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Umfrage-Wende zum Lockdown: Mehrheit ist für Lockerungen

17 Prozent wollen sogar gänzlich zur Normalität zurückkehren - 02.03.2021 13:48 Uhr

Die Öffnung von Restaurants ist 42 Prozent der Befragten besonders wichtig. 

01.03.2021 © Friso Gentsch, dpa


Zweieinhalb Monate nach Beginn des harten Corona-Lockdowns ist es nach Auffassung einer großen Mehrheit der Deutschen Zeit für Lockerungen. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zufolge sind nur noch gut ein Drittel für eine Beibehaltung (26 Prozent) oder Verschärfung (9 Prozent) der geltenden Einschränkungen.

Unterstützung für Einschränkungen deutlich gesunken

43 Prozent meinen dagegen, der Lockdown sollte bei den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Mittwoch weiter gelockert werden. 17 Prozent sind sogar für eine komplette Rückkehr zur Normalität. 5 Prozent machten keine Angaben.


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Zum ersten Mal seit Beginn des harten Lockdowns Mitte Dezember gibt es damit in den alle zwei bis vier Wochen durchgeführten YouGov-Umfragen eine Mehrheit für Lockerungen. Anfangs standen noch fast drei Viertel (73 Prozent) hinter den Maßnahmen von Bund und Ländern, zu denen die Schließung von Geschäften, Schulen, Restaurants und Hotels sowie das Verbot von Kultur- und Sportveranstaltungen mit Zuschauern gehören. Anfang Januar waren noch fast zwei Drittel (65 Prozent) für eine Beibehaltung oder Verschärfung der Maßnahmen. Vor der letzten Bund-Länder-Konferenz am 10. Februar war es dann nur noch die Hälfte der Befragten, inzwischen liegt der Anteil bei 35 Prozent.

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Ein Überblick über die im März vom bayerischen Kabinett beschlossenen stufenweisen Lockerungen der Corona-Regeln. Aktuell sind die geplanten Öffnungsstufen für die Außengastronomie, die Kultur und den Sport allerdings bis mindestens 26. April ausgesetzt.


Bund und Länder hatten zuletzt am 10. Februar eine Verlängerung des harten Lockdowns beschlossen. Schulen und Kitas wurden danach zum Teil wieder geöffnet an diesem Montag folgen die Friseure. Der überwiegende Teil der Maßnahmen blieb aber bestehen.


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Am dringendsten ist nun nicht der Wunsch nach einer weiteren Öffnung von Schulen, sondern die Möglichkeit, wieder uneingeschränkt einkaufen gehen zu können. 49 Prozent sagen, dass ihnen die Öffnung von Geschäften besonders wichtig ist. Dahinter folgt die Lockerung der Vorschriften, mit wie vielen Menschen man sich treffen darf (43 Prozent). Die Öffnung von Restaurants ist 42 Prozent der Befragten besonders wichtig. Erst dann folgen die Schulen (32 Prozent), deren Öffnung die Politik als besonders wichtig erachtet.

Ein Herz für Kosmetik- und Massagestudios

Die Öffnung von Dienstleistungsbetrieben wie Kosmetik- oder Massagestudios sind 18 Prozent besonders wichtig. Dahinter folgt die Möglichkeit, zum Beispiel in Fitnessstudios Sport zu treiben (16 Prozent). Am Ende der Prioritätenliste sind der Besuch von Kulturveranstaltungen (12 Prozent), das Reisen ohne Beschränkungen (11 Prozent), das Übernachten in Hotels (9 Prozent) und der Besuch von Sportveranstaltungen (5 Prozent) zu finden. Die Befragten konnten jeweils drei Bereiche nennen, die ihnen besonders wichtig sind.

Die Skepsis gegenüber den Einschränkungen überwiegt inzwischen bei den Anhängern aller im Bundestag vertretenen Partei. Am größten ist der Wunsch nach Lockerung bei den Wählern der AfD (72 Prozent) und FDP (67 Prozent). Dahinter folgen die Anhänger der Linken (58 Prozent), der CDU/CSU (57 Prozent), der SPD (54 Prozent) und der Grünen (49 Prozent).

Die Unzufriedenheit mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung in der Corona-Pandemie nimmt unterdessen weiter zu. Nur noch 48 Prozent der Befragten bewerten das Regierungshandeln sehr positiv (7 Prozent) oder eher positiv (41 Prozent). Anfang Februar waren noch 50 Prozent eher zufrieden, im Oktober waren es sogar noch 57 Prozent und während der ersten Corona-Welle im April 67 Prozent. Heute zeigen sich 22 Prozent sehr unzufrieden mit dem Krisenmanagement der Regierung und weitere 25 Prozent eher unzufrieden. 5 Prozent machen keine Angaben.

dpa

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