Auftrag vergeben: Stadt will Tunnel für Frankenschnellweg

30.7.2015, 06:00 Uhr
Der Verkehr verschwindet in der Erde - alles gut? Die Tunnel-Lösung bleibt auch im Stadtrat weiter Favorit.

Der Verkehr verschwindet in der Erde - alles gut? Die Tunnel-Lösung bleibt auch im Stadtrat weiter Favorit. © Stadt Nürnberg

"Für viele läuten ja offenbar bereits die Totenglocken für den Frankenschnellweg“, sagt der Zweite Bürgermeister Christian Vogel. Er ist als Chef des städtischen Servicebetriebs Öffentlicher Raum (Sör) auch zuständig für das wohl größte Verkehrsprojekt seit langem. "Doch wir haben ein klares Ziel und eine Botschaft an die Bürger: Der Frankenschnellweg muss ausgebaut werden."

Um diesem Ziel einen Schritt schneller näher zu kommen, fand am Mittwoch nicht nur ein wichtiges Treffen für die geplante Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) statt. Der Stadtrat hat auch in einer nicht-öffentlicher Sitzung entschieden, zumindest die Planungen für den kreuzungsfreien Ausbau weiter voranzutreiben. Er beauftragte ein Ingenieurbüro, für den Abschnitt Mitte die Tunnelkonstruktion zu planen.

Das ist das Herzstück des kreuzungsfreien Ausbaus, verschwindet hier doch in dem Abschnitt zwischen der Rothenburger Straße und der Otto-Brenner-Brücke der Verkehr auf einer Länge von 1,8 Kilometern unter der Erde. Oben drüber kann dann der Stadtraum ganz neu gestaltet werden. Vogel versicherte, dass die mit den Bürgern erarbeiteten Ziele zur Gestaltung im Umfeld des Frankenschnellwegs auch umgesetzt würden.

Auch ein politisches Signal

Die Entscheidung des Stadtrats von ist auch ein politisches Signal. Denn der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte im Juni eine Berufung von zwei Klägern (einer Privatperson und des Bund Naturschutz) gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau zugelassen. Dabei geht es um die Frage, ob es sich nicht doch um eine Schnellstraße handelt (wie von den Klägern behauptet) statt um eine Kreisstraße (Stadt und Regierung von Mittelfranken), und ob deshalb auch eine UVP nötig ist.

"Wir verlieren sonst bis zu drei Jahre Zeit", betont der technische Sör-Werkleiter Marco Daume, sollten die Planungen ruhen. Deshalb drückt die Stadt nun weiter auf die Tube.  Der interne Zeitplan für das Ausbauprojekt geht derzeit von einem Baubeginn im Abschnitt West von Frühjahr 2019 aus. Der Abschnitt Mitte mit dem Tunnel soll dann ab 2021 in Angriff genommen werden. Zwei Jahre später als ursprünglich gedacht.

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