Allergie

Milben im Bett: Kann man diese loswerden?

Simone Madre

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20.7.2022, 08:46 Uhr
Milben im Bett: Kann man diese loswerden?

© Alkhaine, Pixabay, LizenzCC

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In jedem Bett tummeln sich unzählige Milben. Egal, wie sehr man auf die Hygiene im Haushalt achtet, wird man die Tierchen nie gänzlich los. Dazu kommt, dass man sie mit dem bloßen Auge gar nicht erkennen kann. Obwohl Milben harmlos sind, können Hausstaubmilben für Allergiker zu einem großen Problem werden. Die besten Tipps, um Bettmilben zu reduzieren, gibt es hier.

Milben gehören zu der Spinnenfamilie und haben auch einen ähnlichen Körperbau. Mit dem bloßen Auge kann man sie aber nicht erkennen. Mit nur 0,1 Millimeter Körpergröße gehört die kleinste Milbenart sogar zu den kleinsten Tieren der Welt. Milben siedeln sich immer da an, wo Menschen leben. Die Tierchen ernähren sich von abgefallenen Hautschuppen, lieben Staub und feuchtwarme Plätze. Daher ist vor allem das Bett als Lebensraum für Milben prädestiniert.

Von den Webpinnen unterscheiden sich die Milben aufgrund ihrer Lebensweise. Zudem sind sie deutlich kleiner. Im ausgewachsenen Zustand haben Milben acht Beine, während die Larven nur sechs Beine aufweisen. Der Körperbau ist rundlich und die Farbgebung kann durchscheinend, milchig-weiß oder orange sein.

Viele Milben tummeln sich in der Matratze, aber auch im Kissen oder in der Bettwäsche halten sie sich gerne auf. Weitere beliebte Orte sind Staubfänger wie Teppiche, Kuscheltiere oder Vorhänge. Bei einer Zimmertemperatur von rund 25 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 70 Prozent fühlen sich die kleinen Milben am wohlsten.

Selbst mit den besten Hygienemaßnahmen lassen sich Milben nicht vollständig im Haushalt vermeiden. Auch wenn man täglich staubsaugt und wischt, kommen die Tierchen weiterhin im Haushalt vor. Somit kann die Hausstaubmilbe nicht komplett aus den eigenen vier Wänden verbannt werden. Wer sich richtig verhält und einige Dinge beachtet, kann die Vermehrung allerdings reduzieren.

Allergie erkennen

Die Symptome einer Allergie ähneln den Symptomen einer normalen Erkältung und sind daher teilweise schwer voneinander zu unterscheiden. Um eine Milben-Allergie zu erkennen, sollte man auf folgende Aspekte achten:

- Jeden Tag Beschwerden für mehr als zwei Wochen
- Vermehrte Beschwerden morgens nach dem Aufwachen
- Linderung der Symptome durch optimiertes Lüftungsverhalten
- Deutliche Verbesserung über den Tag

Normalerweise werden Hausstaubmilben von Menschen gar nicht entdeckt. Milben sind ungefährlich und nicht gesundheitsschädigend, zugleich übertragen diese keine Krankheiten. Wer allerdings eine Hausstaubmilbenallergie hat, reagiert im wahrsten Sinne des Wortes allergisch auf die Tierchen - beziehungsweise ihren Kot. Dieser enthält Bestandteile, auf die etwa jeder achte Mensch allergisch reagiert. Bei manchen sind die Symptome stärker ausgeprägt, bei anderen schwächer.

Zu den typischen Symptomen einer Hausstauballergie gehören:

- Schnupfen
- Juckende Augen
- Gerötete Augen
- Husten
- Asthma
- Neurodermitis
- Kopfschmerzen
- Verstopfte Nase
- Halsschmerzen
- Niesattacken
- Schlafprobleme
- Atemprobleme

Wenn sich der Zustand einfach nicht verbessert, sollte man lieber einen Arzt konsultieren. Dieser kann mit einem einfachen Test feststellen, ob eine Allergie vorliegt oder nicht. Bei schweren Formen der Hausstauballergie können eine Hyposensibilisierung oder eine Behandlung mit einem Milbenmittel in Betracht gezogen werden. Die Symptome sollte man nicht verharmlosen, da schlimmstenfalls chronische Krankheiten wie Asthma entstehen können.

Die Bettmilben ernähren sich von Hautschuppen und hinterlassen keine Stiche oder Bisse auf der Haut.

Neben Hausstaubmilben gibt es aber auch sichtbare Milben im Bett: Krätzmilben, die den Menschen direkt befallen und ihre Milbengänge unter der Haut graben, um dort ihre Eier zu legen und sich zu vermehren. Diese beißen den Menschen und hinterlassen gerötete Stellen, Knötchen oder Pusteln auf der Haut. Krätzmilben werden bis zu 0,5 Millimeter groß und können sehr gut mit dem Auge wahrgenommen werden. Krätzmilben werden über Hautkontakt mit Betroffenen oder kontaminierte Textilien übertragen, sie kommen also nicht automatisch im Haushalt vor.

Bissig ist auch die Grasmilbe. Diese Milbenart findet man meist im Garten und nicht im Bett. Wenn Grasmilben Menschen beißen, hinterlassen diese Spuren, die mit Juckreiz, Schwellungen, Rötungen oder Punkten einhergehen. Entzündungen können ebenfalls auftreten. Eine andere, große Milbenart sind die Zecken, welche im vollgesogenen Zustand über einen Zentimeter groß werden können.

Ganz vermeiden lässt sich eine Milbenpopulation zwar nicht, diese kann aber deutlich eingedämmt werden. Unabhängig davon, ob eine Allergie vorliegt oder nicht, macht es für jeden Sinn, Hausstaubmilben zu minimieren. Denn es besteht die Gefahr, dass man mit der Zeit eine Hausstauballergie entwickelt.

In der Regel überprüft das menschliche Immunsystem körperfremde Substanzen immer darauf, ob sie für den Körper schädlich sind oder nicht. Wird ein Stoff, der eigentlich harmlos ist, als gefährlich eingestuft, entwickelt sich daraus eine Allergie. Bei einer Hausstaubmilbe ist der Kot, den das Tier absondert, der Auslöser. Durch Luftzüge und Bewegungen wird der Kot durch die Luft gewirbelt und gelangt in die Atemwege oder auf der Haut des Menschen. Allergiker fühlen sich deshalb besser, wenn möglichst wenig Milben in der eigenen Wohnung sind.

Mit diesen Tipps lässt sich die Population der ungebetenen Gäste im Bett eindämmen:

- Schlafzimmer regelmäßig lüften
- Kühle Temperaturen im Schlafzimmer
- Bett morgens auslüften
- Regelmäßig saugen und wischen
- Staubfänger in der Wohnung reduzieren
- Matratze mit Milbenspray einsprühen
- Allergiker-Bettwäsche verwenden
- Die Matratze regelmäßig nach draußen stellen
- Bettwäsche in regelmäßigen Abständen waschen
- Die Matratze alle fünf bis sieben Jahre wechseln

Hitze oder Kälte

Extreme Kälte oder Hitze töten Milben effektiv ab. Wer Bettwäsche und Schlafanzug regelmäßig bei 60 Grad Celsius wäscht, vernichtet einen Großteil der Hausstaubmilben. Aber auch Kälte kann sehr wirksam sein: Wer das Kuscheltier der Kinder oder den Kissenbezug für 24 Stunden in das Tiefkühlfach legt, verhindert, dass die Hausstaubmilben überleben. Wenn es draußen friert, kann man die Matratze auch einfach nach draußen legen, um die Milben loszuwerden.

Kot der Milben absaugen

Wer allergisch gegen Hausstaubmilben ist, kann spezielle Filtersysteme für Staubsauger nutzen. Diese saugen auch kleinste Partikel zuverlässig ein. Aber auch handelsübliche Staubsauger helfen dabei, den Kot der Milben auf der Matratze zu minimieren. Jeder Schritt in die richtige Richtung hilft, die Symptome der Milben-Allergie zu lindern.

Spezielle Bettwäsche

Im Handel ist spezielle Bettwäsche mit milbendichten Schutz-Bezügen erhältlich. Somit sind nur noch Milben auf der Außenseite des Kopfkissens oder der Decke ein Problem. Reinigt man die Bezüge regelmäßig, entfernt man auch diese immer wieder. Somit verhindert man, dass sich zu viele allergieauslösende Partikel ansammeln.

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