Umstrittenes Interview

Aiwanger begründet Impfskepsis: Nebenwirkungen, bei denen einem "die Spucke wegbleibt"

29.7.2021, 11:01 Uhr
Hubert Aiwanger: Der einzige im bayerischen Kabinett, der sich bisher nicht hat impfen lassen. 

Hubert Aiwanger: Der einzige im bayerischen Kabinett, der sich bisher nicht hat impfen lassen.  © Christophe Gateau, dpa

Bis auf Weiteres habe er sich immer noch nicht um einen Impftermin gekümmert, erklärte Aiwanger in einem Interview im Deutschlandfunk. Der Vorsitzende der Freien Wähler und bayerische Vize-Ministerpräsident ist im Kabinett von Markus Söder (CSU) der einzige Politiker, der noch keine Corona-Impfung erhalten hat.

Er warte mit einer Impfung, bis er selbst überzeugt sei, dass diese für ihn ganz persönlich sinnvoller sei, als ungeimpft zu bleiben, sagte der Chef der Freien Wähler. Man müsse auch kein Geheimnis daraus machen, dass er aus seinem privaten Umfeld von Impfnebenwirkungen höre, bei denen einem "die Spucke wegbleibe". Konkrete Beispiele dazu wollte Aiwanger aber nicht nennen.

Es gehe darum, bei der Frage, was dem Einzelnen vom Staat aufgezwungen werden dürfe, die rote Linie nicht zu überschreiten, sagte Aiwanger. "Mein Köper, darüber entscheide ich selbst. Das letzte Wort liegt bei mir." Aiwanger erklärte, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, müsse es bei bestimmten Anlässen weiterhin Tests geben: "Es wird auch der Geimpfte am Ende nicht darum herumkommen, sich bei gewissen Anlässen zu testen." Dies sei besser, als "Jagd" auf diejenigen zu machen, die nicht geimpft seien.


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Der bayerische Wirtschaftsminister forderte zudem, Impfskeptiker mit Argumenten zu überzeugen. Dabei sollte auch mit den inzwischen bekannten Nebenwirkungen offen umgegangen werden. In Bayern haben rund 59 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung gegen Corona erhalten. Das liegt leicht unter dem Bundesdurchschnitt von knapp über 61 Prozent.

Seine erneuten impfskeptischen Aussagen im Deutschlandfunk lösten insbesondere in den sozialen Netzwerken kontroverse Reaktionen aus. Einige Nutzer warfen dem Minister auf Twitter vor, Fake News zu verbreiten; auch Politiker mehrerer Parteien kritisierten Aiwanger scharf.