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Neues Musical für Nürnberg

Scharfe Zähne, weiße Hälse und ganz viel Blut: "Night(mare)" im "Cult" - 03.11.2017 19:06 Uhr

Spektakuläre Choreographien gehören bei Alexandra Vildosola (vorne re.) und ihrer Vampirtruppe dazu. © Fotos: Draminski


"Wir wollten den düsteren Gestalten des Musicals endlich eine Bühne bieten", erklärt die Sängerin Alexandra Vildosola und wischt sich verstohlen einen (künstlichen?) Blutstropfen aus dem Mundwinkel. Die Chefin des Vokal-Kollektivs "SingBar" – Vildosola nennt es "Projektplattform" – inszeniert und produziert Musical-Galas der etwas anderen Art; sie setzt dabei auf weniger bekanntes Repertoire, spannend ausgedachte Geschichten und ein junges Ensemble, das auch ausgefallene Ideen mitträgt.

Da wirkt der klingende (Musical-) Albtraum, den Alexandra Vildosola nur wenige Tage nach Halloween im "Cult" auf das Publikum loslässt, auf den ersten Blick schon fast wieder harmlos. Allerdings nur, bis man sich das Personal dieses musicalesken Horrorstreifens genauer anschaut. Denn in der "Bar des Teufels" dürfen die erzbösen Charaktere aus Musicals wie "Wicked" oder "Phantom der Oper" ungehemmt ihre Natur ausleben. Da werden spitze Zähne in schneeweiße Blondinenhälse geschlagen, Vampire und Werwölfe bitten die Gäste zum Dinner und der Irrsinn wird zum Normalzustand erklärt.

"Wir finden, es ist an der Zeit, den bösen Außenseitern endlich den Platz einzuräumen, der ihnen gebührt", erklärt Alexandra Vildosola und grinst hinterhältig. Bei ihren sinisteren Plänen kann sich die Sopranistin auf ein eingeschworen bissfestes Ensemble verlassen, welches das "SingBar"-Konzept des musikalischen Crossovers längst verinnerlicht hat. Werden doch hier jene Grenzen gegenstandslos, die Puristen bisweilen zwischen "ernster" und Unterhaltungsmusik ziehen wollen. Auch den Beckmessern und den Besserwissern geht es an den Kragen, wenn sich das Tor zur dunklen Seite öffnet.

Wer gute Nerven hat, besorgt sich Tickets auf eventim.de oder zahlt 25 Euro (20 Euro ermäßigt) an der Abendkasse. Sollte man zur Premiere aus fadenscheinigen Gründen keine Zeit haben: Die Vampirbande macht auch am 6. und 7. November sowie vom 12. bis zum 14. November den "Cult" unsicher. 

HANS VON DRAMINSKI

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