Polizei ermittelt

Kochsalzlösung statt Impfstoff: Corona-Kritikerin im Visier

7.5.2021, 16:39 Uhr
Um zu vertuschen, dass sie eine Impfstoff- Ampulle zerbrochen hat, impfte eine Krankenschwester in Friesland Menschen mit einer wirkungslosen Kochsalzlösung.

Um zu vertuschen, dass sie eine Impfstoff- Ampulle zerbrochen hat, impfte eine Krankenschwester in Friesland Menschen mit einer wirkungslosen Kochsalzlösung. © Mohssen Assanimoghaddam, dpa

Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven und Friesland ermittelt gegen eine Frau, die in dem friesländischen Impfzentrum Schortens sechs Corona-Impfberechtigte mit einer wirkungslosen Kochsalzlösung geimpft hat. Bei den Ermittlungen sind die Beamten auf eine "einstellige Zahl an coronakritischen Posts" gestoßen, die die Mitarbeiterin auf Facebook veröffentlichte. Unter anderem soll sie bei einem dieser Posts die Pandemie mit einer Grippe verglichen haben, so der Spiegel. Auch über den Messenger-Dienst WhatsApp soll die Frau eine Karikatur verschickt haben, die bei Verschwörungsideologen kursiert.


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Die Frau machte allerdings den Fehler und erzählte einer Kollegin davon, dass sie Menschen mit Kochsalzlösung geimpft habe. Diese meldete den Fall umgehend dem Arbeitgeber. Rund 200 Geimpfte mussten daraufhin getestet werden und sollen gegebenenfalls eine neue Impfung bekommen.

Am vergangenen Samstag wurde die Polizei in den Fall mit einbezogen und die Mitarbeiterin des Impfzentrums, die dort seit Februar einen befristeten Arbeitsvertrag hatte, wurde entlassen. Gegenüber der Polizei gestand die Frau, dass ihr am Mittwochmorgen in der vorherigen Woche eine Ampulle mit Impfstoff heruntergefallen war. Aus diesem Grund habe sie Kochsalzlösung in sechs Ampullen aufgezogen, um diesen Vorfall zu vertuschen und um nicht entlassen zu werden. Die Polizei hält diese Aussage trotz der kritischen Posts für glaubwürdig.

Die 197 Personen, die an diesem Tag geimpft wurden, hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zu einem erneuten Impftermin eingeladen. 80 davon erhielten demnach eine Zweitimpfung und mussten nun erneut geimpft werden. Durch Tests will man nun nachweisen, welche Personen die Kochsalzlösung bekommen haben und somit die Erstimpfung wiederholen müssen. Die Ergebnisse der Tests stehen noch aus.


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