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Provisorium in höchster Not: Opernhaus bekommt Brandschutztüren

Ohne die Maßnahme wäre die Sicherheit im Gebäude nicht mehr gewährleistet - 26.02.2021 13:54 Uhr

Die Fassade sieht ja noch ganz ordentlich aus, aber das täuscht. Die Bausubstanz des Opernhauses sei marode, betonen die Verantwortlichen des Staatstheaters. Nun sollen Brandschutztüren im Inneren zumindest vorläufig die ärgsten Mängel beseitigen.

28.03.2012 © dpa


Im Opernhaus werden nun - bildlich gesprochen - die ärgsten Lücken beim Brandschutz gestopft, damit, wenn die Coronakrise einmal vorbei ist, wieder die zulässige Höchstzahl von 1038 Besuchern die Plätze einnehmen kann.

Im Foyer im Erdgeschoss, bei den Oberen Foyers und beim Zugang zum Gluck Saal werden derzeit Brandschutztüren eingebaut und derart mit der Brandmeldeanlage gekoppelt, dass sie im Ernstfall sich schließen und zwei voneinander entrauchungsfreie Fluchtwege ermöglichen sollen.

Weil dies bisher nicht der Fall war, wurde im November 2020 nach einer neuen Brandschutzuntersuchung die zulässige Besucherzahl auf 200 limitiert - die Maßnahme kam nur nicht zur Wirkung, weil das Theater coronabedingt sowieso schließen musste.


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Der Einbau der neuen Brandschutztüren soll nach Ostern abgeschlossen sein, vorher wäre nach derzeitigem Stand der Pandemieschutzmaßnahmen sowieso kein Spielbetrieb möglich. Das erläuterten am Freitag der Geschäftsführende Direktor des Staatstheaters Christian Ruppert und der Technische Direktor des Hauses, Peter Gormanns, bei einem Pressetermin.

War ursprünglich der Einbau von Brandschutzwänden vorgesehen, hätten die weiteren Planungen ergeben, dass der Einbau von Brandschutztüren reiche. Sie sind eine ästhetisch ansprechendere Lösung und sollen immer offen stehen - außer natürlich bei Feueralarm.

Gut 2,20 Meter ist jede der Türen breit, zum Teil werden sie doppelflügelig eingebaut, rund 200.000 Euro kostet diese Maßnahme. Dass es sich dabei um ein Provisorium handelt, betonten die beiden Staatstheater-Verantwortlichen. Ruppert: „Wir erkaufen uns damit etwas Zeit bis zur Generalsanierung, ungefähr vier bis fünf Jahre.“


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Mit Hochdruck werde derzeit die Suche nach einer Interimslösung „für den ganzen Betrieb“, das heißt insgesamt rund 640 Mitarbeiter des Staatstheaters, betrieben, so Ruppert. Zwei Wege werden dabei beschritten: In einem am 1. März schließenden Interessenbekundungsverfahren haben private Investoren die Möglichkeit, ihre Pläne für das Betreiben der Interimslösung vorzulegen. Findet sich da kein geeigneter Bewerber, wird die Stadt die Ausweichspiel- und Betriebsstätte in Eigenregie suchen. Sie muss das tun, denn sie ist Eigentümerin der Immobilie Opernhaus und nach der Stiftungssatzung verpflichtet, sich um den Bauunterhalt zu kümmern.

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Bis Ende 2021 soll die Interimslösung feststehen, rund drei Jahre später beginnt der Umzug dorthin. Ruppert macht deutlich, dass es zu diesem Zeitplan keine Alternative gibt: „Die Mängel am Gebäude, die bei den Voruntersuchungen zur Sanierung zu Tage treten, sind gravierend.“

Würden Zeit- und Sanierungsplan nicht eingehalten, drohe eine sofortige, dauerhafte Betriebsschließung, ähnlich wie das beim Theater Augsburg der Fall war, so Ruppert.

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„Nur Farbe und Fassade täuschen im Moment über den maroden Zustand des Opernhauses hinweg“, sagte Peter Gormanns. Die letzte Sanierung aus dem Jahr 1998 sei eigentlich nur eine sogenannte „Pinselsanierung“ gewesen, sei also an der Oberfläche geblieben.

Die Ursache der gravierendsten Baumängel liege in dem rabiaten und schlecht durchgeführten Umbau des Opernhauses durch die Nationalsozialisten in den 1930er Jahren. so Gormanns. Damals sei das Haus nicht nur ästhetisch verschandelt, sondern massiv in seiner Substanz beschädigt worden.

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