Vergleich

Öko-Test findet Glyphosat in zwölf Pils-Marken

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19.10.2022, 18:00 Uhr

Bereits vor einem Jahr untersuchte und verglich die Zeitschrift Öko-Test 50 Biere Pilsener Brauart. Dabei wurden unter anderem deutschlandweit bekannte Marken, regionale Produkte sowie acht Bio-Biere untersucht. Auch in diesem Jahr veröffentlichte das Magazin die neusten Ergebnisse rund um das Pils. Als Richtwert für den Test bezieht sich Öko-Test auf die Verbrauchererwartungen an ein Pils, festgelegt vom Verband Private Brauerei. Von den getesteten Bieren schnitten 45 Biere mit "gut" oder "sehr gut" ab, berichtet das Verbrauchermagazin. Zwei Produkte fielen durch - und in zwölf Biermarken wurde Glyphosat nachgewiesen.

In Auftrag von Öko-Test konnten Experten in zwölf von den 50 getesteten Bieren Spuren von Glyphosat feststellen. Das Breitbandherbizid wurde 2015 von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft, erklärt das Magazin. Die europäische Behörde ECHA sieht bei dem Stoff jedoch keinen Krebsverdacht. Die Werte in den Bieren liegt unter dem EU für Braugerste zulässigen Höchstgehalt. Um Verbraucher vorbeugend zu schützen, hat sich das Magazin jedoch dazu entschieden, bereits bei geringem Glyphosat-Gehalt Noten in der Wertung abzuziehen.

Der Öko-Test stellt in seinem Vergleich einen "großen Testverlierer" fest - das Pinkus Pils. Ein beauftragtes Labor konnte in dem Bier Pediokokken nachweisen. Dabei handelt es sich um Milchsäurebakterien, die dem Pils einen unerwünschten buttrigen Geschmack zufügt. Die Kontamination ist für Menschen nicht schädlich, jedoch führt es zu einer erheblichen Qualitätsminderung des Bieres, erklärt das Magazin. Aus diesem Grund wurden dem Pinkus Pils ganze vier Noten in der Gesamtwertung abgezogen. Damit fällt das Bier mit einem "ungenügend" im Test durch.

"Geschmäcker und Vorlieben sind allerdings unterschiedlich", stellt das Magazin jedoch klar. Aus diesem Grund sollten sich Verbraucher beim Bier-Kauf von Preisen und Vorlieben leiten leisten. Der Öko-Test rät zudem, Bier zu kaufen, welches noch lange haltbar ist - dadurch sind geschmackliche Mängel unwahrscheinlicher.

Auch sollte das Bier in einem Markt gekauft werden, der das "flüssige Gold" kühl und dunkel lagert - also fachgerecht. "Auch zu Hause erhöht eine kühle und dunkle Lagerung die Wahrscheinlichkeit, dass Bier frisch und lecker schmeckt", so das Magazin. Am umweltfreundlichsten ist der Kauf, wenn das Bier in Mehrwegflaschen und von regionalen Brauereien kommt.

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