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Müll richtig trennen: Was kommt alles in den gelben Sack?

Simone Madre
Simone Madre

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13.3.2022, 10:19 Uhr
 In den gelben Sack kommen Plastikbecher und andere Verpackungen.

© Letiha, Pixabay, LizenzCC  In den gelben Sack kommen Plastikbecher und andere Verpackungen.

Nicht alle Wertstoffe gehören hinein, sondern ausschließlich Verpackungsmüll. Doch wie ist Verpackungsmüll eigentlich definiert? Worauf muss man bei der Mülltrennung noch achten? Alles zum Thema gelber Sack finden Sie hier.

Was ist der Unterschied zwischen dem gelben Sack und der gelben Tonne?

Seit dem 1. Januar 2020 ersetzen die gelben Tonnen in Nürnberg die gelben Säcke, auch in anderen Städten wurde umgestellt. Der Inhalt ist allerdings der gleiche: Verpackungsmüll. Das Rücknahmesystem wird von privaten Unternehmen organisiert, seit 2019 können Städte und Gemeinden aufgrund eines Verpackungsgesetzes aber stärker mitbestimmen. Viele entschieden sich für die gelbe Tonne. Mit der Umstellung von den dünnen, leicht zerreißbaren Säcken auf Tonnen erhofften sie sich weniger Verschmutzungs- und Geruchsprobleme.

Was kommt in den gelben Sack?

Deutschlandweit landen circa 40 Prozent des Mülls in der gelben Tonne oder dem gelben Sack, obwohl einiges davon gar nicht hinein gehört. Die richtige Mülltrennung ist für viele Menschen eine wahre Wissenschaft und doch mit Blick auf ein nachhaltiges Leben von enormer Bedeutung. Doch was darf alles eigentlich in den gelben Sack?

Eine Faustregel besagt, dass im gelben Sack nur Verpackungsmüll aus Kunststoff, Metall, Plastik, Blech, Aluminium gesammelt wird. In den gelben Sack dürfen somit Plastikverpackungen, Tuben, leere Konservendosen, Getränkekartons sowie Leichtverpackungen aus Metall, Kunststoff, Naturmaterialien oder Verbundstoffen. Wichtig: In einigen Gemeinden in Bayern, beispielsweise im Nürnberger Land, werden Konservendosen und andere Metallbleche separat gesammelt. Dort gibt es neben den Glascontainern noch einen Extra-Container, in dem Dosen und Co. entsorgt werden.

Beispielsweise kommt der folgende Müll in den gelben Sack:

- Plastikbecher wie Joghurt- und Sahnebecher
- Butterfolie
- Eisverpackungen
- Konservendosen (in einigen Gemeinden werden sie separat gesammelt)
- Einkaufstüten aus Kunststoff
- Kronkorken
- Verpackungen von Arzneimitteln
- Orangen- und Mandarinen-Netze
- Milchkartons
- Plastikverpackungen von Tiefkühl-Produkten
- Bonbon- und Kaugummipapier
- Schokoladenverpackungen
- Verpackungsmaterial wie Styropor, Luftpolsterfolie und Schaumstoff
- Zahnpastatuben
- Verpackungen von Reinigungsmitteln
- Ketchup- und Senf-Flaschen
- Nachfüllbeutel
- Speiseölflaschen aus Kunststoff
- Menüschalen
- Tierfutterdosen
- Verpackungen und Einweggeschirr aus Biokunststoff

Beim Entsorgen des Verpackungsmülls sollte man stets darauf achten, dass kein loser Restmüll in den Verpackungen enthalten ist, da derartige Anteile das Recycling der Wertstoffe erschweren. Dies bedeutet also, dass Verpackungen möglichst leer und sauber in der gelben Tonne landen sollten. Ein Ausspülen der Verpackungen ist allerdings nicht nötig, es reicht aus, wenn die Verpackung "löffelrein" ist.

Was darf nicht in der gelben Tonne landen?

Verpackungen, die aus Glas, Pappe oder Papier bestehen, müssen entsprechend in einem Altglas-Container oder in der blauen Tonne entsorgt werden.

In den gelben Sack gehört also nicht:

- Glasflaschen
- Papier und Karton
- Tapetenreste
- Farbeimer, die Reste enthalten
- Pflaster, Mundschutz und Einweghandschuhe
- Zahnbürsten
- Windeln
- Hygieneartikel
- Spielzeug
- CDs und Disketten
- Essensreste und Restmüll in den Verpackungen
- Gummi
- Keramik oder Porzellan
- Kugelschreiber oder Klarsichtfolien
- Druckerpatronen
- Schuhe und Altkleider
- Elektronik
- Kleiderbügel
- Haarbürsten
- Küchengeräte
- Batterien

Wird der gelbe Sack abgeholt?

An den meisten Orten in Bayern werden die gelben Säcke oder Tonnen abgeholt. In einigen wenigen Landkreisen müssen die Anwohner die gelben Säcke allerdings selbst zu den Sammelstellen transportieren.

Die Abholung des gelben Sacks erfolgt in der Regel in einem vierzehntägigen Rhythmus. Die gelbe Tonne muss am Abfuhrtag meist bis 6 Uhr morgens am Rande des Grundstücks stehen, darf aber frühestens am Vorabend (oft ab 18 oder 19 Uhr) herausgestellt werden. Die genauen Zeiten und Abfuhrtermine der gelben Tonne erfährt man in dem individuellen Abfuhrkalender. Denn diese unterscheiden sich je nach Wohnort und verantwortlichem Abfallunternehmen.

Von einer dauerhaften Lagerung der gelben Säcke im Freien ist abzuraten, denn dadurch wird die örtliche Hygiene gefährdet. Speisereste rufen beispielsweise Bakterien oder Schimmelbefall hervor, was wiederum Ungeziefer anzieht. Zudem wird die Sicherheit auf den Gehwegen gefährdet und Nachbarn könnten sich aufgrund der Geruchsbildung belästigt fühlen. Gelbe Tonnen stehen meist dauerhaft draußen.

Welches Symbol gibt es für den gelben Sack?

Auf vielen Verpackungen befinden sich sogenannte Recycling-Zeichen. Die Produkte für den gelben Sack weisen oft auch das Zeichen "der Grüne Punkt" auf. Das Symbol besteht aus drei grünen Pfeilen, die in einem Dreieck angeordnet sind. Zusätzlich enthalten die Symbole eine Nummerierung in der Mitte und ein Buchstabenkürzel.

Um den Verbrauchern die Mülltrennung zu vereinfachen, wurden bestimmte Symbole eingeführt. Somit wird den Verbrauchern direkt ersichtlich, wo der Gegenstand entsorgt werden muss. Bei dem gelben Sack ist es der besagte grüne Punkt. Es sind aber nicht alle Verpackungen mit einem grünen Punkt versehen und zudem gibt es noch weitere Symbole.

Dies bedeutet aber auch, dass nicht nur Verpackungen mit einem grünen Punkt in den gelben Müll gehören, sondern auch solche, die nicht gekennzeichnet sind. Dies erschwert die Mülltrennung im Alltag, sodass sich die Hausbesitzer immer überlegen müssen, ob der Müll wirklich in den gelben Sack gehört. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollte sich jedermann diese Zeit nehmen.

Was passiert mit den Abfällen aus dem Gelben Sack?

Die Verpackungen aus dem gelben Sack sind wertvolle Rohstoffe innerhalb des Recycling-Kreislaufs. Daher ist die Erhaltung eines Kreislaufs Ziel des Recycling-Prozesses. Ein Großteil der Verpackungen aus Kunststoff kann verwertet und zu einem Granulat aus Recycling-Kunststoff verarbeitet werden. Dies dient dazu, beispielsweise neue Verpackungen herzustellen.

Wenn die gebrauchten Verpackungen im gelben Sack ordnungsgemäß getrennt wurden, erfolgt die Abholung durch die Sammelfahrzeuge der zuständigen Entsorgungsunternehmen. Diese bringen den Müll in sogenannte Sortieranlagen. Die gesammelten Verpackungen werden nach Materialart sorgfältig getrennt, bevor sie im Anschluss verwertet werden. Hier erfolgt eine Zerkleinerung, sodass die Verpackungen zu Ballen gepresst werden. Teilweise wird der gesammelte Müll aber auch verbrannt und zur Wärme- und Stromerzeugung verwendet.

Darf man jeden gelben Sack verwenden?

Nein. Wenn die gelben Säcke ausgegangen sind, darf man keine normalen Müllsäcke zur Entsorgung des Verpackungsmülls verwenden. Dies liegt darin begründet, dass die gelben Säcke deutschlandweit eine bestimmte Norm erfüllen müssen. Die Müllabfuhr wird Müllsäcke, die die Anforderungen nicht erfüllen, häufig einfach stehen lassen. Dies bedeutet also, dass normale Müllbeutel für die Abholung an der Straße nicht geeignet sind. In gelben Tonnen braucht es keinen Müllsack.

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