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Monty Python-Legende Terry Gilliam wird 80: "Laut Statistik müsste ich schon tot sein"

Der Regisseur verbringt seinen Geburtstag im Lockdown zuhause in London - 20.11.2020 16:40 Uhr

Die Comedy-Stars von Monty Python: hinten Terry Gilliam (links) und John Cleese, vorne links Terry Jones und Michael Palin.

19.11.2020 © Foto: Justin Williams/dpa


Einer von Terry Gilliams populärsten Filmen wirkt in diesen Zeiten auf unheimliche Weise aktuell. In dem Science-Fiction-Thriller "12 Monkeys" aus dem Jahr 1995 bedroht ein gefährliches Virus in der Zukunft die gesamte Menschheit, die deshalb im Untergrund lebt – quasi in einer Art Lockdown.

"Wollen Sie damit sagen, dass es meine Schuld ist?", scherzt Gilliam im Zoom-Gespräch. "Es lag immer in der Luft, dass eine Pandemie kommen wird, und jetzt ist es schließlich passiert." Und so verbringt der Regisseur seinen 80. Geburtstag im Lockdown zuhause in London.


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"Ich bin alt, aber sonst ist alles gut", sagt er bestens auflegt und lacht. "Laut der Statistik müsste ich schon tot sein, jedenfalls was Covid angeht. Aber ich bin nicht tot." Seine lebendige Art und sein ansteckendes Lachen lassen den früheren Monty Python-Komiker deutlich jünger wirken als 80.

Am 22. November 1940 kam Terrence Vance Gilliam in Minneapolis zur Welt. Als Teenager zog er mit seiner Familie nach Los Angeles. Dort hatte er in den 60ern oft Ärger mit der Polizei – wegen seiner langen Haare, meint Gilliam. "Das hieß, dass man ein Drogendealer oder -süchtiger sein musste, der wahrscheinlich vom Geld eines reichen Mädchens lebt." Doch der studierte Politikwissenschaftler verdiente sein Geld damals mit Werbung, als Comic- und Trickfilmzeichner.

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Eine ausgedehnte Rundreise durch Europa war der Beginn seiner tiefen Leidenschaft für den Kontinent. 1967 siedelte er nach London über. Sein späterer Monty Python-Kollege John Cleese vermittelte ihm einen Job bei der BBC, wo er die zukünftigen Pythons Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin traf. Als die TV-Serie "Monty Python‘s Flying Circus" 1969 debütierte, kreierte Gilliam als Zeichner die ikonischen Animationen, bevor er – nach Graham Chapman – sechstes Mitglied der Truppe wurde.

"Es war eine großartige Zeit, weil wir die Kontrolle darüber hatten, was wir machen wollten", schwärmt Gilliam. "Wir waren sechs Typen, die gemeinsam gearbeitet haben, die ihren Spaß daran hatten witzig zu sein, interessant, schockierend und manchmal anstößig. Wir haben all das gemacht, was man heute nicht mehr machen soll. Und wir haben uns ständig gestritten." Gilliam lernte dort auch die Kostümdesignerin Maggie Weston kennen, mit der er seit 1973 verheiratet ist. Das Paar hat zwei Töchter und einen Sohn.

Filme haben Kultstatus

Die Monty Python-Komödie "Die Ritter der Kokosnuss" war 1975 der erste Kinofilm, bei dem Terry Gilliam Regie führte. Später schuf er als Regisseur und Drehbuchautor Filmklassiker wie "Time Bandits" (1981), "Brazil" (1985) und "Angst und Schrecken in Las Vegas" (1998) – visionäre Filme, die zunächst nicht unbedingt große Kassenschlager waren, heute aber Kultstatus genießen. "Ich habe nie gelernt, wie man Filme macht", gibt Gilliam zu.

Seinen bislang letzten, "The Man Who Killed Don Quixote", stellte er 2018 fertig. Die Arbeit daran hatte schon 1989 begonnen, wurde unterbrochen und dann mit Jonathan Pryce und Adam Driver vollendet. "Wenn ich eine gute Idee habe, bin ich davon besessen", sagt er.


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PHILIP DETHLEFS (dpa)

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