Bis 2014 in ruhigerem Fahrwasser?

9.2.2012, 08:01 Uhr
Für das vergleichsweise kleine Treuchtlinger Haus wird es nicht einfach sein, sich in der heiß umkämpften Gesundheitsbranche zu behaupten. Die relativ neue Disziplin „Akutgeriatrie“ könnte ein gangbarer Weg sein.

Für das vergleichsweise kleine Treuchtlinger Haus wird es nicht einfach sein, sich in der heiß umkämpften Gesundheitsbranche zu behaupten. Die relativ neue Disziplin „Akutgeriatrie“ könnte ein gangbarer Weg sein. © Archivfoto: Sieghard Hedwig

Alle drei zeigten sich erfreut, dass Dr. Markus Wach als Leiter der hiesigen Geriatrie mit Oberarzt Dr. Clemens Jacob jetzt eine Verstärkung bekommen hat. Beide seien nun über ihre alltägliche Arbeit hinaus dabei, die Kontakte auch mit den niedergelassenen Ärzten auszubauen, um auf die gebotenen Leistungen der bestehenden geriatrischen Rehabilitation und der gerade im Aufbau befindlichen Akutgeriatrie aufmerksam zu machen, so Baum. Das Stadtoberhaupt sieht in der Neuausrichtung des Treuchtlinger Krankenhauses mit diesen beiden Abteilungen sowie der Inneren Abteilung und der Chirurgischen Ambulanz als Schwerpunkte eine gute Chance für die Zukunft. Man denke außerdem darüber nach, im Haus noch weitere Facharzt-Praxen anzusiedeln.

Zusammen mit dem Alten- und Pflegeheim, das sich mit Blick auf die Gebäude mittlerweile vollends in Händen der Stadt befindet, sowie der Gemeindeschwesternstation biete sich Baum zufolge vor Ort ein beachtliches Leistungsspektrum, das in der Altmühlstadt mit insgesamt rund 180 Beschäftigten zudem einen wichtigen Standortfaktor darstelle.

Eher unerfreulich präsentiert sich hingegen die Kassenlage. Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband hat in seiner im fünfjährigen Turnus stattfindenden Prüfung für den Berichtszeitraum von 2006 bis 2010 ein Gesamtdefizit von rund 2,25 Millionen Euro festgestellt. „Die Ergebnisse aus 2007 bis 2009 (im Jahr 2006 wurde ein Plus eingefahren, Anm. d. Red.) wurden in den vorgelegten Bilanzen (...) deutlich besser als handelsrechtlich zulässig dargestellt“, heißt es da. Und weiter: „Aus den Jahresabschlüssen 2006 bis 2009 war die tatsächliche Ertragslage nicht hinreichend ersichtlich.“ Die jährlichen Löcher in der Kasse wurden offenbar nach und nach mit noch vorhandenen Rücklagen gestopft. Anders ausgedrückt: Die in den letzten Jahren wohl auch dem Stadtrat offiziell zum Besten gegebenen Zahlen waren mehr Lyrik denn echte Bilanzen.

Das besagte Rücklagenpolster sei nun jedoch aufgezehrt, erläuterten Baum und Winter. Die Zahlen für das Jahr 2011 lägen zwar noch nicht vor, jedoch stehe auch hier noch ein deutliches, sechsstelliges Minus zu erwarten.

Dies schlägt nun direkt auf den Stadtsäckel durch. Mit den Kreiskliniken gibt es zwar einen sogenannten Geschäftsbesorgungsvertrag, also einen Dienst- bzw. Werkvertrag, durch den sich der Beauftragte (hier die Kreiskliniken) zur Besorgung des ihm vom Auftraggeber (Stadt) übertragenen Geschäftes verpflichtet; das finanzielle Risiko hingegen verbleibt bei der Stadt, die das Krankenhaus bekanntlich als Eigenbetrieb führt. Ob die laut Baum für heuer im städtischen Haushalt eingestellten 500.000 Euro ausreichen, um das drohende Loch zu stopfen, bleibt erst noch abzuwarten.

In diesem Zusammenhang unterstrich Baum ebenso wie Winter, dass die genannten Defizite in der Hauptsache ein Relikt aus der Vergangenheit seien und nicht der Umstrukturierung im Zusammenhang mit der neuen Akutgeriatrie geschuldet sind.

Trotzdem gelte es nun, mit dieser völlig neuen Abteilung, bei der man noch am Anfang stehe, sowie im Bereich der „Inneren“ durch vielerlei Anstrengungen weiter voranzukommen. Schlussendlich müsse sich in der Zukunft die Ertragssituation deutlich verbessern, so die Feststellung des Kommunalen Prüfungsverbandes und auch die Hoffnung der Verantwortlichen vor Ort.

Baum nannte hierbei einen Zeithorizont bis zum Jahr 2013/14. Insgesamt müsse – da war sich die Runde einig – das Haus weiter aufgewertet und das bestehende Leistungsspektrum noch besser kommuniziert werden.

Der Rathaus-Chef verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Stadtrat mit Blick auf die noch zu erwartenden Defizite im Gesundheitszentrum „voll hinter der Sache steht“.

 

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