Dienstag, 24.11.2020

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Corona in Amerika: Trump verspricht baldiges Pandemie-Ende

Rund zwei Wochen vor US-Wahl schießt Trump gegen Gesundheitsexperten Fauci - 20.10.2020 08:27 Uhr

dpatopbilder - 19.10.2020, USA, Tucson: Donald Trump, Präsident der USA, spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung am internationalen Flughafen Tucson im Bundesstaat Arizona. Foto: Ross D. Franklin/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

20.10.2020 © Ross D. Franklin (dpa)


Rund zwei Wochen vor der US-Wahl hat Präsident Donald Trump Stimmung gegen renommierte Gesundheitsexperten und die kritische Pandemie-Berichterstattung vieler Medien gemacht. "Die Leute haben die Pandemie satt", sagte der Republikaner am Montag (Ortszeit) bei einem Wahlkampfauftritt im südwestlichen Bundesstaat Arizona. "Die Pandemie ist bald vorbei", versprach er seinen Anhängern - obwohl das im Widerspruch zur aktuellen Entwicklung in den USA steht, wo die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder anstieg.


US-Wahl: Das will Trump-Herausforderer Joe Biden


Zuvor hatte Trump den Top-Immunologen Anthony Fauci Medienberichten zufolge schwer gescholten und ihm Fehler beim Management der Pandemie vorgeworfen. "Der Typ ist eine Katastrophe", sagte Trump nach Angaben der "New York Times" in einer Telefonschalte mit seinem Wahlkampfteam. "Die Leute haben es satt, Fauci und diese Idioten zu hören, all diese Idioten, die Fehler gemacht haben." Trump sagte nach Angaben von CNN mit Blick auf Fauci: "Wenn ich auf ihn gehört hätte, hätten wir 500 000 Tote." Trump dementierte die Berichte nicht. Auf Twitter schrieb er: "Alles, was ich von Tony verlange, ist, dass er bessere Entscheidungen trifft."

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Donald Trump: Ein US-Präsident wie keiner vor ihm

Am 20. Januar 2017 wurde der Immobilien-Milliardär Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Längst ist klar: Einen solchen Präsidenten hatten die USA noch nie. Ständig gibt es Show und Selbstlob, während Fehler immer auf die Kappe anderer gehen. Und in der Substanz: Abreißen, was seine Amtsvorgänger in 70 Jahren amerikanischer Außenpolitik aufgebaut haben.


In den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, sind bislang mehr als 220 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Seit Beginn der Pandemie haben sich mehr als 8,2 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten mit dem Virus angesteckt. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt wieder auf etwa 50 000 pro Tag.

Der renommierte Gesundheitsexperte Fauci (79) ist Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten und Teil der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses. Selbst in Trumps Partei regte sich angesichts seiner heftigen Kritik Widerspruch. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im US-Senat, Lamar Alexander, teilte auf Twitter mit, Fauci sei einer der angesehensten Beamten überhaupt und habe unter sechs US-Präsidenten gearbeitet. "Wenn mehr Amerikaner auf seinen Rat hören würden, hätten wir weniger Fälle von Covid-19."

Trump wiederum setzte seine Angriffe bei zwei Wahlkampfauftritten in Arizona fort. Die Menschen hätten es satt, dass Medien wie der liberale Sender CNN nur noch über die Pandemie sprächen, sagte Trump. Er warf CNN vor, so negativ über die Pandemie zu berichten, damit die Leute nicht zur Wahl gingen. "Die Leute kaufen Euch das nicht ab, CNN, ihr dummen Bastarde", sagte Trump unter dem Jubel seiner Anhänger.

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Zehn Dinge, die Sie über die US-Präsidentschaftswahl wissen müssen

Amerika wählt - und zwar am 3. November 2020. Zur Wahl stehen an diesem Tag keineswegs nur Donald Trump und Joe Biden - und die meisten Wählerstimmen bedeuten nicht automatisch den Sieg. Wir haben für Sie in einer Bildergalerie zusammengetragen, was Sie wissen müssen, um mitreden zu können.


Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden verurteilte Trumps Äußerungen zur Pandemie und dessen Kritik an Fauci. "Herr Präsident, Sie haben in einer Hinsicht Recht: Die Amerikaner haben es satt. Sie haben ihre Lügen über dieses Virus satt", erklärte Biden. "Sie haben es satt, zuzusehen wie noch mehr Amerikaner sterben und mehr ihre Jobs verlieren, weil Sie sich weigern, diese Pandemie ernst zu nehmen."

In Umfragen stellt eine Mehrheit der Amerikaner Trump seit Monaten ein schlechtes Zeugnis für dessen Krisenmanagement in der Pandemie aus. Fauci genießt in Befragungen deutlich mehr Vertrauen als der Präsident.

Welches Zitat stammt wirklich von Trump?

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Hat er das gesagt - oder doch nicht? Testen Sie hier Ihr Trump-Wissen!

© Paul Hennessy, dpa

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Frage 1/20:

"Ich denke, wir haben in der Pandemie vermutlich einen besseren Job als jedes andere Land gemacht."

Ja - das hat US-Präsident Donald Trump am 10. September 2020 bei einem Wahlkampfauftritt in Freeland im Bundesstaat Michigan gesagt.

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Frage 2/20:

"Ich sehe mich jetzt als Kriegspräsident.“

Ja - auch diese Aussage stammt von Trump. Sie stammt von einer Pressekonferenz zu Corona am 18. März 2020.

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Frage 3/20:

"Jeder dieser Ärzte fragt: 'Warum wissen Sie so viel darüber?' Vielleicht bin ich ein Naturtalent.“

Ja - das hat Donald Trump bei einem Auftritt am 6. März 2020 mit Fachleuten der Seuchenschutzbehörde CDC gesagt.

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© Screenshot

Frage 4/20:

"Es schneit und friert in New York. Wir brauchen globale Erwärmung!"

Ja - das war ein Tweet von Trump vom 7. November 2012.

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Frage 5/20:

"Ich liebe ihren oberen Körper."

Ja - das sagte Trump über das Aussehen von Halle Berry in der "Howard Stern Show" am 6. Februar 2013.

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Frage 6/20:

"Ich will nichts schwabbeln sehen."

Nein - das hat nicht Trump gesagt, sondern Heidi Klum in der 11. Staffel von "Germany's Next Top Model" (GNTM) am 30. März 2018.

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Frage 7/20:

"Es wird jetzt interessant - Quietschender-Hintern-Zeit nenne ich das."

Nein - es war Manchester Uniteds Trainer Alex Ferguson, der so den Kampf um die Premier-League-Meisterschaft kommentierte.

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Frage 8/20:

"Das hier ist mehr Arbeit als früher. Ich dachte, es wäre leichter."

Ja – so antwortete Trump in einem Reuters-Interview am 28. April 2017.

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Frage 9/20:

"Nur ich kann ewig leben."

Nein – das sagt Lord Voldemort in dem Harry-Potter-Band "Heiligtümer des Todes".

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Frage 10/20:

“Meine Finger sind lang und schön, wie gut dokumentiert wurde, auch andere Teile meines Körpers."

Ja – das war Trumps Reaktion auf eine spöttische Bemerkung im Spy Magazine, in auf die er am 4. März 2011 in einem Interview mit der Promiseite "Page Six" der New York Post antwortete.

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Frage 11/20:

"Wir können keinen Leuten trauen, die solch schlechtes Essen haben."

Nein – diese Aussage über die Briten machte Frankreichs Präsident Jacques Chirac am Rande des Treffens mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin in Kaliningrad am 3. Juli 2005.

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Frage 12/20:

"Ich habe ein gewinnendes Naturell. Ich weiß zu gewinnen."

Ja – das sagte Trump beim ersten TV-Duell gegen Hillary Clinton am 27. September 2016.

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Frage 13/20:

"Du kommst nie bis zum Gesicht, weil der Body so gut ist."

Ja – das sagte Donald Trump über das Äußere von Paris Hilton in der "Howard Stern Show" am 7. Januar 2004.

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Frage 14/20:

"Lerne immer von den Fehlern anderer, nicht von deinen eigenen – das ist der viel billigere Weg."

Ja – das ist ein Trump-Tweet vom 23. Dezember 2013.

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Frage 15/20:

"Für die von uns, die es bis an die Spitze der Nahrungskette schaffen, darf es keine Gnade geben."

Nein – dieser Satz stammt von Frank Underwood aus der Netflix-Serie "House of Cards".

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Frage 16/20:

"Wenn dich jemand angreift, zögere nicht. Ziele auf die Halsschlagader. Schlage massiv zurück!"

Ja – diesen Rat gibt Trump in einem 16 Seiten langen Kapitel über Rache in seinem Buch "Think Big And Kick Ass".

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Frage 17/20:

"Sich zu entschuldigen ist eine großartige Sache. Allerdings musst du dafür unrecht haben."

Ja – das hat Trump gesagt im Gespräch mit Jimmy Fallon in dessen "Tonight Show" am 12. September 2015.

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Frage 18/20:

"Um beliebt zu sein, muss man nett sein, jeden Tag. Um gehasst zu werden, muss man gar nichts tun."

Nein – das sagt Homer Simpson in der Serie "Die Simpsons".

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Frage 19/20:

"Schwarze Typen zählen mein Geld. Ich hasse das."

Ja – so wird Trump zitiert in USA Today vom 20. Mai 1991. Das Foto zeigt Trump am 27. Februar 2017 bei einem Treffen im Oval Office mit Repräsentanten von Universitäten mit überwiegend schwarzer Studierendenschaft.

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Frage 20/20:

"Ich habe Ideen, die die menschliche Existenz in den nächsten 100 Jahren besser machen kann. Punkt."

Nein – das hat Rapper Kanye West gesagt in der Talkshow von Ellen DeGeneres am 19. Mai 2016. Hier geht es zu unserem Themenarchiv: Alles über Donald Trump

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Der Umgang mit der Pandemie dürfte für viele Wähler bei der Präsidentenwahl am 3. November eine große Rolle spielen. Landesweiten Umfragen zufolge liegt der Demokrat Biden deutlich in Führung. Auch viele Erhebungen aus wichtigen Bundesstaaten sehen ihn vor Trump. Doch vor vier Jahren lag Trump in Umfragen ebenfalls zurück - und setzte sich schließlich doch gegen Hillary Clinton durch.


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