Gaspreise: "Wir dürfen uns nicht erpressen lassen"

Baerbock will Nord Stream 2 bremsen

20.10.2021, 10:03 Uhr
Ein Gazprom-Mitarbeiter vor dem Startpunkt der Pipeline: Die Grünen fürchten Machtmissbrauch durch Putin.

Ein Gazprom-Mitarbeiter vor dem Startpunkt der Pipeline: Die Grünen fürchten Machtmissbrauch durch Putin. © Peter Kovalev via www.imago-images.de, NN

Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, erwartet nach eigenen Angaben, dass auch die kommende Bundesregierung an der Erdgas-Fernleitung Nord Stream 2 festhalten wird. "Das Projekt entspricht den Interessen der deutschen Wirtschaft und der Bevölkerung. Es garantiert die Energiesicherheit", sagte Netschajew der "Berliner Zeitung".

Außerdem sei es ein Projekt mehrerer europäischer Länder. Erdgaslieferungen seien "kein politisches Druckmittel" für Russland, "sondern ein gutes Geschäft für alle Beteiligten", sagte Netschajew.

Die Grünen-Chefin Annalena Baerbock plädierte dagegen im Gespräch mit der Funke Mediengruppe dafür, Nord Stream 2 vorerst keine Betriebserlaubnis zu erteilen. Nach europäischem Energierecht müsse der Betreiber "ein anderer sein als derjenige, der das Gas durchleitet". "Solange das ein und derselbe Konzern ist, darf die Betriebserlaubnis nicht erteilt werden."

"Pokerspiel" mit Energiepreisen

Hintergrund ist die Sorge, dass Russland die Leitung zur geopolitischen Einflussnahme missbraucht - indem es etwa das Transitland Ukraine wirtschaftlich ausbremst oder die EU durch Lieferstopps unter Druck setzt. Baerbock warf Russland ein "Pokerspiel" mit den Energiepreisen vor und mahnte: "Wir dürfen uns nicht erpressen lassen."

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