum und am 2. Juni im Rundfunkmuseum Fürth. 

STEFAN GNAD

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