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Stabwechsel am Gostner Hoftheater

Nürnberger Privattheater feiert 40-jähriges Bestehen und bekommt neue Leitung. - 08.05.2019 16:26 Uhr

„Caligula und das Mädchen auf der Treppe“: Szene mit Denis Geyersbach, Lisa Kusz und Robert Oschatz (von links) aus dem Erfolgsstück von Helwig Arenz, das im November wieder auf dem Spielplan des Gostner Hoftheaters steht. © FOTO: Olga Komarova


Klar, die Jubiläumssaison wollte sich Hoffmann nach 40 Jahren nicht entgehen lassen und hat mit ihrem Team noch eifrig mitgeplant. "Auch das Festival ,Lichtblicke‘ wollte ich noch aktiv mitmachen", sagt sie. Aber am 1. Dezember soll Schluss sein. Auch Gerhard Kohler, ihr Mann und bislang Technischer Leiter, wird sein Amt im Gostner Hoftheater an andere übergeben.

Die neuen Chefs teilen sich die Aufgaben: Geschäftsführerin wird Isabelle Pyka, die seit einigen Jahren schon hinter den Kulissen in der Austraße Erfahrung gesammelt und das Festival "Lichtblicke" mitorganisiert hat. Die künstlerische Leitung wird – und das ist vielleicht die kleine Sensation – ein Nicht-Nürnberger übernehmen, der allerdings ausgiebige Gostenhof-Erfahrung gesammelt hat: Laurent Gröflin ist Schweizer, kam für die Outdoor-Mitmach-Theater-Performance "Quo vadis Gostenhof" erstmals ans Gostner und hat zuletzt einen ebenfalls draußen herumstreunenden "Don Quijote" für das Off-Theater inszeniert. "Er hat gute internationale Kontakte und das Ziel, mit dem Gostner in die weite Welt hinauszugehen oder die zu uns zu holen", sagt Hoffmann.

Das Konzept von Eigenproduktionen mit Klassikern und neu entdeckten Stücken sowie Gastspielen für junges und älteres Publikum, dazu Musik und Kabarett, bleibt aber das alte. "Wir fühlen uns immer noch jung", betont Gisela Hoffmann stellvertretend für das ganze Team und hat den neuen Spielplan mit eine würzigen Mischung aus Jubiläumsveranstaltungen und Stücken gefüllt, die das Hier und Jetzt spiegeln. Zum Beispiel mit Neil laButes "Eine Art Liebeserklärung", einem Beziehungsstück des gewieften Dramatikers, das die Fallstricke des Paar-Lebens herauskehrt (Premiere 13. November).

In "Momentum" von Lot Vekemans geht es um eine Frauenexistenz an der Seite eines erfolgreichen Mannes (ab 15. Januar 2020). Die scharfzüngige Sibylle Berg ist gleich zweimal vertreten: "Wonderland Ave." hat am 18. März Premiere und umkreist die Frage nach der Zukunft der Arbeit in Zeiten künstlicher Intelligenz. Fürs junge Publikum gibt es "Mein ziemlich seltsamer Freund Walter" (9. Juli). Über Vereinsmeier machen sich Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob in der Komödie "Extrawurst" Gedanken (6. Mai 2020). Am 23. April hat "Erschlagt die Armen" von Shumona Sinha Premiere, eine Romanadaption über die Kehrseiten des Asylsystems.

Wer ein Premieren-Abo im Gostner ergattern will, muss sich hinten anstellen: Seit Jahren sind sie vergeben. Aber es gibt acht (!) weitere Abo-Möglichkeiten, dabei sind auch Gastspiele, z.B. von Helmut Schleich oder dem Bayerisch-Diatonischen Jodelwahnsinn zu haben.

Zur Feier der vier Jahrzehnte erfolgreicher Theaterarbeit wird es am 14. September aber erst mal eine große Gostner-Gala geben. Samt Bürgerchor und einer Kooperation mit dem Spielzeugmuseum. Schließlich residiert man in einer ehemaligen Spielzeugfabrik.

InfoAbo-Infos und Kartenbestellung: Tel. 09 11/ 26 15 10, www.gostner.de

VON KATHARINA ERLENWEIN

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