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Nürnberger Menschenrechts-Filmpreis für Flüchtlingsdrama

"Styx" dreht sich um ein kaputtes und hoffnungslos überfülltiges Migrantenboot  - 09.12.2018 15:28 Uhr

Neben Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (links) sprachen auch Schauspielerin Iris Berben (Fünfte von links) und Alt-Bundespräsident Joachim Gauck. © Roland Fengler


Der Film "Styx" um ein beschädigtes und hoffnungslos überfülltes Flüchtlingsboot ist mit dem Menschenrechts-Filmpreis in der Kategorie Langfilm ausgezeichnet worden. Bei der Preisverleihung am Samstagabend in Nürnberg bezeichnete die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, Iris Berben, den österreichischen Regisseur Wolfgang Fischer als mutig: Er habe einen Stoff ausgewählt, der zigfach an den südlichen Außengrenzen Europas tägliches Schicksal widerspiegele. Wer Migration als "die Mutter aller Probleme" ansehe, solle sich 95 Minuten Zeit nehmen, um in dem Drama "die grausame Realität auf den altersschwachen Booten, die im Mittelmeer treiben, kennenzulernen", sagte Berben.

Wolfgang Fischer wurde in Nürnberg für sein Flüchtlingsdrama "Styx" ausgezeichnet.


Vor mehr als 500 Gästen aus Politik, Kirchen, Medien und Organisationen der Zivilgesellschaft wurden die sechs Preisträger geehrt. Viele der insgesamt 382 eingereichten Filme beschäftigten sich in diesem Jahr mit den Themen Flucht und Integration. Zu den Preisträgern sprach am Abend auch der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck. "Ich freue mich, dass es so engagierte Künstlerinnen und Künstler gibt, die ihr Können in den Dienst der Menschenrechte stellen. Denn Film – Kunst – findet andere Türen in unsere Seelen als das politische Argument", sagte Gauck.

Kurzfilm-Preis geht an Irak-Drama 

Als bester Kurzfilm wurde die Doku "Joe Boots" von Florian Baron über einen Soldaten im Irak-Krieg geehrt. In der Kategorie Magazin gewann "Erst integrieren, dann abschieben: Deutschlands absurde Asylpolitik" von Naima El Moussaoui und Ralph Hötte.

Schauspielerin Iris Berben und Kabarettist Christoph Süß.


Alexander Hicks Dokumentation "Thinking like a Mountain" über das Volk der Arhuacos auf dem höchsten Berg Kolumbiens wurde als bester Hochschulfilm ausgewählt. "Just a normal Girl" von Vanessa Ugiagbe über Beschneidung, Zwangsheirat und Flucht aus Nigeria gewann bei den Amateuren, "Der Tatortreiniger - Sind Sie sicher?" von Arne Feldhusen und Mizzi Meyer in der Kategorie Bildung.

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis ist nach Angaben der Veranstalter ein unabhängiger Medienwettbewerb. Zu den Trägern gehören Organisationen der Menschenrechts-, Bildungs-, Kultur- und Medienarbeit, konfessionell geprägte Organisationen, Gewerkschaften sowie Wohlfahrtsverbände und kommunale Einrichtungen. 

dpa

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