Neuer Netflix-Horror bringt Zuschauer bis zum Erbrechen

18.10.2018, 15:26 Uhr
Heimelig sieht das Anwesen nicht gerade aus. Dass "Spuk in Hill House" aber derart heftige Reaktionen bei Zuschauern nach sich ziehen würde, hätte Netflix wohl vorab selbst nicht vermutet.

© Steve Dietl/Netflix Heimelig sieht das Anwesen nicht gerade aus. Dass "Spuk in Hill House" aber derart heftige Reaktionen bei Zuschauern nach sich ziehen würde, hätte Netflix wohl vorab selbst nicht vermutet.

Nachrichten, dass Filmzuschauer schockiert den Kinosaal verlassen, darin ohnmächtig werden oder sogar erbrechen, machten schon häufiger die Runde. Extreme Horrorfilme nutzen derartige Medienberichte sogar des Öfteren ganz bewusst zur Vermarktung der Streifen und führen derartige Reaktionen zum Teil als Qualitätsmerkmal auf. Von ähnlich extremen Nebenwirkungen berichten Zuschauer schon seit dem 12. Oktober nach der Ansicht von "Spuk in Hill House". Bei der Produktion handelt es sich aber nicht etwa um einen Horrorfilm, der die Kinos enterte, sondern um eine neue Horror-Serie von Streaming-Anbieter Netflix.

Die Serie adaptiert den gleichnamigen Roman von Shirley Jackson, der beispielsweise auch als Vorlage für den US-Horrorfilm "Das Geisterschloss" aus dem Jahr 1999 fungierte. "Spuk in Hill House" erzählt die Geschichte von fünf erwachsenen Geschwistern, die gemeinsam in einem der bekanntesten Spukhäuser des Landes aufwuchsen. Nach einer Tragödie wird die Familie wiedervereint und sieht sich plötzlich von Geistern ihrer Vergangenheit bedroht.

Der Titel klingt vergleichsweise zahm und nicht so grafisch wie etwa "Blutgericht in Texas". Dass es sich beim Horror aber nicht um kinderfreundlichen Grusel und niedliche Gespenster wie "Casper" handelt, wurde auch schnell Zuschauern klar, denen die durchaus ebenfalls gruselige Vorlage nicht vertraut war. Englischsprachige Zuschauer berichteten auf Twitter von Übelkeit und Erbrechen, deutsche Netflix-Abonnenten von Heulattacken und schlaflosen Nächten.

In einem Punkt aber waren sich Zuschauer und auch viele begeisterte Kritiker vorab einig: bei "Spuk in Hill House" handelt es sich um hochqualitativen Horror. Schon seit längerer Zeit versucht sich Netflix an Eigenproduktionen aus diesem Genre. Besonders im Serienbereich riefen die Originalformate allerdings entweder kaum Interesse hervor oder wurden von Rezensenten als nicht sehenswert befunden.

Der Schlüssel zum Erfolg von "Spuk in Hill House" liegt vermeintlich in Macher Mike Flanagan, der den populären Horror-Roman als Serie adaptierte. Zuvor verantwortete Flanagan bereits mit niedrigem Budget die Horrorfilme "Hush" (2016) und die Stephen-King-Adaption "Das Spiel" (2017), die als exklusive Netflix-Titel erschienen. Beide Filme hatten sich binnen kürzester Zeit zum Geheimtipp unter Horror-Liebhabern entwickelt.

Verwandte Themen


3 Kommentare