Sonntag, 17.11.2019

|

zum Thema

Antisemitischer Übergriff: Männer bespuckt und beleidigt

Rabbiner und seine Söhne wurden in München als "Scheiß Juden" bezeichnet - 06.08.2019 14:25 Uhr

Das Trio sei am Samstag am frühen Nachmittag aus der Synagoge gekommen, als es zunächst von einem bislang unbekannten Mann von der gegenüberliegenden Straßenseite als "Scheiß Juden" beleidigt wurde. Durch das Tragen der Kippa, der traditionellen jüdischen Kopfbedeckung, seien die drei Männer von dem Täter als Juden identifiziert worden, teilte die Polizei auf Nachfrage mit.


Zahl der antisemitischen Vorfälle 2018 deutlich gestiegen


Eine bislang unbekannte Frau habe aus ihrem Pkw heraus den Vorfall beobachtet und daraufhin einen der beiden 19-Jährigen ebenfalls als "Scheiß Jude" beleidigt. Als sich der junge Mann an die Beifahrerseite begab, um die Frau anzusprechen, wiederholte sie ihre Beleidigung und spuckte ihm durch das geöffnete Autofenster ins Gesicht. Anschließend fuhr sie davon. Die Kriminalpolizei ermittelt nun gegen die beiden Tatverdächtigen wegen Volksverhetzung und Beleidigung.

Spaenle entsetzt über Vorfall

Bayerns Antisemitismus-Beauftragter Ludwig Spaenle (CSU) zeigte sich entsetzt über den Vorfall und bezeichnete ihn als "Angriff auf die ganze Münchner Stadtgesellschaft". Er forderte die Bürger auf, bei auffälligem Handeln gegenüber Jüdinnen und Juden genau hinzuschauen und konsequent zu handeln: "Wir müssen deutlich machen, dass wir das Angehen von Jüdinnen und Juden bei uns nicht dulden." Im Bedarfsfall seien sofort die Polizei und die Sicherheitsbehörden zu verständigen. Bayern werde Übergriffe auf Menschen jüdischen Glaubens nicht dulden. Erst Ende Juli war in Berlin ein Rabbiner in Begleitung eines seiner Kinder von zwei Männern auf Arabisch beschimpft und bespuckt worden.

dpa

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: Politik