Sony Vision-S 02

Sony baut ein Elektro-SUV

Ulla Ellmer

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5.1.2022, 18:08 Uhr
Der Vision-S 02 fährt elektrisch - mit der alten Welt des Verbrenners will sich Sony gar nicht erst abgeben.

Der Vision-S 02 fährt elektrisch - mit der alten Welt des Verbrenners will sich Sony gar nicht erst abgeben. © Sony

Sony baut ein Auto? Noch vor wenigen Jahren hätten die etablierten Vertreter der Branche darüber nur milde gelächelt. Seit Newcomer Tesla den Markt gründlich aufgemischt hat und die digitalen Kompetenzen von Fahrzeugen wichtiger werden als PS-Zahlen oder Kurvenkünste, nimmt man eine solche Nachricht aber sehr ernst. Kommuniziert wurde sie nicht etwa auf einer Autoshow, sondern – auch das ein Zeichen des Zeitenwandels – auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas.

Mit Allradantrieb und 544 PS

Bereits vor zwei Jahren hat Sony dort erstmals vorgeführt, wie man das Auto-Business erobern will. Die Elektro-Limousine Vision-S 01 war optisch unübersehbar an die Designsprache von Tesla angelehnt. Das nunmehr zweite Konzeptfahrzeug heißt Vision-S 02, sieht dem Tesla Model Y nicht unähnlich, verkörpert karosserietechnisch also ein SUV und teilt sich die Plattform sowie den Antrieb mit dem 01. Das heißt: Allradantrieb, generiert von je einem 200 kW/272 PS starken Elektromotor an Vorder- und Hinterachse. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h.

Kunden können zwischen einer vier- und einer siebensitzigen Variante wählen, wobei die beiden Plätze in letzter Reihe eher den Charakter von Notsitzen vermitteln.

Großes Kino im Cockpit

Wie es sich für das Produkt eines Elektronik-Konzerns geziemt, erfüllen Digitalisierung und Bord-Entertainment ambitionierte Ansprüche. Insgesamt drei Bildschirme füllen die gesamte Breite des Armaturenträgers aus, Kameraaugen und Displays übernehmen die Funktion der Außenspiegel. Auch die Fondpassagiere blicken auf Monitore, die wiederum in die Rückenlehnen der Vordersitze integriert wurden. Die Ansteuerung des Infotainments kann über Dreh-Drück-Regler sowie via Sprach- oder Gestensteuerung erfolgen.

Vor den Frontpassagieren breiten sich drei Bildschirme aus. Auch im Fond gibt es Monitore.

Vor den Frontpassagieren breiten sich drei Bildschirme aus. Auch im Fond gibt es Monitore. © Sony

Im rückwärtigen Bereich des Viersitzers gibt es zwei Einzelsitze.

Im rückwärtigen Bereich des Viersitzers gibt es zwei Einzelsitze. © Sony

Zu den multimedialen Inhalten gehören unter anderem Streamingdienste, die mithilfe von 5G-Technik ins Cockpit kommen.

Autonome Testfahrt in Deutschland

Das Sony-Auto beherrscht autonomes Fahren nach Level 2, wobei hochauflösende CMOS-Bild- und Lidar-Sensoren zum Einsatz gelangen. Auch bei der Selbstfahr-Technik spielt 5G eine entscheidende Rolle. Sony arbeitet hier eng mit Vodafone zusammen, in dessen „5G Mobility Lab“ – angesiedelt im nordrhein-westfälischen Aldenhoven – ein Vision-S-Prototyp bereits seine Testrunden gedreht hat, um autonome Fahrfunktionen via 5G zu erlernen. Zuletzt Anfang Dezember: Da wurde das Fahrzeug vom anderen Ende der Welt aus gesteuert, der „Pilot“ saß in einer Fahrerkabine im 9000 Kilometer entfernten Tokyo.

Hier ist die Elektro-Limousine Vision-S 01 auf Testfahrt im nordrhein-westfälischen Aldenhoven unterwegs.

Hier ist die Elektro-Limousine Vision-S 01 auf Testfahrt im nordrhein-westfälischen Aldenhoven unterwegs. © Sony

Dass Sonys zweite automobile Konzeptstudie mehr als nur eine vage Fingerübung darstellt, dokumentiert die Ankündigung, noch im Frühjahr 2022 eine eigene Autosparte zu gründen, die Tochter wird „Sony Mobility“ heißen. Ein konkreter Zeitplan wurde indes noch nicht aufgestellt. Bis das erste Sony-Auto auf die Straße rollt, dürften somit mindestens noch einige Monate ins Land ziehen.

Apple in Zugzwang

Gedanken über die neue Konkurrenz werden sich nicht nur Mercedes, BMW, Ford & Co. sowie Tesla machen. Auch Apple gerät allmählich in Zugzwang, die seit Jahren kursierenden Gerüchte um das sagenumwobene Apple-Car in die Realität zu überführen.

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