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Drohne nicht abgeschossen? Iran kontert Donald Trump

Vorfall könnte das ohnehin angespannte Verhältnis weiter verschärfen - 19.07.2019 08:40 Uhr

Donald Trump und der Iran: Das Verhältnis bleibt weiter angespannt. © Photo by NICHOLAS KAMM / AFP


Der Zwischenfall soll sich Trump zufolge in der Straße von Hormus ereignet haben, einer der wichtigsten Schiffsrouten für Öltanker weltweit. "Wir haben weder in der Straße von Hormus noch anderswo eine Drohne verloren", schrieb Irans Vizeaußenminister Abbas Araghchi am Freitag auf Twitter. Er befürchte eher, dass die Amerikaner aus Versehen eine eigene Drohne abgeschossen hätten. Zuvor hatte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Donnerstag am Sitz der Vereinten Nationen in New York erklärt, der Iran habe keine Informationen über den Verlust einer Drohne.

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Der Zwischenfall schürte neue Ängste vor einer militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran. Die Straße von Hormus spielt eine entscheidende Rolle im Konflikt zwischen beiden Ländern. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch die Meerenge verschifft. Im vergangenen Jahr hatte Irans Präsident Hassan Ruhani mit einer Blockade gedroht. Trump wirkte zurückhaltend in seiner Rhetorik, als er am Donnerstag die Öffentlichkeit bei einer Zeremonie mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte über den Vorfall unterrichtete. Er sprach davon, dass sich die Mannschaft des Schiffes verteidigt habe. "Es ist die jüngste von vielen provozierenden und feindlichen Aktionen des Irans gegen Schiffe, die in internationalen Gewässern operieren", sagte der Präsident.

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dpa

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