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Donnerstag, 05.12.2019

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Weniger Kliniken auch in Franken? OB Maly hält dagegen

Klinikum hält neue Bertelsmann-Studie für "vollkommen realitätsfern" - 16.07.2019 05:22 Uhr

Die Notaufnahme im Nürnberger Südklinikum ist oft voll, teils überfüllt. © Edgar Pfrogner


Von der untersuchten Region im Großraum Köln Schlüsse auf ganz Deutschland zu ziehen, sei "zu pauschal", kritisiert das Nürnberger Klinikum. Dabei könne es durchaus sinnvoll sein, Klinikkapazitäten neu zu strukturieren oder auch zu bündeln, wie das etwa in Nürnberger Land geschehe. Dort werden bekanntlich die Betten des im Mai geschlossenen Hersbrucker Krankenhauses nach Lauf verlagert, wo die Klinik weiter ausgebaut wird.

Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly sitzt im Verwaltungsrat des Klinikums. © Karmann,dpa



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Dass Spitzenhäuser wie das Klinikum aber finanziell nicht gesondert unterstützt würden, so das Statement weiter, sei ein Fehler. Hier werde schließlich eine ganze Region medizinisch abgesichert.

"Absolut lebensfähig"

"Der Rückzug aus der Fläche wäre falsch", so kommentiert Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly, der Verwaltungsratsvorsitzender des Klinikums mit der höchsten Versorgungsstufe I ist, die Bertelsmann-Ergebnisse. Auch er nennt das Beispiel des Laufer Krankenhauses, das zum Klinikum gehört und erhalten bleibt. Ulrich Maly: "Das Haus dort ist absolut lebensfähig."

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Konzentration rund um die Uhr: Nacht(ge)schichten aus dem Südklinikum

Ein Patient dreht kurz nach 22 Uhr in seinem Rollstuhl einsame Runden, ein paar Schwestern und Pfleger streben nach ihrem Spätdienst zum Ausgang. Ansonsten aber herrscht gerade beschauliche Ruhe im Klinikum Süd. Doch das kann sich natürlich jederzeit ändern, deshalb sind die Mitarbeiter rund um die Uhr einsatzbereit. Wir haben den Nachtdienst im Südklinikum ein paar Stunden lang begleitet.


Gleichzeitig sei der Trend zu spezialisierten und damit größeren Kliniken überhaupt nicht aufzuhalten. Auch wenn das nicht bedeute, dass die Klinik am Land überflüssig sei: "Die kleinen Strukturen stehen stark unter Druck." Patienten informierten sich heute im Internet über Fallzahlen und Qualitätsstandards, so Maly, und entschieden sich entsprechend. "Da findet eine Abstimmung mit den Füßen statt."

Ein 80-Betten-Haus sei kaum in der Lage, eine 24-Stunden-Notfallversorgung zu stemmen oder als Kompetenzzentrum für Geburtshilfe zertifiziert zu werden.

c.s.

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