Was ist erlaubt?

Vorsicht wegen Bestechung: So viel Geld dürfen Sie Ihrem Paketboten zu Weihnachten schenken

21.12.2022, 08:46 Uhr
Paketboten dürfen nur einen bestimmten Betrag als Geschenk annehmen. Ansonsten sei dies Bestechung.

© Malte Christians, dpa Paketboten dürfen nur einen bestimmten Betrag als Geschenk annehmen. Ansonsten sei dies Bestechung.

Kaum jemand dürfte im Weihnachtsgeschäft während der Pandemie so viel zu tun haben wie Paketboten und Briefträger. Tagtäglich sieht man ihre Lieferwagen in den Straßen stehen, mit laufendem Motor, und die Zustellerinnen und Zusteller von Hauseingang zu Hauseingang eilen.

Vielen Anwohnern kommt dabei derselbe Gedanke: Eine kleine Aufmerksamkeit könnte den gestressten Boten ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Doch das richtige Präsent zu finden ist gar nicht so einfach - im schlimmsten Falle beschert man den Beschenkten damit sogar arbeitsrechtliche Probleme.

Grundsätzlich gilt: Ein Geschenk muss allen voran immer bedingungslos sein und darf nicht an eine Gegenleistung geknüpft werden. Das könnte sonst als Bestechung verstanden werden. Um ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor solchen Situationen zu schützen, haben viele Betriebe mittlerweile eine Obergrenze für den Wert von Geschenken festgelegt.

DHL, Hermes, DPD: Wie viel Trinkgeld ist erlaubt?

"Zwar gilt allgemein, dass es Beamten sowie Arbeitnehmern grundsätzlich nicht gestattet ist, Belohnungen oder Geschenke entgegenzunehmen. Ausnahmen sind jedoch geringwertige Sachgeschenke bis zu einem Wert von 25 Euro", wie Dieter Nawrath, Sprecher der Deutschen Post (DHL) gegenüber dem Bayerischen Rundfunk verrät. Die Trinkgelder zu Weihnachten lägen regelmäßig deutlich unter dieser Summe.

Bei Hermes dürfen die Paketboten auch Bargeld oder kleine Sachgeschenke wie Schokolade annehmen. Dabei sollte jedoch ein Wert von zehn Euro nicht überschritten werden. Da der Dienstleister in der Paketzustellung aber mit regionalen Logistikunternehmen zusammenarbeite, können bei den selbstständigen Firmen andere Richtlinien gelten.

Auch den "Zustellern von DPD ist es gestattet, ein Trinkgeld anzunehmen", sagt Sebastian Zeh von DPD Deutschland gegenüber t-online. Hier ist es für Empfänger sogar möglich, ein digitales Trinkgeld zu spendieren. Die Abwicklung der Bezahlung erfolge über PayPal. Maximal 9,50 Euro seien möglich.

Arbeitsrechtliche Konsequenzen drohen

Stadtbediensteten in Nürnberg ist es allerdings prinzipiell verboten, Geschenke anzunehmen. Geringwertige Aufmerksamkeiten wie kleine Trinkgelder sind in angemessenem Umfang in der Weihnachtszeit jedoch akzeptabel. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich bei öffentlichen Unternehmen, immer über die individuellen Wertgrenzen erkundigen, sagt Linda Kaiser, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen-Knigge-Gesellschaft gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Sollte ein Zusteller oder eine Zustellerin Geschenke außerhalb dieser Rahmen annehmen, muss er oder sie mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. Es droht dann eine Abmahnung oder sogar die Kündigung.

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