Hängt die Zukunft des Autos an der Steckdose?

30.9.2011, 07:38 Uhr
Gleich zwei elektrobetriebene Tesla-Rennflitzer erwarten die Besucher am 1. Tag der Elektromobilität der NZ am Samstag auf dem Jakobsplatz.

Gleich zwei elektrobetriebene Tesla-Rennflitzer erwarten die Besucher am 1. Tag der Elektromobilität der NZ am Samstag auf dem Jakobsplatz. © Harald Sippel

Das sind nur einige Fragen, die Menschen bewegen, wenn es um das Thema Elektromobilität geht. Natürlich sind neben den praktischen Aspekten grundlegende Überlegungen zur Rentabilität, den Kosten und der Verbreitung der lautlosen Fahrzeuge in der Diskussion. Beide Seiten, die lebenspraktischen und die übergeordneten Aspekte werden beim 1. Tag der Elektromobilität der Nürnberger Zeitung am 1. Oktober zwischen 11 und 16.30 Uhr auf dem Jakobsplatz beleuchtet.

Noch gibt es auf deutschen Straßen nicht allzu viele Autos in Privathand, die an einer Steckdose aufgetankt werden. Laut dem Online-Lexikon Wikipedia soll sich die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge etwa bei 1450 bewegen. In Nürnberg sind es 50 Fahrzeuge, die bei der städtischen Zulassungsstelle angemeldet sind. Das Netz der Ladestationen wird dagegen immer dichter. Auch im Stadtgebiet Nürnberg sind solche Säulen zu finden.

Noch ist es zu früh, um zu beurteilen, ob Deutschlands individuelle Mobilität künftig von Energiekonzernen gelenkt wird oder nach wie vor von Mineralölkonzernen. Doch die Erwartungen, die seitens der Politik an die neue Technologie geknüpft werden, sind hoch. Die Bundesregierung strebt an, bis 2020 — also in neun Jahren — eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. In Forschung und Entwicklung wird viel Geld investiert. Auch Firmen in der Metropolregion Nürnberg sind an diesem zukunftsträchtigen Wirtschaftszweig beteiligt. Neben Siemens sollten hier stellvertretend für andere Leoni und Schaeffler genannt werden

Kritischer Punkt in der ganzen Debatte sind zum einen die Kosten einer breiten Markteinführung. So wird auf der politischen Ebene darüber nachgedacht, ob Bürger einen finanziellen Anreiz erhalten sollten, wenn sie auf ein Elektroauto umsteigen. Zuvor müssten allerdings noch etliche technische Probleme gelöst werden. Eines der größten ist die begrenzte Reichweite.

Diese trifft zwar die Nutzer von Elektrofahrrädern ebenfalls, aber das bremst die exorbitante Nachfrage auf diesem Gebiet nicht aus. Und es sind keineswegs nur die Senioren, die sich für die E-Räder interessieren. Durch ein sportliches Design erobert das Segment eine immer größere Anhängerschaft, obwohl die Akkus häufig nicht lange halten und das Gewicht eines solchen Rades den Transport erschwert.

Offensichtlich ist die große Diskrepanz zwischen dem Interesse der möglichen Nutzer und der Einschätzung von Experten, die in den Elektrofahrzeugen eher ein Nischenprodukt sehen — zumindest, was den Individualverkehr betrifft.

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 112 km/h und einer Reichweite von insgesamt 115 Kilometern ist beispielsweise ein Smart ForTwo Coupé 1.0 ein typisches Stadtauto. Beim Fahren entsteht keine CO2-Emission. Allerdings fällt d diese bei der Stromerzeugung an. Wie hoch sie jeweils ist, hängt von der genutzten Energiequelle ab. Das genannte Smart-Modell mit einem 52 kW-Ottomotor weist beispielsweise einen CO2-Ausstoß von 103 g/km auf, das entsprechende Modell mit einem Dieselmotor mit 88kW einen CO2-Ausstoß von 88g/km.

Den niedrigen Betriebskosten von Elektrofahrzeugen, die etwa zwischen 4-25 kWh pro 100 Kilometer liegen (eine Kilowattstunde kostet etwa 20 Cent) stehen die Anschaffungskosten von 15000 bis 20 000 Euro gegenüber.

Ein Kernfrage ist die Stromquelle. Spätestens seit dem Atomunfall in Fukushima ist die Bundesregierung bestrebt, durch ihre Energiewende einen umweltfreundlicheren Kurs einzuschlagen. Die Nürnberger Zeitung hat diesen Paradigmenwechsel mit einer ausführlichen Serie begleitet. Nun beleuchtet sie als weiteres Schwerpunktthema in regelmäßigen Abständen, wie es mit der Mobilität in der Region bestellt ist.

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