"Gewinner des Abends"

Zamperoni widerspricht Weidel - und wird im Netz dafür gefeiert

28.9.2021, 09:52 Uhr

In der ARD-Sondersendung "Bundestagswahl 2021 - Reaktionen auf die Prognose" am Sonntagabend (26. September) hatte Alice Weidel (AfD) im Interview bekräftigt: "Um uns wird man nicht mehr drum rumkommen." Der ARD-Moderator Ingo Zamperoni entgegnete ihr freundlich, aber bestimmt: "Man wird schon um Sie herumkommen, weil man Sie nicht für Koalitionen in Betracht zieht."

Daraufhin warf Weidel den Medien "Wettbewerbsverzerrung" im Wahlkampf vor: "Da hat man die Grünen nach oben gejuxt, man hat einen Drei-Parteien-Wahlkampf gemacht." Der Moderator entgegnete: "Sie sind hier auch zu Wort gekommen, also, wir haben Sie nicht ausgespart, Frau Weidel." Die Spitzenkandidatin der AfD merkte an, Zamperoni hätte eben auch gesagt, mit der AfD wolle niemand koalieren. Der 47-Jähriger konterte unverändert gelassen: "Das sind nicht meine Worte, das sind die der anderen Parteien."

Weidel warf dem Moderator anschließend vor: "Ja, Sie freuen sich ja auch richtig." Zamperoni entgegnete: "Sie sind genauso freundlich." Daraufhin stellt Weidel zum Abschluss des Interviews fest: "Ja, ich freu‘ mich richtig. Und dementsprechend wurden wir ja als nicht koalitionsfähig ausgeschlossen. Auch von Ihnen."

Viel Lob in den sozialen Medien

In den sozialen Medien erhielt der Moderator viel Zustimmung für seine gleichermaßen freundliche und bestimmte Reaktion gegenüber Weidel. So schrieb etwa der Medienjournalist Stefan Niggemeier auf Twitter: "Ich wünschte mir, dass mehr Interviewer Alice Weidel so gut gelaunt und souverän widersprächen wie hier Ingo Zamperoni."

"Gewinner des Abends"

Ein anderer Nutzer erklärte: "Vergessen wir mal kurz Scholz und Laschet! Gewinner des Abends ist jetzt schon Ingo Zamperoni von der ARD."

"Ingo Zamperoni versus Alice Weidel jetzt schon mein Lieblingsinterview", stellte eine weitere Userin fest. "Ingo Zamperoni hat das super gemacht. Weidels penetranter Art mit freundlicher Sachlichkeit zu begegnen ist die einzige Möglichkeit", lautete wiederum das Fazit einer anderen Zuschauerin.

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