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Mann sticht mit Messer auf zwei Monate altes Baby ein

Anschließend sprang der 40-Jährige vom Balkon und kam dabei ums Leben - 21.07.2019 14:54 Uhr

Rostock: Polizisten, Feuerwehrleute und Anwohner stehen vor einem Hochhaus, in dem ein Mann zuvor auf einen Säugling eingestochen hatte und dann über die Balkonbrüstung geklettert war, um in die Tiefe zu springen. © Stefan Tretropp, dpa


Auf einen Säugling hat ein Mann in Rostock mit einem Messer eingestochen und dem Baby dabei schwerste Verletzungen zugefügt. Anschließend sei der 40-Jährige vom Balkon der Wohnung im fünften Obergeschoss gestiegen und in die Tiefe gesprungen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Dabei sei er ums Leben gekommen. Das Baby wurde in der Universitätsklinik Rostock notoperiert. Nachbarn hatten dem Sprecher zufolge am Samstag kurz vor Mitternacht die Polizei gerufen, weil aus der Wohnung lautes Geschrei drang.

Die Ermittler halten eine Beziehungstat für möglich, obwohl zunächst unklar blieb, ob der Mann der Vater des Kindes war. Er habe sich regulär in der Wohnung aufgehalten und sei nicht eingedrungen, hieß es. Die 18 Jahre alte Mutter des Babys war zur Tatzeit auch in der Wohnung. Sie habe einen Schock erlitten und bislang nicht vernommen werden können, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock. Beide seien Deutsche. Mit weiteren Ermittlungsergebnissen sei frühestens am Montag zu rechnen.

Zu Details wollten sich Staatsanwaltschaft und Polizei zunächst nicht äußern. Laut NDR soll der Mann an der Wohnungseingangstür Barrikaden errichtet haben, die die Polizei erst überwinden musste. Außerdem habe er das Kind über die Balkonbrüstung gehalten und gedroht, es fallen zu lassen, ehe die Beamten es an sich bringen konnten.

Der Deutschen Kinderhilfe zufolge steht bei rund einem Viertel aller Kinder, die durch Mord oder Totschlag ums Leben kommen, eine Trennung der Eltern und ein Streit um das Sorge- und Umgangsrecht im Hintergrund. Der Vorstandsvorsitzende Reiner Becker beruft sich bei dieser Angabe auf eigene Erhebungen und eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen. "Wir brauchen mehr Sensibilität bei den Jugendämtern, Familiengerichten und bei der Polizei, auch an eine derartige Möglichkeit einer Eskalation einer Trennung zu denken, um dann so schnell wie möglich vorbeugend tätig zu werden", forderte Becker am Sonntag. 

dpa

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