Arbeitsrecht

Impfpflicht: Darf beim Bewerbungsgespräch ein Nachweis verlangt werden?

11.1.2022, 10:33 Uhr
Schon im Einstellungsverfahren können bestimmte Arbeitgeber künftig den Nachweis des Impfstatus verlangen.

© Zacharie Scheurer/dpa-tmn Schon im Einstellungsverfahren können bestimmte Arbeitgeber künftig den Nachweis des Impfstatus verlangen.

Die Nervosität vor einem Bewerbungsgespräch ist allseits bekannt. Etliche Ratgeber im Internet listen Verhaltenstipps, mögliche Interview-Fragen und sogar "die besten Outfits" für das perfekte Bewerbungsgespräch auf. Neuerdings ist eine Frage hoch im Diskurs: Darf der Arbeitgeber künftig schon im Vorstellungsgespräch nach dem Nachweis fragen? Ja, und das ist im Gesetz sogar eindeutig geregelt.

Berechtigtes Interesse an dem Nachweis

"Der Nachweis ist die Voraussetzung, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer überhaupt beschäftigen zu dürfen", sagt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Offenburg. Der Arbeitgeber habe also ein berechtigtes Interesse von Bewerberinnen und Bewerbern diesen Nachweis zu fordern.

Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts

Grundsätzlich gilt: Im Einstellungsverfahren darf der Arbeitgeber Fragen stellen, die Themen betreffen, an deren Kenntnis er ein berechtigtes betriebliches Interesse hat.

Dem gegenüber steht der Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts - beides müsse der Arbeitgeber gegeneinander abwägen. Weil es zu den Nachweisen im Bezug auf die Impfung zum Schutz vor Covid-19 eine gesetzliche Regelung gibt, ist die Frage nach dem Nachweis aber in jedem Fall gestattet.

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