Musikalischer Reisigbesen in Hersbruck

Musikinstrument auf den zweiten Blick: Kein Reisigbesen, sondern ein Alphorn.

Musikinstrument auf den zweiten Blick: Kein Reisigbesen, sondern ein Alphorn. © Ruppert

Ein Reisigbesen ist im Hirtenmuseum sicher nichts Besonderes. Doch das gute Stück hinter Glas in den Ausstellungsräumen hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich: Es handelt sich in Wirklichkeit um ein Alphorn. In der Schau sind etwa 100 solcher Naturinstrumente zu bewundern: Vom typischen Schweizer Tonwerkzeug über eine nordische Lure oder ein Besenalphorn "in F" bis hin zum australischen Didgeridoo.

Alle stammen aus der Sammlung von Franz Schüssele aus dem Schwarzwald. "Einige der Alphörner würde ich lieber nicht in den Mund nehmen", sagte Hersbrucks zweiter Bürgermeister Peter Uschalt  bei der Eröffnung. Dazu zählt sicher die tibetische Trompete aus einem menschlichen Oberschenkelknochen. Peter Uschalt zeigte sich beeindruckt, wie unterschiedlich die Alphörner aus vier verschiedenen Kontinenten aussehen.

Museumsleiterin Ingrid Pflaum erläuterte kurz den Zweck der Instrumente: Signale an Mensch und Tier geben, Dämonenbeschwörung, Feindabschreckung, Untermalung von religiösen Zeremonien und natürlich Musizieren. Franz Schüssele demonstrierte, wie die Hörner klingen. Neben den bekannten getragenen Rufen entlockte er seinen Mitbringseln die seltsamsten Laute bis hin zum Grunzen eines Schweins. Wer ihm Konkurrenz machen möchte: Im Hirtenmuseum gibt es ein Alphorn zum Ausprobieren. Die Ausstellung läuft bis zum 6. September.

Keine Kommentare